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Mit vollem Einsatz gegen Rechts

Steht vor dem Aus: Die von Utopia betriebene "Garage" in der Berliner Straße 24 wird vor allem für die Kulturarbeit des Vereins genutzt, hier finden Konzerte und Lesungen statt. Janek Lassau sucht jetzt mit anderen Mitgliedern nach einer Alternative.
Steht vor dem Aus: Die von Utopia betriebene "Garage" in der Berliner Straße 24 wird vor allem für die Kulturarbeit des Vereins genutzt, hier finden Konzerte und Lesungen statt. Janek Lassau sucht jetzt mit anderen Mitgliedern nach einer Alternative. © Foto: René Matschkowiak
Martin Stralau / 20.07.2014, 07:23 Uhr - Aktualisiert 20.07.2014, 07:24
Frankfurt (MOZ) In einer Serie stellt der Stadtbote jede Woche einen Frankfurter des Jahres vor. Das können Menschen sein, die ehrenamtlich aktiv sind oder auf andere Weise etwas Besonderes vollbracht haben. Fürs Foto posieren sie auf einem roten Sessel.

"Ich will die Welt zu einem besseren Ort machen. Das ist die Triebfeder meines Lebens", sagt Janek Lassau. Sätze, die manch einer nur als leere Parolen heraushaut, darf man dem 30-Jährigen ruhig abnehmen. Seit fast acht Jahren engagiert er sich bei Utopia, einem Verein in der Berliner Straße, der sich seit seiner Gründung vor mehr als 15 Jahren der antifaschistischen und antirassistischen Jugend-?, Bildungs-? und Kulturarbeit widmet. In seiner Funktion als Sprecher von Utopia und des Aktionsbündnisses "Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)", ruft Lassau zu Gegendemonstrationen auf, wenn rechte Parteien oder Gruppierungen mal wieder durch die Stadt marschieren wollen und prangert auch sonst öffentlich an, wenn rassistisches Gedankengut in der Stadt verbreitet wird oder Übergriffe von Nazis stattfinden.

Zum Verein stieß der gebürtige Berliner im Herbst 2006, kurz nach Beginn seines Studiums der Kulturwissenschaften an der Viadrina. "Damals gab es eine Studentenkneipe, die Grotte, das heutige Basswood 7. Die wurde oft von Nazis genutzt. Zusammen mit vielen anderen wollte ich nicht akzeptieren, dass solche Leute in diesen offiziellen Studentenclub kommen", sagt Lassau. Kurzerhand organisierte er mit anderen ein Konzert gegen Rechts und eine Ausstellung über rechte Gewalt in Frankfurt. "Dass das Konzert von mehreren Nazis angegriffen wurde, hat mir als damaligem Neu-Frankfurter nur noch mehr gezeigt, wie wichtig es in dieser Stadt ist, sich gegen Rechts zu engagieren", blickt Lassau zurück. Und es hat sich gelohnt, wie er zufrieden feststellt. "Durch das Engagement von Utopia und des Bündnisses haben wir dafür gesorgt, dass die Nazis in Frankfurt nicht mehr so gut organisiert sind. Wir stören sie, weil wir konsequent sind und auch viele kleine Vorfälle immer bei der Polizei angezeigt haben."

Utopia ist für Janek Lassau zur Heimat geworden. "Für mich war der Verein der ausschlaggebende Punkt, warum ich in Frankfurt geblieben bin. Hier habe ich das politische und soziale Umfeld, das ich brauche, hier habe ich meinen Platz gefunden", sagt er. Umso trauriger ist er, weil er nicht weiß, wie es mit dem Verein weitergeht. Zum 30. September ist der Mietvertrag mit der "Garage" gekündigt worden, einem Clubraum in der Berliner Straße. "Der Vermieter wollte mehr als das Doppelte haben, das können wir nicht aufbringen", sagt Lassau.

Tragisch ist das vor allem deswegen, weil in der "Garage" Lesungen, Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden, mit deren Erlösen Utopia seine vielfältigen Aktivitäten finanziert: Beispielsweise die Bildungsarbeit, bei der Frankfurter Jugendliche über die Themen Neonazismus und Flüchtlingspolitik aufgeklärt werden und darüber diskutieren, wie eine gerechtere Gesellschaft entstehen kann. Aber auch die Flüchtlingsberatung und die Beratung für Opfer rechter Gewalt im Kontaktladen des Vereins. "Ein schwerer Schlag ist das Ende der Garage aber auch, weil sie ein Schutzraum für alle bietet, die von Rassismus oder Neonazismus betroffen sind", erklärt Lassau. "Hier können auch Flüchtlinge entspannt feiern, die sich sonst nicht in Diskotheken trauen."

