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Anzeige wegen Tierquälerei: Schafzüchter erneut am Pranger

Der Schafzüchter soll wieder Tiere halten.
Der Schafzüchter soll wieder Tiere halten. © Foto: aktion tier
Patrik Rachner / 14.03.2014, 21:00 Uhr
Seeburg (MZV) Laut Angaben der Organisation "aktion tier" soll ein Schafzüchter in Seeburg, der vom kreislichen Veterinäramt mit einem Tierhalte- und Betreuungsverbot vor wenigen Wochen belegt worden war, rund 320 Schafe und etwa 30 Ziege wurden beschlagnahmt, offenbar weiterhin Tiere halten. Entsprechende Hinweise bestätigte die zuständige Behörde im Havelland. "Wir prüfen das derzeit", sagte Kreissprecherin Caterina Rönnert am Freitag.

Der Tierschutzorganisation zufolge habe eine Seeburgerin erneut beobachtet, wie der Schafzüchter in Begleitung von vier Hunden auf dem ehemaligen LPG-Gelände in Seeburg einen Zaun spannte. Bei den Vierbeinern soll es sich um die Boardercollies und Schäferhunde handeln, die Anfang Februar beschlagnahmt worden sein sollen. Zudem seien neun Schafe sowie drei Lämmer auf dem Gelände entdeckt worden. "Bereits am vergangenen Freitag haben wir das Veterinäramt in Nauen telefonisch sowie per Email informiert, aber bisher noch keine Antwort erhalten", sagte Ursula Bauer von "aktion tier" mit Sitz in Berlin. "Die Frage, wie es sein kann, dass der Schafzüchter wieder im Besitz der angeblich beschlagnahmten Tiere sein kann, wurde ebenfalls nicht beantwortet."

Bereits seit Ende Mai 2013 habe die Tierschutzorganisation "die katastrophale Tierhaltung mehrfach angezeigt". Anfang März ist zudem eine Strafanzeige wegen Tierquälerei bei der Staatsanwaltschaft Potsdam eingereicht worden (AZ: 4123 Js 9475/14). "Bis auf die Knochen abgemagerte Tiere, Berge von Schafskadavern und hochgradig an Räude und Moderhinke erkrankte Tiere" wurden in der Vergangenheit den Angaben zufolge entdeckt. Anfang 2013 hatte das Veterinäramt bereits ein sogenanntes Verwaltungsverfahren eingeleitet. Der Fall wurde demnach zunächst als Ordnungswidrigkeit eingestuft, im Februar dieses Jahres wurde der Schafzüchter jedoch mit einem Tierhalte- und Betreuungsverbot belegt. "Wir hoffen nun, dass das Veterinäramt tätig wird und die Staatsanwaltschaft Potsdam aufgrund unserer Strafanzeige Anklage erhebt, damit diesem Tierhalter endlich dauerhaft das Handwerk gelegt wird", betonte Ursula Bauer. Ob das so kommen wird, werden die Ermittlungen zeigen.

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