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Schaffner setzt in Hennigsdorf Mutter und Kind aus

Roland Becker / 09.12.2013, 17:44 Uhr - Aktualisiert 10.12.2013, 14:07
Hennigsdorf (MZV) Ein Schaffner hat am vorigen Freitag einer Frau mit einem Kleinkind in Hennigsdorf die Weiterfahrt mit dem Prignitz-Express verweigert. Beide mussten fast eine Stunde bei Sturm und Schnee auf den nächsten Zug gen Norden warten.

Auslöser dafür soll ein Kinderwagen gewesen sein, der nach Angaben des Zugbegleiters den Fluchtweg versperrt hat. Ein in Hennigsdorf zugestiegener Zeuge berichtete jedoch, dass der Buggy nur wenig in den Mittelgang hineinreichte - nicht mehr, als viele dort abgestellte Koffer. Da der Lastenbereich des Zuges bereits besetzt gewesen sei, habe keine Möglichkeit bestanden, einen adäquaten Platz zu finden.

Nach Rücksprache mit der Transportleitung sei die Bundespolizei gerufen worden, berichtete eine Bahnsprecherin. Als die Polizei eintraf, habe die Frau den Zug verlassen.

"Wir haben das Hausrecht der Bahn durchgesetzt. Der Schaffner hatte eine Gefährdung für andere Reisende festgestellt", bestätigte ein Sprecher der Bundespolizei den Vorfall. Die Frau sei sehr aufgelöst gewesen und in Tränen ausgebrochen. Da sie den Zug ohne Zwang verlassen habe, werde die Bundespolizei keine weiteren Maßnahmen gegen die Frau ergreifen. Der Zug habe mit 20 Minuten Verspätung seine Fahrt fortgesetzt.

Vonseiten der Bahn wurde der Vorfall als "sehr bedauerlich und unglücklich" bezeichnet. Nach den bisherigen Erkenntnissen habe der Zugbegleiter aber richtig gehandelt. Die Bahnsprecherin verwies darauf, dass die Frau bereits in Falkensee gebeten worden sei, sich in Hennigsdorf einen passenden Platz zu suchen. Als sie dazu nicht bereit gewesen sei, habe der Schaffner die Transportleitung informiert. Unbeantwortet blieb die Frage, ob es angesichts des Sturms keine andere Möglichkeit gegeben hat, den Konflikt zu lösen. "Der Kollege hat versucht, seine Pflicht zu tun und ist an seine Grenzen gestoßen", sagte die Bahnsprecherin. Ein Vergleich mit früheren Fällen sei nicht angebracht. Diesmal sei es um Sicherheitsbelange und nicht um eine fehlende Fahrkarte gegangen.

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namad 16.12.2013 - 13:07:46

Uniformen sind nichts für Jedermann

DB-Schaffner..."Zugbegleiter"-Von der Begleitung von Fahrgästen hat ja keiner was gesagt. Ich kannte mal einige. Der Bund wollte sie nicht, die Polizei wollte sie nicht, zu nüchtern für die freiwillige Dorffeuerwehr und zu doof für die Stadtreinigung. Zu Hause nichts zu melden, autosexuell, gehen Karneval als Sherrif, Polizist oder Terminator...und das mit mitte fünfzig. Aber die DB gibt ihnen ne Uniform und das Abendland ist gerettet. In dieser speziellen Situation hätte ich ihn wahrscheinlich verdroschen. Und dann die Helden der Bundespolizei...nichts Neues. Randalierende Hools und kiffende Zecken feige ignorieren und dafür die Freiheit an der Mutter-mit-Kleinkind-Front verteidigen. Setzen, sechs

königkunde 14.12.2013 - 00:20:36

königkunde

Fast vorbildlich, wie sich hier die Deutsche Bahn einem ernsten Sicherheitsrisiko entledigt hat. Aber eben nur fast! Statt Mutter und Kleinkind einfach dem Sturm zu überlassen und das Problem (nachdem Xaver versagt hat) auf den nächsten Zug zu verlagern, hätte das Personal die beiden besser sofort erschießen und fachgerecht entsorgen müssen. Überhaupt sind völlig risikolose Fahrten und freie Gänge nur dann gewährleistet, wenn keinerlei Menschen oder sogenannte "Fahrgäste" durch die schönen Abteile laufen, diese abnutzen und mit sinnlose Rollkoffen berumpeln, nur weil sie ein wenig Geld dafür bezahlen! Diesem Ziel (fahrgastlose Züge) kommt die Bahn zwar nur langsam, aber Stück für Stück entgegen. Das ist uns allen die neuerliche Winterfahrpreiserhöhung wert!

feldweg 13.12.2013 - 21:46:02

lösung

die meisten buggies lassen sich doch einklappen. sicherlich hätte sich, wenn der wille und verstand (und den brauch es nicht viel, nur ein bisschen 3D Tetriserfahrung)da gewesen wäre eine lösung gefunden, auch ohne einklappen und kind auf den Arm nehmen. (So ein Kleinkind ist schwer).und die mitreisenden haben auch nicht geholfen? gerade in dieser situation hätte alle Beteiligten auch die polizei und dieje nigen von der Bahnleitung nach alternativen suchen müssen, das die arme frau am Ende herausgeschmissen wurde und dass noch bei diesen wetterbedingungen finde ich sehr unnötig und böswillig. Was sind denn das für menschen, die sowas tun?Die sollten sich was schämen. In so einem Klima Kinder haben?Man möcht es gar nicht mehr!

