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Weber Automotive eröffnen neuen Standort in Bernau / Ehemalige Mitarbeiter bekommen Arbeitsangebot

Millionen-Investitionen bringen Jobs

Hans Still / 05.03.2014, 19:35 Uhr
Bernau (MOZ) Investitionen in Millionenhöhe und neue Arbeitsplätze in Bernau, mit dieser Nachricht überraschte die Firma Weber Automotive. Der Bernauer Standort erfahre eine Aufwertung und werde langfristig auf 275 Mitarbeiter anwachsen, so der Bernauer Werkleiter Wolf Hawlitschek am Mittwoch.

Die Nachricht kommt überraschend, sei aber absolut sicher und zukunftsweisend. "Im Werk in Markdorf werden die Produktionskapazitäten langsam knapp", erklärte gestern Christian Weber, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens. Aus diesem Grund könne die Produktionsstätte in Markdorf nur mit erheblichem Bauaufwand wachsen. Anders sei dies in Bernau, wo auch kurzfristig ausreichend Platz zur Verfügung stehe. Zudem stellte Weber klar: "Unser Firmenstandort in Bernau bei Berlin ist strategisch. Wir investieren hier mit langfristiger Perspektive."

Auslöser der neuesten Expansionspläne sei ein Vertrag mit einem Premiumhersteller. Für den renommierten Automobilkonzern werde Weber Automotive am neuen Standort zunächst Zylinderkurbelgehäuse bearbeiten. Weitere Projekte seien in Planung. Auch für andere Hersteller und Zulieferer sollen in Bernau bald Motoren- und Getriebeteile gefertigt werden. Weber dazu: "Wir führen bereits Gespräche und sind sehr zuversichtlich, dass wir in den nächsten Monaten einige Verträge abschließen werden."

Weber will nun in den nächsten Jahren weitere Millionen Euro investieren und neue Arbeitsplätze schaffen. "Langfristig kann der Standort in Bernau bis auf etwa 275 Mitarbeiter anwachsen", sagt Wolf Hawlitschek, der als Werksleiter von Weber Motor auch die Verantwortung für das neue Werk von Weber Automotive übernehmen wird.

Keineswegs vergessen ist in der Region allerdings der Umstand, dass Weber im Herbst 2013 25 Mitarbeiter entlassen musste, da ein wichtiger Auftrag weggefallen war. "Wir werden diesen ehemaligen Mitarbeitern ein Angebot machen, wieder im Unternehmen anzufangen. Wenngleich wir wissen, dass einige neue Arbeit gefunden haben, wir werden sie ansprechen", so Hawlitschek gestern gegenüber der MOZ. Noch in diesem Jahr würden demnach Mitarbeiter im zweistelligen Bereich eingestellt.

Bei den Investitionssummen nannte der Werkleiter keine genauen Zahlen, vermittelte aber doch einen Eindruck vom Umfang. "Das Volumen wird sich in der Höhe der schon getätigten Investitionen bewegen", formulierte Hawlitschek. Für den Standort Markdorf und die Mitarbeiter dort hätten die Bernauer Investitionspläne übrigens keine negativen Auswirkungen.

Seit Dezember 2012 baut die Weber Motor GmbH in Bernau komplette Motoren und Antriebe, die Unternehmensgruppe investierte bereits etwa 30 Millionen Euro in modernste Fertigungstechnologie. Bei Weber Motor stehen in Bernau derzeit mehr als 60 hochqualifizierte Fachkräfte in Lohn und Brot.

In der Region sorgte die gute Nachricht gestern erwartungsgemäß für positive Reaktionen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sagte: "Ich freue mich über diese Investition. Damit wird die industrielle Substanz der Region stabilisiert und ausgebaut."

Steffen Kammradt, Sprecher der Geschäftsführung der ZukunftsAgentur Brandenburg, geht noch einen Schritt weiter:"Das ist ein weiterer Schub für das Autoland Brandenburg, das sich seit geraumer Zeit überaus positiv entwickelt. Für den Standort Bernau erweitert das die Entwicklungsperspektiven erheblich. Das freut uns für die gesamte Region. Denn diese Investition strahlt über den Landkreis Barnim hinaus."

Zufriedenheit ist auch aus dem Bernauer Rathaus zu vernehmen, aus dem sich gestern Bürgermeister Hubert Handke (CDU) zu Wort meldete: "Dass die Weber Automotive GmbH hier in Bernau einen neuen Standort eröffnet, höre ich als Bürgermeister natürlich sehr gern. Ich freue mich, dass sich die Weber-Firmengruppe damit am Standort Bernau breiter aufstellt, also neben Weber Motor noch ein weiteres Unternehmen der Gruppe nach Bernau kommt. Für unsere Stadt ist das eine gute und wichtige Entwicklung. Noch wichtiger ist aber, dass von dieser Entwicklung beide Firmenstandorte - Markdorf und Bernau - profitieren. Um das Vorhaben umzusetzen, stehen in der Region fachkompetente Partner bereit."

Rüdiger Thunemann, Geschäftsführer der kreislichen Wirtschaftsfördergesellschaft Wito, gehört zu diesen eingeweihten Wirtschaftspartnern. "Es war intern bekannt, dass dieses Projekt in der Pipeline war. Weber Motor hat ja auch immer gesagt, dass sie Bernau nicht aufgeben werden. Wir haben dieses Vorhaben stillschweigend begleitet und freuen uns nun mit dem Standort." Thunemann äußerte die Hoffnung, dass von dieser Investition "segensreiche Wirkungen" für die Region ausgehen mögen. "Ich weiß, an dieser Lösung hat das ganze Mutterhaus der Firma Weber Motor gearbeitet. Ein guter Tag", so Thunemann abschließend.

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Bernauer 05.03.2014 - 22:00:08

Abwarten

So ganz blauäugig würde ich das nicht unterzeichnen. Man könnte mal nachfragen welche Standortvorteile mit der Stadt Bernau vereinbart wurden und inwieweit Subventionen geflossen sind. Hier wird immer über die Zukunft geredet, die realität führte aber zunächst mal zu Entlassungen. Und wenn man die Weber "Produktionsstätten" mal genauer ansieht fragt man sich wann etwas passieren soll. Bisher herrscht dort ja gähnende Leere. Daher sind solche Vorankündigen eher unter Vorbehalt zu geniessen.

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