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Möbiskruge: Petra Quermann erinnert mit vielen Anekdoten an ihren Vater Heinz Quermann

Talentevater und genialer Unterhalter

Mit dem Lächeln des Vaters: Petra Quermann empfiehlt in der Kirche in Möbiskruge "Das dicke Quermann-Buch".
Mit dem Lächeln des Vaters: Petra Quermann empfiehlt in der Kirche in Möbiskruge "Das dicke Quermann-Buch". © Foto: Jana Pozar
Jana Pozar / 23.02.2014, 05:35 Uhr
Möbiskruge (MOZ) Petra Quermann, Tochter des einstigen Fernsehunterhalters Heinz Quermann, war jetzt Gast eines Gemeindenachmittags der evangelischen Kirchengemeinde Möbiskruge, um humorvoll von den Erinnerungen an ihren Vater zu erzählen. Die Veranstaltung fand wegen des großen Interesses in der Kirche statt, was Pfarrer Rudolf Zörner so kommentierte: "Schon Martin Luther sagte, wenn Gott keinen Humor hat, dann will er nicht in den Himmel."

Den Humor und das Talent zu moderieren scheint Petra Quermann von ihrem Vater geerbt zu haben. Und nicht nur das: dasselbe verschmitzte Lächeln, derselbe schelmische Blick. Ihre Gestik, ihr Lachen - alles erinnerte an den bekanntesten Moderator der DDR. Dieser hatte zunächst in die Fußstapfen seiner Eltern treten und Bäcker lernen müssen. "Als kleiner Junge lieferte er die Quermannschen Stollen ins Theater in Hannover. Dort schnupperte er das erste Mal Theaterluft", erzählte seine Tochter. Sie hat alle Erzählungen ihres Vater im Kopf. "Und ich entdecke immer wieder Neues", sagte sie. Kaum bekannt sein dürfte zum Beispiel, dass Heinz Quermann zwölf Revuen geschrieben hat, seine Schauspielprüfung im Jahr 1939 gemeinsam mit Theo Lingen mit Bravour meisterte und in den 1960er-Jahren mit Hans Rosenthal, Peter Frankenfeld und Peter Alexander zusammenarbeitete.

Doch wirklich bekannt wurde er mit seinen Sendungen im Rundfunk und Fernsehen der DDR. "Bei uns wurden vor allem die Samstagabendshows geschaut", erzählte Helene Köhler aus Treppeln. "Großartig, dass Frau Quermann die Erinnerung an ihren Vater wachhält. Es wäre schade, wenn alles vergessen wird." Shows wie "Da lacht der Bär" und "Herzklopfen kostenlos" stammten aus Quermanns Feder. Das Herzklopfen gab es kostenlos für Nachwuchskünstler. Größen wie Frank Schöbel, Monika Hauff und Klaus-Dieter Henkler, Nina Hagen und Helga Hahnemann wurden von Heinz Quermann entdeckt. Und: Quermann hat auch Dieter Hallervorden berühmt gemacht: "Die Flasche Pommes frites stammt aus der Feder meines Daddys."

Die Sendung "Zwischen Frühstück und Gänsebraten" war zwar Heinz Quermanns Erfindung, die Idee dazu stammte aber von Quermanns Ehefrau. "Meine Mutter wollte am ersten Weihnachtstag beim Kochen ihre Ruhe haben", verriet Petra Quermann. Auch Edeltraud Will aus Möbiskruge erinnert sich gern an die Sendung. "Die Männer haben beim Fernsehen kräftig genascht", erzählte sie. "Später konnten sie nichts mehr essen. Meine Mutter war dann immer richtig sauer." Martin Gebert aus Treppeln gehörte ebenfalls zu den Stammzusehern.

Heinz Quermann hält bis heute zwei Rekorde, mit denen er im Guinness-Buch verewigt ist. "Die Schlagerrevue" war mit 37 Jahren die am längsten ausgestrahlte Sendung. Und das immer mit demselben Moderator.

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