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Wenn Seemänner auf Piraten treffen

Korrektur: Karateka Stefan Ganschow leitet seine Schüler an. Vor den Augen der Trainingsgruppe üben die neunjährigen Magnus Frieske und Maurice Kostor, beide tragen den orangefarbenen Gurt. Maurice setzt einen seitlichen Fußtritt an, Magnus verteidigte.
Korrektur: Karateka Stefan Ganschow leitet seine Schüler an. Vor den Augen der Trainingsgruppe üben die neunjährigen Magnus Frieske und Maurice Kostor, beide tragen den orangefarbenen Gurt. Maurice setzt einen seitlichen Fußtritt an, Magnus verteidigte. © Foto: MZV
Matthias Haack / 27.02.2014, 20:19 Uhr
Neuruppin (MZV) Fest ist seine Stimme, sicher der Schritt, aufrecht der Oberkörper. Stefan Ganschow hat sie, diese Ausstrahlung, die einem Karateka so eigen ist.

Am Mittwoch gab der Rheinsberger wieder seine Erfahrungen in Trainingsstunden in der kleinen Sporthalle der Montessorischule in Neuruppin weiter, erst in der Anfängergruppe, dann in der Gelb/Orange-Gruppe und zum Abschluss waren die höher Graduierten während vielfältiger Schrittfolgen auf der Suche nach dem perfekten Stand. "Ich versuche", so Stefan Ganschow zum umfassenden Ziel, "die Karateka fit fürs Leben zu machen." Also selbstbewusste, aber keineswegs arrogante Menschen zu erziehen, die höflich und dennoch bestimmend sind. Ziel sei es, "Eleganz in die Bewegungen des Körpers zu bekommen. Dafür ist Karate ein wunderbares Instrument."

Am kommenden Sonnabend, 1. März, bietet seine Karateschule einen Lehrgang an oder wie er es formuliert, ein "Minitrainingslager". Viermal jährlich wird den Kampfsportlern im Norden Brandenburgs solch einen Raum, um sich untereinander zu messen, sich auszutauschen, zu lernen. Die Karateschule öffnet ihre Tür. Denn neben den gewohnten Trainingspartnern stoßen auch diesmal Karateka aus den Dojos Rheinsberg, Fürstenberg und Lychen dazu. Morgen sind es etwa 60, die ins Neuruppiner Dojo kommen. Eingeteilt in drei Leistungsgruppen sollen Selbstverteidigung mit dem Schwerpunkt Bodenkampf vermittelt werden. "Auch wer schnuppern will, ist herzlich willkommen. Am besten, um 10 Uhr da sein." Wer keinen Karate-Anzug hat, der kann auch ohne kommen, wirbt Ganschow - Träger des dritten Dan.

Er bietet Karate seit 2011 in der Kreisstadt an, mit regem Zulauf. Zweimal pro Woche seien zu empfehlen, um auch im "Sozialverhalten das Wesentliche" mitzunehmen. Er ist eben weitaus mehr als Trainer in einer Sportart. Ruhig und dennoch fordernd mahnte er am Mittwoch die Weißgurte, ihre als Abwehrwaffen gedachten Besenstiele nicht fallen zu lassen und darüber hinaus das Tuscheln einzustellen. Seemann und Pirat ließ er zum Abschluss spielen - also das Abwehren der Angriffe von einem fiktiven Seeräuber, der mal von vorn kommt, dann von links, dann von hinten. Immer wieder korrigierte er die Fuß- und Beinstellung seiner Schüler nach ihren flinken Drehbewegungen auf dem Ballen und den Ausfallschritten. Balance finden und halten. Umgekippt ist keiner seiner Seemänner. Alle angriffswütigen Piraten wurden über die Reling ins Wasser gestoßen. Mit dem Besenstiel zwischen linker und rechter Hand.

Mehr zum Thema: www.karataschule-ganschow.de

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