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Sozialer Hilfeverband Strausberg startet mit Förderung der Aktion Mensch inklusives Projekt

Neuland mit Kunst und Behinderten

Neues Atelier: Ein früherer Unterrichtsraum im Mühlenweg wird jetzt für künstlerische Tätigkeit genutzt.
Neues Atelier: Ein früherer Unterrichtsraum im Mühlenweg wird jetzt für künstlerische Tätigkeit genutzt. © Foto: Claudia Jasnoch
Uwe Spranger / 23.07.2014, 18:38 Uhr
Strausberg (MOZ) Der Soziale Hilfeverband Strausberg (SHS) will nach den Sommerferien mit einem inklusiven Kunstprojekt starten. Es soll Menschen mit und ohne Behinderung zusammenführen. Die Aktion Mensch stellt für die ersten drei Jahre gut 70 000 Euro zur Verfügung gestellt.

"Wir haben mit unserem Kinder-Kunst-Atelier schon jahrzehntelange Erfahrung in der künstlerischen Arbeit und betreuen seit vielen Jahren auch behinderte Menschen. Da lag es nahe, beide Bereiche auch zusammenzubringen", erklärt Christiane Hanczuch, die Chefin vom SHS.Dennoch betrete der Verein damit Neuland, denn bislang würden Freizeitaktivitäten für Menschen mit Behinderung in der Regel von Werkstätten oder Wohneinrichtungen angeboten. Freie, inklusiv angelegte Kulturangebote, bei denen Menschen jeden Alters gemeinsam etwas kreativ gestalten können, gibt es dagegen in der Region bisher nur wenige.

Dabei könnten sich die unterschiedlichen Personengruppen gerade in der künstlerischen Arbeit durchaus etwas geben. "Behinderte Menschen sind in der Hinsicht bisweilen intuitiver und trauen sich mehr", glaubt die Chefin. In jedem Falle könnten alle mitwirken, die Interesse am Malen oder künstlerischen Gestalten haben - Kinder, Jugendliche und Erwachsene und eben behindert oder nicht behindert.

Das Projekt ist auf vier Kurse mit immer je drei Wochenstunden angelegt. Die erfahrene Kunstpädagogin Claudia Jasnoch und eine Heilerziehungspflegerin leiten das Seminar an. Durch letztere könnten auch Assistenzleistungen wie Halten oder Stützen geboten werden, ergänzt Marina Hinz vom SHS. Wie viel Hilfe genau benötigt werde, lasse sich erst abschätzen, wenn der Teilnehmerkreis klar ist.

Die beiden Frauen heben hervor, dass bewusst verschiedene Zeiten und Orte zur Auswahl stehen, damit möglichst viele teilnehmen können. Dreimal finden die Stunden im Mühlenweg 6a statt, in einem früheren Unterrichtsraum für berufsvorbereitende Maßnahmen, der für die künstlerische Arbeit umgestaltet wurde. Vorteil: Er ist barrierefrei erreichbar. Vielleicht ließen sich dort auch ältere Leute mit Demenz einbeziehen, zum Beispiel aus der benachbarten Tagespflegeeinrichtung, blicken sie voraus.

Einmal pro Woche sind auch die Räume des Kinder-Kunst-Ateliers im Anbau der Vorstadt-Grundschule die Anlaufstelle. Sie sind aber nur für all jene geeignet, die mobil sind. "Wir wollten aber in dem dortigen Einzugsgebiet auch etwas anbieten", begründet Christiane Hanczuch.

Vermittelt werden bei den Kursen handwerkliche und künstlerische Techniken. "Man muss nicht schon vorher zwei Jahre gemalt haben", erklärt die Chefin. Künstlerische Tätigkeit sei eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Menschen mit und ohne Behinderung und geeignet, das Selbstwertgefühl der Teilnehmer zu verbessern. Über die Arbeit hinaus könnten Beziehungen entwickelt und zudem regelmäßige Ausstellungen etabliert werden.

Wenngleich Fördergeld aus der großen Aktion-Mensch-Lotterie kommt, die unter dem Motto "Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor." in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum feiert, sei das Projekt nicht kostenfrei, merkt Marina Hinz an. Pro Stunde werden fünf Euro verlangt. Material ist inklusive. Wenn pro Kurs etwa zehn Teilnehmer erreicht würden, könne sich das Angebot letztlich auch allein tragen, und das sei das Ziel.

Einen ersten Test habe es bereits zu Ostern gegeben, erzählt Christiane Hanczuch. Derzeit befinde man sich in der inhaltlichen Vorbereitung. Nach den Sommerferien soll das Projekt dann richtig anlaufen

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