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Langjährige Diskussion zum Parkplatz am Michael-Jackson-Spielplatz / Amt Neuzelle schlägt Verpachtung vor

Wohnmobile sollen Ratzdorf Geld bringen

Urlaub gratis: Ein Wohnmobil steht auf dem Parkplatz in Ratzdorf. Zahlen müssen die Camper dafür nichts.
Urlaub gratis: Ein Wohnmobil steht auf dem Parkplatz in Ratzdorf. Zahlen müssen die Camper dafür nichts. © Foto: MOZ/Frank Groneberg
Frank Groneberg / 05.03.2014, 07:00 Uhr
Ratzdorf (MOZ) Seit mehreren Jahren wird in der Gemeinde Neißemünde darüber diskutiert, wie die Gemeinde Profit ziehen könnte aus der Nutzung des Parkplatzes am Michael-Jackson-Spielplatz als Stellplatz für Wohnmobile. Denn zwischen Frühjahr und Herbst machen zahlreiche Wohnmobilnutzer in Ratzdorf Station, bleiben über Nacht, manchmal sogar für mehrere Tage. Von Ratzdorf aus erkunden sie die Region, machen Ausflüge nach Guben, Neuzelle oder ins Schlaubetal, radeln über die Oderwiesen und freuen sich darüber, dass das Übernachten auf dem Parkplatz so günstig ist wie nirgendwo sonst: Es kostet sie nämlich keinen einzigen Cent.

In den vergangenen Jahren ist im Ortsbeirat, in der Gemeindevertretung und in den Ausschüssen immer wieder angeregt worden, endlich Gebühren für das Parken der Wohnmobile zu kassieren - passiert ist aber nichts. Nun hat Ratzdorfs Ortsvorsteher Burkhard Pöthke einen neuen Vorstoß gestartet. "Wir reden seit Jahren darüber, wir sollten das endlich realisieren - und wenn es nur 5 Euro pro Nacht sind", sagte er während der jüngsten Sitzung des Finanz- und des Bauausschusses. Und: "Wenn es keine andere Lösung gibt, würde ich auch selbst abends die Gebühren kassieren!" Es sei ja nicht nur so, dass die Gemeinde bares Geld verschenke. "Private Betreiber von Campingplätzen kritisieren schon lange, dass öffentliche Stellplätze kostenlos nutzbar sind", ergänzte er. Thomas Tavernier, Bauamtsleiter im Amt Neuzelle, erklärte: "Wir können gern Gebühren erheben, die Gemeinde müsste das aber beschließen."

Laut Beschilderung ist der Parkplatz nahe der Neißemündung gar nicht für das Abstellen von Wohnmobilen vorgesehen. In diversen Reiseführern wird er aber als Übernachtungsplatz ausdrücklich empfohlen - vor allem, weil es dort auch eine öffentliche Toilette gibt.

Während der Gemeindevertretersitzung informierte Neuzelles Amtsdirektor Hans-Georg Köhler jetzt über die für eine Gebührenpflicht nötigen Voraussetzungen. "Auf dem Parkplatz müssten ein Elektroanschluss sowie Möglichkeiten für die Versorgung mit Trinkwasser und die Entsorgung von Abwasser und Fäkalien geschaffen werden", sagte er. "Wir werden sehen, wie wir das umsetzen können." Die praktikabelste Lösung aus Sicht der Amtsverwaltung wäre, für den Parkplatz einen Pachtvertrag abzuschließen mit einem privaten Betreiber. "Dieser Betreiber könnte dann die Gebühren kassieren und müsste auch für Ordnung und Sauberkeit sorgen", so der Amtsdirektor.

Die Gemeindevertreter werden das Thema weiter verfolgen.

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