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Kunst im Schatten der Bäume

Buckow: Rot auf Bildern und harte Konturen bei ihren Bronzen zeichnen Sybille Stübers Werke aus.
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Buckow: Rot auf Bildern und harte Konturen bei ihren Bronzen zeichnen Sybille Stübers Werke aus. 14 © Foto: Irina Voigt/MOZ
Irina Voigt / 04.05.2014, 22:43 Uhr
Buckow/Waldsieversdorf/Rehfelde (MOZ) 27 Möglichkeiten, Kunst, Kultur und Künstler hautnah zu erleben, gab es am Wochenende in offenen Ateliers zwischen Müncheberg und Hönow. Die Künstler waren freundliche Gastgeber, die an Meinungen und Gesprächen sehr interessiert schienen.

"Schön, dass man bei solch einer Gelegenheit mal viele Arbeiten auf einmal zeigen kann", sagt Roswitha Schulz. Da seien viel mehr Möglichkeiten, als bei seltenen Personalausstellungen oder einzelnen Leihgaben. So ist die 73-jährige aus Buckow schon zum fünften Mal dabei und öffnet ihr Gartentor weit und einladend, nachdem sie das Grundstück mit ihren Bildern dekoriert hat.

Da sind stille Landschaften zu sehen, traumhafte Stimmungen an der Oder oder gleich in der eigenen Stadt. Aber auch Kinderporträts, die den Blick des Betrachters erwidern. Sie male dicht an der Realität, wobei aber die Farben entscheidend seien, sagt sie. Kreativität hat ihr Leben schon bestimmt, als sie die Kostüme für das Kinder- und Jugendtanztheater Strausberg schneiderte. Mit dem Eintritt in den Ruhestand begann sie mehr zu malen, besuchte auch einen Kurs für Porträtmalerei.

Die Werke von Wilfried Klappprott in Waldsieversdorf sind bekannter. Schließlich stehen sie schon vor dem Grundstück in Waldsieversdorf. Beim Tag des offenen Ateliers aber kann sich der Besucher das ganze Terrain selbst erschließen. Die Winkel, in denen kleine Trolle hausen, die Skulpturen, die überall die Sitzecken bewachen, und die Werkstatt - alles ist an solch einem Tag für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch seine Frau Ingrid freut sich über die zahlreichen Gäste, die den Zutritt durch ihr Kunststübchen nehmen. Dazu gehört am Sonnabend auch Christiane Schierhorn aus Wernigerode. Die auf dem Weg zum sportlichen Lauf durch die Märkische Schweiz kurz Stopp macht, um sich alles anzusehen.

Der Stöbber eilt in seinem Bett gleich neben der Terrasse des Ateliers von Sybille Stüber dahin. Hier, mitten in Buckow, ist die Natur ebenso zu Hause. Die Bilder der ehemaligen Lehrerin erstrahlen in kraftvollem Rot. Die dort gezeigten Figuren haben klare Konturen, die sie mit Hanfschnüren auf der Leinwand noch betont. Aus einigen ihrer Bilder hat sie Skulpturen weiterentwickelt, die in Bronze gegossen sind. Genaues Hinschauen lohnt sich, denn dann erkennt der Betrachter Gedichte, die darauf verewigt sind. "Wenn man einmal in Bronze angefangen hat, dann ist das wie ein Sog", erklärt Sybille Stüber, bevor sie ihre Gäste zu einer Pause bei Kaffee und Kuchen mit Blick auf den Stöbber einlädt. Nur wenige Meter entfernt hat Christine Pfundt ihre Keramikwerkstatt und ihren Laden im Roten Haus. Neben allem Schönen auch zum alltäglichen Gebrauch erfahren hier die Besucher bei Interesse auch Details zum Brennen und der Kraft des Ofens in der Werkstatt.

Livemusik dringt durch den Wald in der Eisenbahnstraße in Rehfelde. Sie lockt sogar eine Wandergruppe vom Weg ab aufs Grundstück. Dort erfreuen sie sich an den klaren und offenen Bildern von Carsten Paschwitz, bevor sie auf ihren Waldweg zurückkehren. Der 49-Jährige, der Polygrafie studierte, hat von Anbeginn seiner Berufstätigkeit in Druckereien mit den dort zur Verfügung stehenden Farben und Materialien experimentiert. Das allerdings ohne den üblichen Pinsel. Mit dem bloßen Finger trägt er die Farben auf die Leinwand auf und empfindet so ganz offensichtlich den sanften Formen seiner Gebäude und Landschaften nach, die darauf entstehen. Mit einem Bild hat der Rehfelder sich für den Brandenburger Kunstpreis 2014 in Neuhardenberg beworben.

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