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Friedliche Mai-Demo in Hennigsdorf

Gut 140 Teilnehmer zogen auf der 1.-Mai-Demonstration durch Hennigsdorf. Unter ihnen war auch der Gewerkschafter Jan Klimeš aus Hennigsdorfs tschechischer Partnerstadt Kralupy (vorn mit Glatze). Auch Gäste aus Polen nahmen an dem Marsch teil.
Gut 140 Teilnehmer zogen auf der 1.-Mai-Demonstration durch Hennigsdorf. Unter ihnen war auch der Gewerkschafter Jan Klimeš aus Hennigsdorfs tschechischer Partnerstadt Kralupy (vorn mit Glatze). Auch Gäste aus Polen nahmen an dem Marsch teil. © Foto: MZV
Burkhard Keeve / 01.05.2014, 20:38 Uhr
Hennigsdorf (MZV) Gut 140 Menschen haben am Donnerstag an der traditionellen 1.-Mai-Demonstration durch Hennigsdorf teilgenommen. Aufgerufen dazu hatten Gewerkschaften und Parteien.

Nach der friedlichen Demonstration durch die Stadt - angeführt vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hohen Neuendorf - wurden die Töne während der Kundgebung auf dem Rathausplatz rauer.

Zunächst war es Anke Stahl, Vorsitzende des DGB-Kreisverbands Oberhavel, die sich für Arbeitnehmerrechte einsetzte und unter andrem "keine Ausnahmen beim Mindestlohn" forderte. Über die Verhandlungen zu einem Haustarifvertrag bei den Beschäftigten der Turm-Erlebniscity Oranienburg informierte anschließend Sabrina Kletzsch von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Kundgebungsteilnehmer. "Die ersten Gespräche dazu begannen vor einem Jahr, doch wir mussten erst auf die Straße gehen und streiken, damit die Verhandlungen wirklich begonnen werden konnten", sagte Kletzsch. "Jetzt sind wir auf gutem Weg, es hinzubekommen."

Sehr kämpferisch trat schließlich Uwe Diedrich vom Verdi-Bezirk Potsdam-Nordwestbrandenburg auf. Er prangerte die Arbeitsbedingungen bei dem "gewerkschaftsfeindlichen" Online-Händler Amazon in Brieselang (Havelland) und das Ende des Zalando-Lagers in Marquardt bei Potsdam an. Diedrich bezeichnete Zalando "als schamlosen Antragsteller von Fördergeldern", der nach dem Motto agiere: "Abgreifen, Arbeitnehmer ausbeuten und weiterziehen". Für den Gewerkschafter ist es ein "Skandal, dass nur wenige Tage nach der Ankündigung von Betriebsratswahlen" bekannt gegeben wurde, dass das Lager in Marquardt Ende des Jahres schließen wird. Damit seien keine Sozialplanverhandlungen für die Beschäftigten mehr möglich. "Das ist kein Zufall", so Diedrich.

In ganz Deutschland sind laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) am Tag der Arbeit Hunderttausende auf die Straße gegangen.

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