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Wegen der Arbeiten am denkmalgeschützten Bauwerk bis zum November Schienenersatzverkehr

Viadukt Glienicke wird saniert

Eine technische Herausforderung: Der Projektleiter für Anlagenplanung der DB Netz AG Mario Dambrowsky (links) und Bauüberwacher Andreas Krause (PUS GmbHs Berlin) schauen sich vor dem imposanten Viadukt die Bauzeichnung an.
Eine technische Herausforderung: Der Projektleiter für Anlagenplanung der DB Netz AG Mario Dambrowsky (links) und Bauüberwacher Andreas Krause (PUS GmbHs Berlin) schauen sich vor dem imposanten Viadukt die Bauzeichnung an. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Iris Stoff / 19.07.2014, 09:45 Uhr
Glienicke (MOZ) Es ist das einzige Viadukt in Brandenburg und steht unter Denkmalschutz. Wegen Bauschäden muss die 1897/98 errichtete, im Krieg zerstörte und 1949 wieder aufgebaute Eisenbahnbrücke bei Glienicke nun saniert werden. Bis zum 3. November gibt es deshalb zwischen Wendisch Rietz und Lindenberg Schienenersatzverkehr.

"Das ist eine technische Herausforderung", sagt Mario Dambrowsky. Der Projektleiter von der Deutsche Bahn Netz AG und seine Mitarbeiter haben die Planung für die Sanierung des Viaduktes erarbeitet. Seit Montag sind nun Spezialisten von der Firma Königbau aus dem sächsischen Kesselsdorf hier bei der Arbeit. Das imposante Bauwerk mit seinen vier Bögen ist fachgerecht eingerüstet, eine Baustraße wurde angelegt. Schwellen und Schienen sind bereits rückgebaut, die alte Wanne des Gleisbettes ausgekoffert. Die gesamten Arbeiten werden hier knapp vier Monate in Anspruch nehmen. Bis zum 3. November ist vom Streckenbetreiber ODEG ein Schienenersatzverkehr zwischen Wendisch Rietz und Beeskow eingerichtet.

Mario Dambrowsky erklärt, warum die Arbeiten so lange dauern: "Das Viadukt steht unter Denkmalschutz, es müssen entsprechende Auflagen erfüllt werden, ebenso in Sachen Naturschutz." Zunächst müsse der alte Überbau am Viadukt mit einer Gesamtlänge von 81,40 Metern auf einer Höhe von etwa 20 Metern schonend zurückgebaut werden, um das Haupttragwerk aus Ziegelmauerwerk nicht zu beschädigen. "Anschließend wird das lose Schüttgut aus dem Viadukt entfernt und durch Füllbeton ersetzt", zählt der Projektleiter weitere Arbeitsschritte auf. "Dieser kann nur in einzelnen Langen eingebracht werden, da sonst der Druck zu groß wäre. Erst wenn die definierte Höhe erreicht ist kann mit dem Auftragen der 66 Betonfertigteile des neuen Überbaus begonnen werden." Bis dann die neuen Schwellen und Schienen verlegt werden können, sind noch verschiedene weitere Arbeitsschritte erforderlich. Der neue Überbau soll dann verhindern, dass Feuchtigkeit in das Bauwerk eindringen kann, welche im Frost-Tauwechsel zu großen Schäden führen würde.

Die Sanierung des Viaduktes ist der größte Brocken im Rahmen der Bauarbeiten auf der Regionalbahnstrecke 36 in diesem Jahr. So soll auch die leidige Langsamfahrstelle 700 Meter vor dem Viadukt durch den Einbau einer Schutzschicht sowie durch Bodenverbesserung mit Bodenaustausch beseitigt werden. Durch den Umbau von Sicherungstechnik soll der Bahnhof in Storkow insgesamt durchlässiger werden. Dafür wird vom 1. bis 3. November die Streckensperrung bis Storkow ausgedehnt. In Wendisch Rietz wird ein so genannter Streckenblock nachgerüstet. Dieser sorgt dafür, dass auf einem Streckengleis mehrere Züge im festen Raumabstand zueinander fahren können. Fahrgäste in Storkow werden zudem von der Grunderneuerung des Bahnsteiges am Gleis 2 profitieren.

Für die Bahnfahrer soll es nach Abschuss der hier genannten Maßnahmen eine Verringerung der Fahrzeiten geben, heißt es. Bis dahin müssen sie sich in Geduld üben und mit dem Schienenersatzverkehr arrangieren.

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