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Interview mit Sänger und Schauspieler Axel Prahl über neue Projekte, seine wahre Fußballleidenschaft und das "Inselleuchten"

"Eine Orchidee vor dem Eingehen gerettet"

Frontmann des "Inselleuchtens": Axel Prahl setzt sich mit seinem Namen und seiner Kunst voll für das Festival in Marienwerder ein.
Frontmann des "Inselleuchtens": Axel Prahl setzt sich mit seinem Namen und seiner Kunst voll für das Festival in Marienwerder ein. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Hans Still / 09.07.2014, 06:52 Uhr
Marienwerder (MOZ) über Marienwerder. Mehrere Jahre lang wohnte er in dem beschaulichen Ort am Finowkanal. Hans Still sprach mit ihm über neue Projekte, seine wahre Fußballleidenschaft und natürlich über das Festival "Inselleuchten".

Herr Prahl, als Tatort-Kommissar Frank Thiel erleben die Zuschauer Sie als großen St. Pauli-Fan. Wie groß ist Ihre Leidenschaft für den Fußball wirklich?

Mit dem Begriff Fan habe ich eigentlich einige Schwierigkeiten, weil das schnell nach Fanatismus klingt. Ein richtiger Fan richtet sein Leben nach seiner Mannschaft aus. Das würde ich nie tun. Aber ich finde Fußball gut, und Pauli passt auch. Ich bin in Neustadt in Schleswig-Holstein aufgewachsen und habe somit auch öfter das Stadion am Millerntor besucht.

Sie leben heute in Berlin, haben aber davor einige Jahre lang in Marienwerder gewohnt und quasi gewurzelt ...

Richtig, ich habe in Marienwerder einige schöne Jahre verbracht. Ich glaube, das war von 2003 bis 2010. Insofern hat das Festival "Inselleuchten" für mich die Bedeutung eines Familienfestes. Ich habe hier viele Bekannte und Freunde, wir sind über Jahre zusammengewachsen.

Als Moderator sind Sie der Frontmann des Festivals. Eine Moderation, wie sie überall stattfinden könnte?

Nee, das ist die einzige Moderation, die ich mache und machen würde. Ich versuche, das hier einigermaßen kurz und bündig zu gestalten. Ich sage den Leuten Hallo und guten Weg, manchmal fällt mir auch was Lustiges ein. Gekommen ist das ja alles durch den Umstand, dass das Festival in der Vergangenheit über Jahre defizitär war. Wir haben dann den Verein Kulturreich Barnim gegründet, auch mit der Hoffnung, Förderungen zu bekommen. Tatsächlich wurden sogar einmal 2000 Euro Förderung bewilligt. Freundlicherweise ist aber der Rundfunk Berlin-Brandenburg eingestiegen. Dafür sind wir noch heute dankbar, sonst wäre wohl die Orchidee, die hier wächst, längst eingegangen.

Axel Prahl ohne Gitarre wäre für die Festivalbesucher undenkbar. Aber wie kommt es eigentlich, dass Schauspieler wie Anna Loos, Jan Josef Liefers und auch Sie das Singen entdecken und auch auf Tournee gehen?

Der Eindruck könnte schon aufkommen, dass nun sämtliche Schauspieler auch noch singen müssen. Tatsächlich aber ist es so, dass die Schauspielerei wahnsinnig viel mit Musik zu tun hat. Fast jeder Schauspieler beherrscht ein Instrument. Wenn man sich beispielsweise in andere Dialekte einarbeiten will, bietet sich über die Musik und die Texte eine hervorragende Brücke.

Die Musik ist also mehr, als nur eine Laune?

Unbedingt. Meine Mutter spielte Akkordeon, irgendwann kaufte sie ein Klavier, auf dem ich herumklimpern konnte. Ich war im Kirchenchor, lernte klassische Gitarre, spielte mit Freunden Irish Folk und später Jazz. Mit der Combo "Impuls" waren wir im NDR-Radio, und irgendwann musste ich mich entscheiden, ob ich Musiker oder Schauspieler sein will.

Was gab den Ausschlag?

Am Theater bekam ich als Schauspiel-Eleve einen Vertrag für monatlich 1000 D-Mark. Also habe ich mich, Gott sei Dank, für das Schauspiel entschieden.

Aktuell stehen wieder Konzerte mit Ihrem "Inselorchester" an...

Richtig. Wir hatten im vorigen Jahr knapp 40 Auftritte und ähnlich viele Konzerte sind auch in diesem Jahr geplant. Wir haben zwei CDs herausgebracht. Einmal "Blick aufs Mehr" und eine Live-CD mit Mitschnitten von der Berliner Volksbühne und Auftritten in Worpswede und Salzburg. Neben dem Inselorchester gibt es noch eine Spielgemeinschaft mit dem Regisseur Andreas Dresen. Wir spielen Stücke von Rio Reisen und Gerhard Gundermann.

Und Sie haben sich vor Jahren eine Harley, eine Sportster, gekauft. Wie geht es der Maschine?

Na ja, die Harley stand leider nur rum, und da habe ich sie dann doch wieder verkauft. Sie wird ja in der Garage auch nicht besser.

Als Schauspieler kennen die Zuschauer Sie in vielen Rollen, nicht nur als Tatort-Kommissar Frank Thiel. Aber natürlich will jeder wissen: Wann sind Sie wieder mit Professor Boerne, alias Jan Josef Liefers, zu sehen?

Der aktuelle Vertrag ist mit dem Dreh zum Film "Mord ist die beste Medizin" abgearbeitet. Der soll im Herbst zu sehen sein. Wir befinden uns augenblicklich in Vertragsverhandlung zu weiteren Folgen und ich hoffe natürlich, dass es mit Thiel und Boerne weitergeht.

Woran arbeiten Sie, wenn Sie nicht in Marienwerder moderieren?

Der Kinderkrimi "Rico, Oscar und die Tiefenschatten" ist gerade fürs Kino abgedreht worden. Im Film geht es um ein hoch- und ein tiefbegabtes Kind, die merken, dass sie einander helfen können. Und es gibt mit "Harms" einen echten Gangsterfilm, in dem auch Heiner Lauterbach mitspielt. Wer dieses Genre mag, wird den Film lieben. Für das ZDF habe ich in "Die Mutter des Mörders"(Arbeitstitel), einen Busfahrer gespielt und ich werde mit dem Ankerherz-Verlag ein Buch mit den spannenden Geschichten echter Kapitäne herausgeben. Der Titel wird "Wilde Welle" sein.

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