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Autocross in Biesenthal verlangt den Fahrern alles ab / Kelvin Kluck gewinnt alle seine Rennen / Danny Giese übersteht Überschlag

Ein Hauch von Benzin liegt in der Luft

Nicht einzuholen: Kelvin Kluck fuhr bei allen Rennen an der Spitze des Feldes.
Nicht einzuholen: Kelvin Kluck fuhr bei allen Rennen an der Spitze des Feldes. © Foto: MOZ/Britta Gallrein
Britta Gallrein / 12.06.2014, 20:58 Uhr
Biesenthal (MOZ) Kelvin Kluck ist der große Gewinner des Autocross 2014 in Biesenthal. Bei tropischer Hitze fuhr der erst 20-Jährige vom Gastgeberteam MC Klosterfelde in allen seinen Rennen zum Sieg.

"Naja, er hat schon ein bisschen was abgekriegt", sagt Steve Moldenhaupt mit Blick auf die vielen Beulen auf der Motorhaube seines Renault 19. Der Bernauer geht in der Serien-Tourenwagen Klasse fünf an den Start. Hier dürfen nur originale Fahrzeuge auf die Strecke. Frisieren ist nicht. Der Renault 19 hat 135 PS unter der Haube - mit denen fahren die Fahrzeuge auch im Straßenverkehr. Außer dem Motor ist allerdings sonst nichts mehr original an dem Auto. Von innen ist es komplett entkernt. Sitze und Verkleidung sind verschwunden, statt dessen ist ein spezieller Renn-Fahrersitz eingebaut und ein neues, kleines Armaturenbrett. Die Scheiben wurden durch bruchsicheres Markalonglas ersetzt, einem speziellen Kunststoff, der nicht splittert. Das Wichtigste ist jedoch die Sicherheitszelle, liebevoll von den Fahrern "Käfig" genannt, ein kompletter Stahlrahmen, der den Fahrer bei einem Zusammenstoß oder einem Überschlag davor schützt, im Fahrzeug zerquetscht zu werden.

Im Fall von Steve Moldenhaupt hat das sehr gut funktioniert. Am ersten Renntag leistete er sich einen kleinen Fehler, der in dem lockeren Untergrund dazu führte, dass sich sein Auto überschlug. "Mir tut der Nacken ein wenig weh, aber ansonsten ist alles ok", zieht der bullige Bernauer eine Bilanz des Unfalls.

Keine Frage, Autocross-Fahrer sind harte Knochen. Und nicht nur wegen der Temperaturen, die sie in ihrem Auto ertragen müssen. Draußen zeigt das Thermometer 35 Grad an. Die Rennfahrer müssen trotzdem ihre feuerfesten Spezial-Anzüge, dicke Stiefel und einen Helm tragen. Sicherheit geht vor. Wie warm es unter seinem Rennanzug ist, will Steven Moldenhaupt lieber nicht so genau wissen. Er selber kam vor zwei Jahren zum Motorsport. "Freunde haben mich vorher schon immer mitgenommen. In dem Jahr fiel ein Fahrer aus, da bin ich kurzfristig eingesprungen." Zwei Tage vor dem Rennen kaufte er sich ein Auto und baute es komplett als Rennwagen um. Und er blieb dabei.

Die Serien-Tourenwagen-Klasse sei noch bezahlbar, sagt er. Die Autos bekommt er oft über Anzeigen. "Wir nehmen dann alte Autos, die zum Beispiel nicht mehr durch den TÜV kommen. Die Marke ist ganz egal, es muss nur ein serienmäßig zugelassenes Auto sein."

10 000 bis 15 000 Euro investieren die Fahrer in den Umbau der Fahrzeuge, die von den Rennkommissaren abgenommen werden müssen.

In Biesenthal ging es um die Rennserie des Interessengemeinschaft Lausitzring (ILP). Sieben Rennen müssen Fahrer absolvieren, Biesenthal war die vierte Station.

Kelvin Kluck vom MC Klosterfelde war nicht zu schlagen. Der junge Fahrer gewann alle seine Rennen und führt nun die Meisterschaft in der Klasse Serientourenwagen bis 1600 ccm an. Ebenso René Schöffel. Nach einem Antriebsschaden im Zeittraining siegte er in allen Läufen und führt in seiner Klasse (Supertourenwagen Allrad) ebenfalls die Wertung an.

Einen Unfall hatte der Klosterfelder Danny Giese. Nach einem Zusammenstoß mit einem Konkurrenten überschlug er sich fast dreimal mit seinem Wagen. Er blieb zum Glück unverletzt, für ihn war jedoch das Rennwochenende damit beendet. Das neue Teammitglied Jens Bastian erreichte mit Platz drei einen Podest-Platz. Steve Moldenhauer fuhr sich nach seinem Überschlag noch ins Mittelfeld. Jerome Steinicke und Uwe Wagner hatten technische Probleme mit ihren Fahrzeugen und blieben somit chancenlos auf vordere Platzierungen.

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