Zusammen mit anderen Utopia-Mitgliedern arbeitet Lassau daran, einen Nachfolger für die "Garage" zu finden. Als anerkannter Träger der Jugend- und Sozialarbeit hofft der Verein auf eine Erhöhung der Förderung durch die Stadt und auf ein Gebäude, für das im Idealfall keine Miete mehr gezahlt werden muss. "Wir wollen eine langfristige finanzielle Grundlage schaffen, damit wir in zwei Jahren nicht wieder vor dem gleichen Problem stehen. Dafür brauchen wir die Unterstützung von vielen Menschen, die auch der Ansicht sind, dass eine funktionierende Demokratie starke zivilgesellschaftliche Akteure wie uns braucht", sagt Lassau.

Er ist fest entschlossen, mit Utopia und dem Aktionsbündnis gegen Rechts in Frankfurt weiterhin alles für seine Maxime zu geben, nämlich die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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Edeltraud Lademann 20.07.2014 - 12:48:50

Gesetzte und deren Umsetzung sollten auf dem Gleichheitsgrundsatz beruhen

Die "Kämpfer"? gegen "Rechts"? haben durchgesetzt, gegen die rechtmäßige Forderung ( gemäß dem Gleichheitsgrundsatz) der ehemaligen Ministerin Kristina Schröder/ CDU (amtierend bis Dezember 2013), dass sie nunmehr keine Unterschrift mehr leisten müssen, sich auf dem Boden des Grundgesetzes zu verhalten für die Inanspruchnahme von Fördergeldern für ihre Aktivitäten, bzw. dies schon mit deren Beantragung zu versichern. Das Programm gegen Linksextremismus wurde von ihrer Nachfolgerin gestrichen. Für Vereine "gegen Rechts" genügt jetzt die Behauptung, demokratisch zu sein. Hat man je schon davon gehört, dass es aus den Reihen von sich moralisch als hoch anständig fühlenden linken Vereinen Stimmen gegeben hat gegen linksextremistische Straftaten?

gutmensch 20.07.2014 - 11:52:39

@demokrat

ihre schlussfolgerungen sind fuern a...! darueber gibt es millionen geschriebener seiten. vielleicht sollten sie sich erstmal damit auseinandersetzen, bevor sie von logik reden. wenn sie recht haetten, braeuchten wir auch keine gesetze. man muesste dann naemlich jeden diebstahl tolerieren, nur weil es einfach so ist. und warum sollte ich leute tolerieren, die mich am liebsten tot sehen wuerden? und demokrat sind sie keineswegs!

Frank 20.07.2014 - 11:49:17

genauso ist es

hier fordert jemand unter falschem Nickname auf, nicht mehr unter falschem Nickname zu posten. Zuvor ruft ein in Toleranz gebadeter Doppelplus-Bessermensch auf, intolerant zu sein - gegenüber Leuten, die er selbst als intolerant definiert. Langsam glaubt man, Links-Sein ist bei manchem zu einer Geisteskrankheit geworden.

Demokrat 20.07.2014 - 11:39:07

Logik

"wer intolerant ist, braucht nicht auf die toleranz der vernuenftigen hoffen. " Wenn sie etwas logisch denken können, erkennen sie sofort: Wenn es gegen sog. Intollerante geht, dürfen auch die "Toleranten" intollerant sein. Daraus folgt aber logisch, dass die "Toleranten" selber Intolerante sind, also kein Stück besser als die Bekämpften. Da sie sich selbst aber als moralisch besser und eben als tolerant bezeichnen, verstoßen sie gegen ihre eigenen grundsätze und sind somit kein Stück (moralisch) besser als die sog. "Intolleranten". Im Gegenteil sie sind zusätzlich noch fasch und verlogen.

gutmensch 20.07.2014 - 11:22:08

@gutmensch

silione hatte ja auch recht. heute sind die nazis komischerweise gegen faschisten, aber natuerlich nur gegen die im ausland...und natuerlich nur aus reiner pr. wer intolerant ist, braucht nicht auf die toleranz der vernuenftigen hoffen. das rumgejammere der nazis ist daher mehr als erbaermlich!

Gutmensch 20.07.2014 - 11:10:08

Diskussion statt Diffamierung

frei nach H. Göring: "Wer rechts ist, das entscheiden wir!" Fein Antifa, ganz feine rote Nazimethoden, wie Silione richtig sagte, "die neuen Faschisten werden sagen, wir sind die Anti-Faschisten"

Beeskower 20.07.2014 - 11:06:29

Für Demokratie und Meinungsvielfalt!!!

