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Am Naturlehrpfad Rehfelde - Förderprojekt 2014 - hat ein hölzerner Geschichtskalender Platz genommen

Historie in Jahresringen

Gabriele Rataj / 05.12.2013, 07:04 Uhr
Rehfelde (MOZ) Eine gewaltige Baumscheibe erzählt seit Kurzem Rehfelder Geschichte. Aufgestellt wurde sie mitten im Ort von Akteuren der Initiativgruppe Naturlehrpfad. Deren freiwilliges Wirken zu unterstützen, sind die Rehfelder über das Ehrenamts-Projekt 2014 aufgerufen.

Als in Werder 1865 die erste Schule gebaut wurde, waren keine 30 Jahre seit der Baumpflanzung ins Land gegangen. Auch 1875, als in Rehfelde-Dorf das Küsterhaus mit Schulzimmer entstand, oder 1908 mit der Einweihung eines neuen Bahnhofs in Rehfelde ließ sich der Nadelbaum noch mit beiden Armen umfangen.

Jetzt hingegen hatten die Akteure aus der Initiativgruppe Naturlehrpfad Rehfelde ganz schön zu buckeln, um eine einzige Scheibe der 1836 am Annafließ gegenüber der Oberförsterei Strausberg gepflanzten Franzosenfichte an Ort und Stelle zu hieven. Mehr als einen Meter betrug ihr Durchmesser, als sie 2001 gefällt werden musste. Am Naturlehrpfad mitten im Ort ist sie nun aufgebockt und verankert - zum Anschauen, Anfassen, Nachzählen, Merken und Staunen.

Die Idee dazu kam von Martin Tesky vom Verein der Heimatfreunde. Die Oberförsterei überließ den Akteuren eine der langfristig für die Waldpädagogik gesicherten Baumscheiben. Die Bearbeitung übernahm die Rehfelder Tischlerei Beier und Reinhard Gohlke sowie Helmut Grützbach von der Initiativgruppe Naturlehrpfad kümmerten sich um alles Weitere.

Kaum ein passenderer Ort als der Naturlehrpfad - auf dem Ehrenamtstag der Gemeinde zum Förderprojekt 2014 erklärt - ist für diesen hölzernen Geschichtskalender vorstellbar. Dort, "wo Berge und Steine aus der Erde wachsen", wie ihn Bürgermeister Reiner Donath zu jenem Anlass bezeichnete, sind Kita, Hort und Schule nicht weit.

Drei Kilometer zieht sich das Wegenetz in dem kleinen Waldstück, nannte Reinhard Gohlke zum Ehrenamtstag Fakten. Gepflegt von Kuno Adomeit, der Tag für Tag dort harkt und baut und säubert. "Da gibt es vielfältige Ansatzpunkte zur Einbeziehung in den Unterricht, die Tagesgestaltung", werben die Akteure für Be-Nutzung.

Elf Aufsteller geben am Wegesrand Auskunft über Singvögel, Rote Waldameise, Aufbau und Alter der Bäume. Da sind Bänke, Tafeln, ein Insektenhotel, der Rodelberg, Findlingspfad und Palisadenweg. Balanceakt, Weitsprung, Tastpfad sind weitere Bewegungsmöglichkeiten. "Und dieses Jahr soll noch ein Pavillon mit Überdachung, Tisch und Bänken dazukommen", schaut Reinhard Gohlke voraus.

Hilfe ist willkommen, wenn es darum geht, das grüne Lehr- und Erholungswäldchen zwischen Klosterdorfer Weg und Fuchsbergstraße zu vervollständigen. 1000 Euro hat die Gemeinde dem jüngst gekürten Förderprojekt als Sockelunterstützung mit auf den Weg gegeben. Das könne von anderen aufgestockt werden und bei Einsätzen wie dem Frühjahrsputz würden sicher zusätzliche fleißige Hände für Freude in der Initiativgruppe sorgen, wünschte der Bürgermeister zum Ehrenamtstag den Aktiven.

Doch nicht erst dann ist ein Spaziergang auf dem Naturlehrpfad erhellend. Beispielsweise an der Baumscheibe von der Franzosenfichte mit der markanten Dateneinteilung - schwergewichtig und anschaulich.

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