Marvin 13.12.2013 - 19:50:19

Frohe Weihnachten, Herr Grube

Kein Platz für Mutter und Kind, das hat ja Tradition um diese Jahreszeit.

Seth 10.12.2013 - 20:42:33

Selektion

In der BRD gibt es Regeln und Verhaltensweisen, die stur einzuhalten sind. Menschlichkeit bei einem Beamten, Staatsdiener, Polizei, Politiker, Finanzarbeiter, Jobcenter sachbearbeiter, oder anderen Büropupser? Das würden die ersten sein, denen ich einen A.r.s.c.h.tritt verpassen würde und aus einen Schutzraum den Zombis zum Frass vorwerfen würde, oder sonnstigen Naturkatastrofen ausliefern würde. Glück, dass ich nicht mehr in diesem Land lebe!

Vierter von Acht 10.12.2013 - 19:27:38

Vulkanische Weisheit

Als Freund der Star Trek Serien bin ich voll und ganz davon überzeugt, das es sich beim besagten Bahnpersonal und Teile der Bundespolizei um die humanoiden Spezies der Vulkanier handelt. Diese können Emotionen unterdrücken und unter Kontrolle halten und folgen der reinen Logik. Eine vulkanische Weisheit lautet: "Das Wohl Vieler ist wichtiger, als das Wohl eines Einzelnen." oder auch "Das Wohl der Vielen".

Brolus 10.12.2013 - 18:47:50

Die böse Bahn

@Andreas Nu hörn se mal uff, Betlehem! Die Bahn is zwar immer da, wenn es darum jeht, Negativpunkte zu sammeln. Aber Betlehem? Überall kann die Bahn nu ooch nich sein, oda?

Hans A. 10.12.2013 - 17:12:05

Kleiner Tipp der immer funktioniert....

Eine oder mehrere ,,Glatzen,, bitten sich neben den Kinderwagen zu setzen. Es sollte mich sehr wundern, wenn sich dann Polizei in den Zug getraut hätte !!! Das hilft auch wenn man vom Zugbegleiter nicht nach dem Fahrschein gefragt werden will ! Oft selbst erlebt !!! Aber eine einzelne Mutti mit Kind ....!?... Ich bitte Euch das ist doch keine Herausforderung für unsere frustrierte Exekutive!!

Andi 10.12.2013 - 16:13:36

Unfassbar wie sich die Ordnungsmacht hier gibt.

Es ist unfassbar, dass in der heutigen Zeit niemand mehr die Mühe macht, das Gehirn zum Denken einzuschalten und nach eine besseren Lösung sucht. Es wird einfach und radikal das Hausrecht durchgesetzt, obwohl die Bahn, wie auch alle anderen Personentransportunternehmen, zur Beförderung von Personen verpflichtet ist. Ich fahre nicht oft mit der Bahn, doch habe ich derart Situationen, wo die Durchgänge belegt -sei es mit stehenden Personen, oder eben durch viel zu viele Fahrräder - sind und noch nie hatte es einen Schaffner gegeben, der ein solches Theater aufgeführt hat. Zur Bundespolizei ein Wort. Viele vergessen es, doch diese Polizisten werden meist dann gerufen, wenn das Zugpersonal nicht mehr aggieren kann, oder aggieren will oder einfach gleich anderen die Klärung derart Sachverhalte überlässt. Was soll die BP denn machen, wenn das Beförderungsunternehmen um Hilfe ersucht. es wird wohl kaum eine Situation geben, bei der das Zugpersonal zurückstecken muss, wird. Ich wünschte mir, dass das Bahnpersonal mehr Menschlichkeit walten lässt und die zahlenden Gäste das bekommen, für das diese auch bezahlt haben.

Ampere 10.12.2013 - 14:55:14

Zugverspätung um einen Kinder-Buggi ´rauszuschmeißen

Hennigsdorf war mal ein Gießerei-Kombinat: da wäre das Mutter und Kind nicht passiert. Aber jetzt: 20min-Zugaufenthalt wegen eines Kinderbuggis - die Bundenpolizei vollzieht das Bahnrecht - amtl. Wetterwarnung wird ignoriert - Mutter und Kind werden bei Sturm ausgesetzt - und alle schauen zu. Unglaublich. Bahn und DB-Kundenverband (Wer ist das eigentlich?) stimmen nachträglich zu. Die muss man alle mit 10-Jahre-Kinderwagen-Pflicht in Deutschland bestrafen. Der Rest darf im Ersten "Ein Herz für Kinder" schauen.

