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Granseer Bürgermeister-Kandidaten diskutieren am Strittmatter-Gymnasium mit Erstwählern

Premiere in der Schule

Lockeres Auftreten: Die Granseer Bürgermeister-Kandidaten Bernd Guth (links) und Mario Gruschinke stellten sich am Montag Fragen von etwa 20 Gymnasiasten.
Lockeres Auftreten: Die Granseer Bürgermeister-Kandidaten Bernd Guth (links) und Mario Gruschinke stellten sich am Montag Fragen von etwa 20 Gymnasiasten. © Foto: MZV
Jürgen Liebezeit / 20.05.2014, 05:29 Uhr
Gransee (zeit) Erstmals konnten Erstwählerinnen und Erstwähler des Strittmatter-Gymnasiums in Gransee im Vorfeld der Kommunalwahlen am kommenden Sonntag die Kandidaten für das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeister befragen. Bernd Guth (parteilos) und Mario Gruschinske (SPD) stellten sich den Fragen der 16-Jährigen aus der Stadt und den umliegenden Orten. "Das ist eine Premiere für unsere Schule", freute sich Geschichtslehrer Uwe Zietmann, dass beide Bewerber der Einladung am Montagvormittag gefolgt sind.

Guth und Gruschinske sind an der Schule keine Unbekannten. Der 58-jährige Musikladen-Inhaber Guth betreut am Gymnasium die Arbeitsgruppe "Veranstaltungstechnik", der 29-jährige Gruschinske hat vor gut zehn Jahren selber am Gymnasium sein Abitur bestanden. Zudem engagierte er sich damals als Schulsprecher. Auch der Sozialdemokrat betreute an der Schule eine Arbeitsgruppe ("Faszination Psyche").

Inhaltlich konnten die Jugendlichen nur schwer Unterschiede erkennen. So sind sich beide Bewerber beim Thema Asylbewerberheim in Gransee relativ einig. Beide bezeichneten es als richtig, Flüchtlingen eine Unterkunft zu gewähren und sie zu integrieren. Kritisiert wurde allerdings, dass die Entscheidung, wie und wo die Menschen untergebracht werden, im Vorfeld nicht mit den Anliegern besprochen worden sei. "Das ist ein Manko", verdeutlichte Gruschinske und bekam Zuspruch vom Gegenkandidaten. Beide begreifen den Aufenthalt von Asylbewerbern auch als Chance, voneinander zu lernen. So könnten an Schulen interkulturelle Veranstaltungen organisiert werden.

Bei Themen, die speziell Jugendliche interessieren könnten, lagen die beiden Kontrahenten nicht weit auseinander. So wollen beide das Kloster retten und mit neuem Leben erfüllen, das Bahnhofsgebäude reaktivieren und junge Menschen motivieren, sich für die Stadt zu engagieren.

Sowohl Guth als auch Gruschinske versuchten erfolgreich, sich verständlich - also ohne Politikerphrasen - für junge Menschen auszudrücken, ohne sind sprachlich anzubiedern.

Einzige auszumachende Kontroverse war die Kritik Guths an die Plakatierung seines Konkurrenten. "Ich nenne das plakative Umweltverschmutzung", sagte er mit Blick auf die Zahl der Konterfeis Gruschinskes, die an den Laternenmasten hängen. Gruschinske nahm den Ball dankbar auf und verteidigte seine Werbung in eigener Sache. "Ein Bild kann helfen, um bekannter zu werden." Guth, der vielen Jugendlichen aus der Musikszene bekannt ist, hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sich als "Psychologe hintern Ladentisch" bezeichnete. Damit spielte er auf den Beruf seines Mitbewerbers an. Gruschinske arbeitet bei der Brandenburger Polizei als Psychologe. Er ging nicht weiter auf das Wortspiel von Guth ein.

Verzichtet wurde nach der Diskussionsrunde auf eine geheime Testwahl. Auch auf Nachfrage wollten sich einige Schüler nicht zu ihrem Favoriten äußern.

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