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Bürgerforum zur besseren Bahnanbindung Biesenthals / Halt jedes RE 3 gefordert

Ende 2014 drohen längere Fahrzeiten

Es fährt der Regionalexpress RE 3 ein: Ein proppenvoller Bahnsteig zeigt, wie sehr die Verbindung um 6.02 Uhr ab Biesenthal in Richtung Berlin-Hauptbahnhof gefragt ist.
Es fährt der Regionalexpress RE 3 ein: Ein proppenvoller Bahnsteig zeigt, wie sehr die Verbindung um 6.02 Uhr ab Biesenthal in Richtung Berlin-Hauptbahnhof gefragt ist. © Foto: Wolfgang Rakitin
Brigitte Horn / 26.02.2014, 19:31 Uhr
Biesenthal (MOZ) Um die bessere Bahn-Anbindung Biesenthals ging es bei Forum am Dienstagabend im Biesenthaler Kulturbahnhof. Die Lokale Agenda 21 Biesenthal hatte dazu eingeladen, um ihrer Forderung nach einen regelmäßigen Halt des RE 3 in Biesenthal Nachdruck zu verleihen.

Mit 27 Minuten vom Bahnhof Biesenthal bis zum Berliner Hauptbahnhof hat die Stadt eine kaum zu schlagende Verbindung in die Hauptstadt. Schneller wäre man vermutlich nur mit dem Hubschrauber. Die ganze Sache hat allerdings einen Haken. Die Verbindung gibt es laut Kursbuch der Bahn nur um 0.59 Uhr, um 4.59 und um 6.02 Uhr ab Bahnhof Biesenthal.

Dazu im Kontrast stehen die Verbindungen ohne Halt des RE 3 in Biesenthal. Die Lokale Agenda hat diese sauber auf Papier gebannt (Foto unten rechts). Wer mit der ODEG bis Bernau fährt und von dort mit dem RE 3, braucht mit Umsteigen 48 Minuten bis zum Berliner Hauptbahnhof, wer die ODEG bis Berlin-Lichtenberg nimmt, 53 Minuten. Abgesehen von diesen Zahlen soll mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 die Situation drastisch schlechter werden. Die Halts des RE 3 in Biesenthal sollen bis auf einen um 6.40 Uhr komplett entfallen. Das aber ist für viele zu spät. Die übrigen Verbindungen lassen überdies die Fahrzeit auf 63 Minuten ansteigen. Dies liegt nach Worten von Winfried Lunkenheimer von der Lokalen Agenda am Wegfall der bisherigen Anschlüsse von RE und RB in Bernau. Künftig müsse mit Wartezeiten von einer halben Stunde gerechnet werden. Stattdessen fordert die Agenda, dass jeder RE 3 in Biesenthal halten soll.

Erklärungen, warum dies nicht geht, gab es von Hans Leister, Bereichsleiter für Nahverkehrs- und Qualitätsmanagement vom VBB. Er hatte sich in die Höhle des Löwen gewagt. Mit nahezu 100 empörten Bahnfahrern war der Veranstaltungsraum im Kulturbahnhof brechend voll. Er stellte die Fahrgastzählung an den Anfang, nach der in Biesenthal etwa 400 Fahrgäste zusteigen, in Eberswalde aber rund 4000. "Nirgendwo in Deutschland würde ein Regionalexpress bei täglich 400 Fahrgästen regelmäßig halten", konstatierte er. Das allerdings sahen die Biesenthaler anders. Bei einem regelmäßigen Angebot würden viele nicht das Auto nehmen oder bis Bernau fahren, um dort erst in der RE 3 zu steigen.

Auch Leisters Argumente, dass es den Fernreisenden, etwa von Stralsund oder Angermünde, nicht zuzumuten sei, dass der Zug in Biesenthal halte, zogen bei den Biesenthalern, aber auch Melchowern und Rüdnitzern nicht. Die Lokale Agenda hatte in Vorbereitung der Gesprächsrunde ausgerechnet, dass beispielsweise die Reisenden von Angermünde mit Halt in Biesenthal 56 Minuten bis zum Berliner Hauptbahnhof brauchen, ohne Halt wären es 54 Minuten. Diese geringe Differenz rechtfertige nicht, auf den Halt in Biesenthal zu verzichten. Ebenso wenig wollten man gelten lassen, dass die Fernreisenden wegen der vielen Pendler von Biesenthal nach Berlin keine Sitzplätze finden würden.

Auch dem Versprechen Leisters auf eine noch in der Zukunft liegende Verbindung über den Bahnhof Ostkreuz als Drehscheibe, in dem es künftig Anschlüsse in alle Richtungen gegeben werde, konnte die Runde im Kulturbahnhof nichts abgewinnen. Wenn überhaupt, sei ohnehin frühestens 2016 damit zu rechnen. Ein Bürger wies darauf hin, dass zudem hinter Eberswalde auch an jeder "Milchkanne" gehalten werde, etwa in Britz und Chorin. Von daher sei es umso unverständlicher, dass Biesenthal außen vor bleiben soll.

Dazu wünschte sich Biesenthals Bürgermeister André Stahl, dass die Anstrengungen der Stadt Biesenthal für die Gestaltung des Bahnhofsumfelds und die Schaffung von Parkplätzen von der Bahn auch durch die entsprechende Fahrplangestaltung honoriert werden.

Nicht zuletzt erinnerte Heribert Rustige vom Kulturbahnhof an die Zielstellung, mehr Bürger zum Verzicht auf das Auto und für die Nutzung der Bahnverbindungen zu gewinnen. Die müssten dann auch entsprechend attraktiv sein.

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