"Als anerkannter Träger der Jugend- und Sozialarbeit hofft der Verein auf eine Erhöhung der Förderung durch die Stadt und auf ein Gebäude, für das im Idealfall keine Miete mehr gezahlt werden muss. " Ich hoffe das die Frankfurter Bevölkerung gegen diesen utopischen Verein und seine Forderungen demonstriert und vorgeht. Wer ganze Bevökerungsgruppen diskriminiert, Meinungen verbieten will und sogar Kinder politisch indokriniert, darf in einer Demokratie keinen Platz finden. Die Gefahr, dass sich unter solchen Vereinen (gewaltbereite) Linksextremisten befinden und finanziell gefördert werden ist sehr groß. Da werden die "roten Nazis" regelrecht herangezogen und das auf dem Gebiet der Ex-DDR, wo diese schlimme Verbrechen begangen haben. Wer eine legitime demokratische Partei wie die AfD als rechts diskriminiert, also ohne Disskussion verfolgen und verbieten will, ist kein Demokrat sondern ein Linksextremist, und Antidemokrat. Das muss immmer und immer wieder gesagt werden, denn die Antifa ist das rote Pendant zur extremen Neonaziszene.

LUWIGAL 20.07.2014 - 10:52:15

@BEESKOWER

Auch AFD Wähler sind rechts ! Die gegen Flüchtlinge sind das sind auch Nazis! Asylmissbrauch wird gerne von solchen Leuten benutzt. Sowas gibt es nicht in Deutschland. Das ist nur Ablenkung von diesen paar Menschen. Ich kann sowas nicht mehr hören. Soviel kotzen kann ich auch wieder nicht !

gutmensch 20.07.2014 - 10:48:17

@beeskower

wer von ueberfremdung faselt, ist eindeutig rechts.

Beeskower 20.07.2014 - 10:41:25

Gut so!

Das ist richtig so, dass das jetzt endlich zu Ende ist und nicht noch mit Steuergeldern finanziert wird, die für wichtige Vereine in BB nötig sind. Wer nur "gegen irgendwie Rechts" ist, also auch AfD-Wähler und -Politiker für ihre politische Meinung verfolgt und diffamiert, hat in einer Meinungsdemokratie nichts verloren. Das gerade im Osten, wo so viele Menschen unter der kommunistischen Diktatur leiden mußten, solche Vereine gedeien können ist genauso schlimm, wie die paar wirklichen Rechtsextremen und deren Ansichten. Aber pauschal alle als "rechts" zu diffamieren, die gegen Islamisierung, Überfremdung, Asylmißbrauch oder die EU sind, das ist undemokratisch und illegitim.

Beeskower 20.07.2014 - 10:41:20

Gut so!

Das ist richtig so, dass das jetzt endlich zu Ende ist und nicht noch mit Steuergeldern finanziert wird, die für wichtige Vereine in BB nötig sind. Wer nur "gegen irgendwie Rechts" ist, also auch AfD-Wähler und -Politiker für ihre politische Meinung verfolgt und diffamiert, hat in einer Meinungsdemokratie nichts verloren. Das gerade im Osten, wo so viele Menschen unter der kommunistischen Diktatur leiden mußten, solche Vereine gedeien können ist genauso schlimm, wie die paar wirklichen Rechtsextremen und deren Ansichten. Aber pauschal alle als "rechts" zu diffamieren, die gegen Islamisierung, Überfremdung, Asylmißbrauch oder die EU sind, das ist undemokratisch und illegitim.

Hans Hanse 20.07.2014 - 09:54:55

...

Arabische S-Bahn-Schläger in Frankfurt. Ist das ihr Ernst? Ich lach mich kaputt. :) Bisschen Stimmung machen, was?

.... 20.07.2014 - 09:21:41

....

ich drücke ihm auf jedem fall die daumen ! was könnte sozialer sein wie mit einem produktiven job, z.b. in der industrie, unsere Sozialkassen auf zufüllen :) täglich mehr flüchtlinge erwarten schliesslich eine gewisse willkommenskultur, hier im land wo milch und honig fliessen. und zum zweiten: ein wenig überwertet finde ich sein eigenlob schon ;-) wenn man mal den sinkenden testosteron-spiegel der alternden nazis, also die, die sich noch nicht tot gesoffen haben, abzieht ist das glaube doch eher dem demographie-effekt geschuldet, anstatt seiner tollen verhinderungsarbeit. für mich aber schon OK, pupertierenden - arabischen/türkischen s-bahn-schlägern gesteht man in jungen jahren ja auch einige mörderische "ausrutscher" zu ... jedenfalls hält sich bei solchen fällen das öffentliche entsetzen doch in sehr engen grenzen, warum eigentlich @Gutti ?

melodie c 20.07.2014 - 09:03:54

Mit vollem Einsatz gegen Rechts

Ich bin außerordentlich froh, dass es solche Menschen wie Sie gibt.Ich bin bei jeder Anti-Nazi-Demonstration . Auch die Konzerte in der Garage sollen ganz super sein. Ich hoffe, dass es noch eine Chance für die Garage gibt.

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