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Baby-Löffel für Amerika

Demnächst aus Strausberg: Steffen Mirtschin zeigt eine Packung "Spuni"-Baby-Löffel, die mit amerikanischen Partnern entwickelt wurden.
Demnächst aus Strausberg: Steffen Mirtschin zeigt eine Packung "Spuni"-Baby-Löffel, die mit amerikanischen Partnern entwickelt wurden. © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 23.06.2014, 23:00 Uhr - Aktualisiert 24.06.2014, 14:05
Strausberg (MOZ) Der Umzug läuft: In diesen Tagen wechselt die Hermann Römmler Kunststofftechnik GmbH von Rehfelde nach Strausberg. Anfang Juli soll er abgeschlossen sein. Dann will sich das Unternehmen auch mehr als "Inkubator" für Start-up-Firmen betätigen.

Noch ist die große Halle auf dem Gewerbegebiet Nord ziemlich leer. Erst wenige Maschinen sind montiert und getestet. Im künftigen Großraumbüro stehen die ersten Möbel und Telefone. Vor der Halle wird noch gepflastert. "Es läuft alles nach Plan", verkündet Steffen Mirtschin, einer der geschäftsführenden Gesellschafter, der inzwischen in Strausberg sitzt. Seit Mai laufe der Umzug, am 4. Juli solle der Betrieb Rehfelde komplett verlassen haben, verkündet er.

1,5 Millionen Euro hat Römmler in die neue Halle neben dem Stammsitz der Lebenshilfe investiert - zum größten Teil kreditfinanziert. Sie biete nicht nur genügend Platz, um die beiden Betriebsteile aus Rehfelde an einem Standort zu vereinen. Zugleich sinken die Betriebskosten durch Eigenenergieerzeugung und bessere Wärmedämmung. Und mit rund 15 Prozent mehr Platz als nötig bietet das neue Objekt noch Spielraum für die Zukunft. "Unser Ziel ist nicht in erster Linie Wachstum und Umsatz, sondern Effizienz", erklärt der Chef. Technik habe man keine neue angeschafft. "Da haben wir genug an Bord", sagt er.

Darüber hinaus ist der neue Standort auch geeignet für die Zukunftspläne der Firma. Denn das 30-Mann-Unternehmen will weg vom Image als reiner Zulieferer von Kunststoffteilen für die verschiedensten Verwendungen - von der Automobil- und Bahnindustrie über Sanitärbereich und Maschinenbau bis hin zu Sicherheits- oder Lebensmitteltechnik. In der Medizintechnik ist das Unternehmen inzwischen als Produzent eingestiegen, hat mit schwedischen und englischen Partnern „intelligente Kappen“ für Insulinpens auf den Markt gebracht, der die Zeit seit der letzten Infusion anzeigt. Das Gerät hat gerade die Zulassung für die USA bekommen, werde weltweit vertrieben, berichtet der 47-Jährige. Um in der Medizintechnik "einen größeren Schritt" gehen zu können, werde am neuen Standort ein Reinraum eingerichtet.

Ebenfalls auf den Markt gebracht wurde mit Designern aus Amerika ein spezieller Baby-Löffel. "Spuni", wie das für Kleinkinder bei der Umstellung vom Stillen auf andere Kost gedachte und für den Red-dot-Designpreis nominierte Kunststoffteil heißt, werde ebenso wie die Verpackung von Römmler produziert und inzwischen über Amazon und BabyartikelKetten in den USA vertrieben.

Um derartige Ideen zu verwirklichen, bietet Mirtschin kreativen Köpfen in Berlin beispielsweise aus den Beta-Häusern in Kreuzberg Unterstützung seiner Firma an. Die bekämen dann bei Römmler einen Platz zum Arbeiten, Maschinenkapazitäten und jede nötige Unterstützung. Sofern er selbst überzeugt ist, dass sich die Konzepte auf dem Markt umsetzen lassen. Zwei Gründern pro Jahr könne man so unter die Arme greifen. Hier sieht der Chef zugleich Chancen für die Zukunft.

Und er hofft, dass die Ansiedlung industrieller Arbeitsplätze im Gewerbepark Nord vielleicht noch die eine oder andere Firma nachzieht. Von der Stadt und der Bürgermeisterin sah er sich jedenfalls gut unterstützt, auch gegen den einen oder anderen "Bedenkenträger". Den avisierten 20-Minuten-Takt der S-Bahn nach Strausberg-Nord hält er ebenfalls für hilfreich: Der erleichtere die Anfahrt von Kunden.

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