Trebnitzer Ostbahnnutzer 10.12.2013 - 14:22:50

Schaffner wirft Mutter mit Kind raus

Liebe Kommentatoren, schlecht recherchiert oder "pampig geworden" ist doch hier zweitrangig. Ich komme noch aus einer Zeit, wo wir als Kinder aufgestanden sind, für ältere Menschen oder Mütter mit Kleinkindern, die in Bus oder Bahn kamen. Der Schaffner "habe seine Pflicht" getan. Wenn ich so etwas lese, bekomme ich schon schlechte Laune. Wer legt dennPflichten in der Art fest, einen störenden Kinderwagen samt Inhalt aus dem Zug in ein Unwetter zu befördern? Wurde die treue Pflichterfüllung nicht schon zu oft als Ausrede für persönliches Fehlverhaltengebraucht. Ich bin ebenfalls Staatsdiener und weiß, dass es solche und solche Situationen gibt, aber es gibt "bis auf Gefahr im Verzug" auch immer Alternativen. Nennt sich übrigens Ermessen... Wenn die Bahn (gleich welcher Betreiber) für Ihre Attraktivität sorgen möchte, war diese gelungene Zusammenarbeit zwischen Schaffner und Polizei keine gute Werbung. Auch die daraus entstandene Verspätung ist für mich eigentlich die Überlegung wert, die Bahn zu meiden ....wenn es nicht aus meinem Erleben überwiegend nette ZugbegleiterInnen gebe.

Andreas 10.12.2013 - 14:19:16

Bethlehem im Jahre 0

Eltern mit Kleinkind kein Obdach gewähren (hier in dem Fall: Mitfahrt im Zug) hatten wir ja schon mal ! Sie erinnern sich - damals in Bethlehem ?! Diese Nummer nutzt sich anscheinend nie ab !! Und wie trefflich-passend auch in der Weihnachtszeit ... Glückwunsch Deutsche Bahn - und Mitreisende !

Brandenburger Angler 10.12.2013 - 12:05:05

Ein Hoch auf die Helden bei Bahn und Bundespolizei

Ohen den Fall miterlebt zu haben: da scheinen Bahn und Bundespolizei leider mal wieder alle (negativen) Klischees bedient zu haben. Aus eigenem Erleben kann ich aber bestätigen, wie schnell solche "Amtspersonen" an ihre eigenen Grenzen stoßen. Unvermögen, oft noch gepaart mit Großmannsucht. Die Bundespolizei ermittelt nicht gegen die Mutter???!!! Na, da hat sie aber großes Glück gehabt. An der jungen Mutter hätten die Staatsdiener doch mal so richtig ihr Mütchen kühlen können! Wie Fred so schön sagt: auch ich warte nur darauf, daß mir mal so was passiert.

Koch_2020 10.12.2013 - 09:09:01

Die Prignitzer Eisenbahn GmbH betreibt derzeit keine Strecken.

siehe: http://www.prignitzer-eisenbahn.de/de/ueber_uns/prignitzer_eisenbahn/ (Homepage der PEG) Was stört mich an dieser schlecht recherchierten Nachricht? Über übervolle Züge wird kein Wort verloren. Das Platzangebot ist aus Sparsamkeitsgründen aus meiner Erfahrung zu gering. Wie haben sich die Mitreisenden verhalten? Haben die dem Kinderwagen Platz gemacht? Kinderwagenstellplätze sind wieviel vorhanden? Wie verhielt sich die Dame? Wurde sie pampig? Das ist zu einfach mal wieder global auf "die Bahn" schlechthin verbal einzudreschen. Der Bahnmitarbeiter war am Ende mit seinem "Latein", weil ihn keiner unterstützte. Bitte liebe Journalisten recherchiert erst mal gründlich.

Fred 10.12.2013 - 07:46:28

***

Ach wie groß ist der Wunsch, dass mir mal so ein Schaffner begegnet.

Bahnfahrer 09.12.2013 - 23:29:51

Der Zugbegleiter...

... hat nur seine Arbeit gewissenhaft erledigt indem er für die Sicherheit aller Fahrgäste sorgte.

Ein Willpreuße 09.12.2013 - 21:53:36

Schaffner setzte Mutter mit Kind aus

Wenn es um Sicherheitsbelange gegangen wäre hätte der Schaffner einen Platz im Austausch mit einem anderen Fahrgast organisieren müssen. Das scheint Großmannssucht der Ämtler gewesen sein. Hier könnte auch unterlassene Hilfeleistung vorliegen, wenn sich Mutter oder Kind gesundheitlichen Schaden zu gesogen haben sollten. Eine Erkältung reicht für eine Anzeige.

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