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Zufriedener als sonst

Manche müssen früher am Bahnhof sein, um den Zug zu bekommen, andere wiederum später.
Manche müssen früher am Bahnhof sein, um den Zug zu bekommen, andere wiederum später. © Foto: MZV/Rachner
28.12.2013, 00:54 Uhr
Havelland (MZV) Nach dem Fahrplanwechsel hat die Pendlerinitiative "PRO Regionalverkehr Osthavelland" des Bürgervereins Finkenkrug eine positive Bilanz gezogen. Die Veränderungen böten den meisten Bahnfahrer deutliche Vorteile. "Dies begrüßen wir ausdrücklich", sagte Benno König, Sprecher der Initiative.

Besonders wichtig sei, dass der Halbstundentakt der Regionalbahnen RB10 und RB14 vom Havelland nach Berlin wiederhergestellt worden ist. "Das bedeutet vor allem für die Pendler in Finkenkrug, Brieselang, Albrechtshof und Seegefeld, dass nicht mehr wir derzeit zwei Züge im Viertelstunden-Abstand hintereinander her fahren, während danach eine Dreiviertelstunde lang gar nichts mehr geht. Dafür hatten wir uns gemeinsam mit anderen intensiv eingesetzt", teilte das Aktionsbündnis mit.

Weiterhin hat die RB14 in Spandau stadteinwärts wieder Anschluss an die RE 4 über Jungfernheide und Potsdamer Platz. Steigt man in Spandau um, erreicht man Berlin Hauptbahnhof sogar wenige Minuten schneller. Und stadtauswärts hat die RE 4 auch wieder Anschluss an die RB 14, wenn auch ziemlich knapp.

Einziger Nachteil für Pendler aus Finkenkrug und Brieselang: Die Züge der RB14 haben künftig in Falkensee vor allem stadteinwärts einen mehrminütigen Aufenthalt.

"Das ist natürlich ärgerlich. Die nun günstigere Zugverteilung dürfte aber gleichwohl dazu führen, dass sich die morgendlichen Pendlerströme besser auf die Falkenseer Bahnhöfe verteilen, statt sich auf die überfüllten Parkplätze im Zentrum zu konzentrieren", sagte König.

Doch das ist noch nicht alles. Ab Falkensee werden die Züge der RE6 aus Neuruppin zumindest in den Hauptverkehrszeiten wieder über Spandau hinaus über Jungfernheide bis Gesundbrunnen verlängert. Auch hier sind die Fahrgäste die Gewinner. Vor allem in den Norden Berlins verkürzen sich so die Fahrzeiten erheblich, zumal die RE6 praktischerweise auch noch halbstündig versetzt zur RB10 unterwegs ist, die ebenfalls Jungfernheide ansteuert.

Es gibt sogar noch eine dritte gute Nachricht. Weil am späteren Abend die RB 10 nicht mehr regelmäßig verkehrt, lässt der VBB künftig den Regionalexpress nach Wittenberge, der um 22.25 Uhr ab Berlin-Hauptbahnhof fährt, auch in Albrechtshof, Seegefeld, Finkenkrug und Brieselang halten.

Dies mag für die (wenigen) Fahrgäste, die nach Nauen oder darüber hinaus unterwegs sind, etwas lästig sein, jedoch "für viele Bahnfahrer verschwindet damit ein ärgerliches Fahrplanloch genau zu der Zeit, in der viele auf dem Rückweg von Kino, Theater, Konzert oder anderen Veranstaltungen in Berlin unterwegs sind", sagte Detlef Hardorp, der sich im Rahmen des Aktionsbündnisses für diesen Punkt besonders eingesetzt hat.

Bis Mitternacht besteht damit werktags ab Berlin zu allen Falkenseer Bahnhöfen ein ungefährer Halbstundentakt.

Eine Folge dürfte auch hier sein, dass mehr Falkenseer den ihnen nächstgelegenen Bahnhof ansteuern, statt des sicheren Rückwegs wegen erst mit dem Auto zum Bahnhof Falkensee zu fahren - oder auf die Bahn gänzlich zu verzichten. Danach gibt es werktags wie bisher noch eine Spätverbindung (0.56 Uhr ab Hbf), am Wochenende später noch einen weiteren Zug.

Um das gute und schnelle Bahnangebot zwischen dem östlichen Havelland und Berlin auch künftig zu sichern, setzt sich die Initiative PRO Regionalverkehr Osthavelland (ebenso wie auch der Deutsche Bahnkundenverband) dafür ein, mittelfristig die Kapazität der Hamburger Bahn durch den Bau eines dritten und möglichst sogar vierten Gleises zwischen Berlin und Nauen zu erweitern.

Jenseits von Nauen gibt er ohnehin auf dieser Strecke Ausbaupläne vor allem für den Güterverkehr, an die zugunsten des Personen-Nahverkehrs sinnvoll angeknüpft werden kann.

Im vergangenen Sommer hatten ja Medienberichte zeitweise für Aufregung gesorgt, wonach ab 2017 zusätzliche ICE-Verbindungen nach Hamburg für Engpässe auch im Raum Falkensee sorgen könnten.

Auch wenn dies umgehend von der Bahn dementiert worden war (geplant ist derzeit offensichtlich lediglich der Ausbau bereits vorhandener IC/EC-Verbindungen), sei es gut, rechtzeitig dafür Sorge zu tragen, die Streckenkapazität dem wachsenden Bedarf nicht nur des Fern- und Güterverkehrs, sondern auch an guten und schnellen Regionalzug-Verbindungen anzupassen.

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