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Nach der Weihnachtspause finden sich zur 22. Dienstagsdemonstration rund 900 Menschen auf dem Marktplatz ein

Mit neuer, vereinter Kraft

Lassen in ihrem Protest nicht nach: die von Beitragsbescheiden betroffenen Grundstücksbesitzer aus den Mitgliedskommunen des WAV Panke/Finow.
Lassen in ihrem Protest nicht nach: die von Beitragsbescheiden betroffenen Grundstücksbesitzer aus den Mitgliedskommunen des WAV Panke/Finow. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 08.01.2014, 08:00 Uhr - Aktualisiert 08.01.2014, 13:34
Bernau (MOZ) Der Beginn des Jahres hat den Dienstagsdemonstranten neuen Auftrieb gegeben. Rund 900 Menschen versammelten sich zur 22. Kundgebung gegen die Beitragspolitik des Wasser- und Abwasserverbandes Panke/Finow auf dem Marktplatz.

Eines ist nach diesem Dienstag klar: Wer glaubte, der Widerstand der Altanschließer gegen die Beitragspolitik des WAV Panke/Finow würde über die Weihnachtsfeiertage erlahmen, der hat sich geirrt. Vielmehr scheinen die Menschen aus Bernau, Rüdnitz, Biesenthal und Melchow weitere Kraft für ihren Protest gesammelt zu haben. Und sie bekommen Unterstützung: Nach der Ankündigung des Niederbarnimer Wasser- und Abwasserverbandes (NWA), in diesem Jahr ebenfalls Altanschließerbeiträge erheben zu wollen, sind bei der 22. Dienstagsdemonstration in Bernau erstmals auch Einwohner aus der Großgemeinde Wandlitz dabei.

22.Dienstagsdemo gegen Altanschließer Beiträge auf dem Marktplatz in Bernau
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Andreas Neue, Sprecher der Bürgerinitiative, schwört die Menschen auf dem Marktplatz auf das Wahljahr 2014 ein. Insbesondere die Barnimer Landtagsabgeordneten der Regierungsparteien Britta Stark (SPD), Margitta Mächtig (Linke) und Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sind sein Angriffsziel. Er verspricht ihnen schon jetzt, dass die Bürgerinitiative ihren Wahlkampf "gebührend" begleiten werde. "Der rote Adler dämmert vor sich hin. Brandenburg ist zur Daseinsvorsorge nicht mehr in der Lage", ruft Neue aus.

Am 22. Januar will die Bürgerinitiative vor den Landtag ziehen, um sich dort Gehör zu verschaffen. Dora Duhn aus Melchow hat bereits zwei Busse für die Fahrt in die Landeshauptstadt geordert. "Es reicht nicht mehr, nur auf dem Marktplatz von Bernau zu stehen", sagt sie. "Man muss im Landtag endlich zur Kenntnis nehmen, was hier in Bernau passiert."

Wie sie beschwört auch Maria Griepentrog aus Blievenstorf (bei Ludwigslust) die Protestierenden auf dem Marktplatz, zusammenzuhalten. "Je weniger wir zusammenhalten, desto eher können sie uns in die Tasche stecken", sagt die Mecklenburgerin.

Sie kämpft in ihrem Heimatort bereits seit 2005 gegen die Beitragspolitik des dortigen Zweckverbandes und für ökonomisch und ökologisch gerechtfertigte Wasseranlagen. Gerade in Mecklenburg seien die Grundstücke riesig, aber selbst bei einem Quadratmeterpreis von 6,50 Euro nicht verkaufbar, erzählt sie. Zahlen müssten die Grundstückseigentümer jedoch bei der Abwassererschließung acht Euro je Quadratmeter. "Das ist eine Enteignung", steht für Maria Griepentrog fest.

Bernd Meißner aus Biesenthal nennt das nächste "Etappenziel" der Bürgerinitiative: die Kommunalwahlen im Mai. "Unverbrauchte Leute müssen in die Parlamente", sagt Meißner und erntet Applaus. Zuvor aber, so hofft der Bernauer Horst Werner, wird Bürgermeister Hubert Handke von seinem Posten verjagt. "Am Freitag werden wir erfahren, ob beim Bürgerbegehren das Quorum erreicht wurde - und dann wird Hanke abgewählt", ruft Horst Werner aus. Die Menschen auf dem Marktplatz jubeln ihm zu.

Sie fühlen sich einfach nicht ernst genommen - nicht von Hubert Handke, nicht vom Zweckverband. Das macht Regina Häring deutlich. Sie hatte in der letzten Verbandsversammlung mehrere Fragen zum Wirtschaftplan 2014 gestellt. Unter anderem wollte sie wissen, wie viele Mitarbeiter der Stadtwerke für den Verband tätig sind. Die Antwort, die sie bekam: Im kaufmännischen und technischen Bereich würden Mitarbeiter sowohl für den WAV als auch für die Stadtwerke Aufgaben übernehmen. Das sei wirtschaftlich sinnvoll. Nun ist Regina Häring so schlau wie vorher.

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