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Jäger entrüstet über gekürzte Schonzeit

Hirsche dürfen künftig drei Monate länger gejagt werden.
Hirsche dürfen künftig drei Monate länger gejagt werden. © Foto: Wulf Pfeiffer
Burkhard Keeve / 04.08.2014, 09:00 Uhr
Oranienburg (MZV) Brandenburgs Rehböcke dürfen künftig länger schossen werden. Die Landesregierung hat deren Schonzeit verkürzt. Oberhavels Jäger sind entrüstet und reagieren verärgert auf die Novelle des Landesjagdgesetzes.

Hatten Rehböcke bislang eine Schonzeit von 15. Oktober bis 15. Mai sind sie nunmehr auch im Winter nicht mehr sicher. "Der Rehbock wird zum Sündenbock gemacht und zum Wildschädling degradiert", sagt Werner Glanzer, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Oberhavel.

Ende Juni hatte das zuständige märkische Ministerium das Jagdgesetz geändert, um den jungen Landeswald vor Wildverbiss zu schützen, da das Land ab 2015 auf den Bau von Wildschutzzäunen verzichten will. Doch fällt der Zaun, müssen auch die Liebhaber junger Triebe fallen. "Nur um zu sparen, wird geschossen", regt sich Werner Glanzer auf. Glanzer geht allerdings davon aus, dass die Initiative für die Schonzeitveränderung von den Privatwaldbesitzer ausging. Er sagt: "Wildschutzzäune sind teuer." Die Verlängerung der Jagdzeit auf den Rehbock kann der Kreisjagdverband "aus tier- und artenschutzrechtlicher Sicht" nicht nachvollziehen. Rehwild habe wie jede andere Tierart eine Existenzberechtigung und "darf nicht Opfer von Wirtschaftsinteressen werden", so Glanzer. Schon jetzt werde durch eine "konsequente Bejagung" ein angemessener Rehwildbestand gewährleistet.

Nun befürchtet Glanzer, dass es insbesondere bei den Drückjagden im Herbst und Winter zu einem verstärkten Abschuss kommt. Dann haben auch Ricken keine Schonzeit mehr und der Jäger muss nicht mehr unterscheiden, bevor er abdrückt. Glanzer empfiehlt seinen Jagdgenossen weiterhin, die alte Schonzeitreglung anzuwenden und sich damit an das Bundesjagdgesetz zu halten. Denn Brandenburgs Fristregelung weicht von der des Bundes ab. (Kommentar Seite 2)

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Stefan Fügner 08.08.2014 - 14:14:26

Die alte Garde will die Veränderung nicht mitmachen

Lieber Herr Glanzer, was ist an der Abschussregelung, den Bock auch im Winter erlegen zu dürfen , nicht artenschutz- und tierschutzgereicht? Ich verstehe es einfach nicht. Dieses ständige, mit schwammigen Begrffen um sich werfen, macht die Jäger nicht glaubwürdiger. Jeder kann als Jagdpächter oder jagender Eigentümer selbst bestimmen, was er wann und wo erlegt. Wenn sie also weiterhin ihre Reböcke nur im Sommer erlegen, dann können sie dies auch weiterhin tun, die Neuregelung ist KEIN ZWANG! Wann fangen wir an, die jagdliche Eignung von Jagdpächtern einmal zu überprüfen.Die Kommentare der Kreisjagdfunktionäre zeigen, dass sie weder von artenschutz- und tierschutzgerechter Jagd noch von Jagdbewirtschaftung im Interesse des Grundegentümers sehr viel Kenntnisse besitzen. stefan fügner Jagdblog., das etwas andere Jagdtagebuch www.jagdblog.blogspot.com

Gast 05.08.2014 - 17:17:37

Kein Geld für Schutzmaßnahem ? Lustig !

Ach das Land hat kein Geld für Schutzmaßnahmen, für Zäune. Dann nehme ich mal schwer an, daß die Herrschaften zuhause auch keine Haustüren besitzen und ihr Auto immer offen lassen... Ach nein, stimmt, Menschen darf man ja noch nicht abschießen oder als Schädlinge bezeichnen, nicht wahr , dann doch mal lieber wieder auf die Tiere und immer schön weiter die Natur ausbeuten.

Diana - Göttin der Jagd 04.08.2014 - 17:44:47

Irritation: Reh oder Hirsch?

Im Artikeltext lese ich ständig von Rehböcken - aber das Foto zeigt einen Rothirsch! Offenbar kennt der Autor nicht den Unterschied zwischen Reh und Rothirsch: http://de.wikipedia.org/wiki/Reh http://de.wikipedia.org/wiki/Rothirsch Vielleicht könnte ein Jäger aus dem Havelland hier den MOZ-Schreiber aufklären?

Leser 04.08.2014 - 16:35:46

@Forstmann

Hätschelt mal nach altem Brauch die Böcke weiter wie bisher. Sobald der Wolf dann Gefallen am gedeckten Tisch gefunden hat, relativiert sich dieses Gejammer der alten Garde. Denn auch der interessiert sich nicht für die Trophäe.

Forstmann 04.08.2014 - 14:36:40

Da hilft nur eins ........

Ja ihr lieben Jägersleut in Oberhavel und Brandenburg,da hilft nur ein sofortiger Austritt aus dem Landesjagdverband,denn nur das verstehen diese Oberkopferten im Verband und in der Landesregierung.Alles andere, wie lauwarme Proteste oder ähnliches ist für diese nur eine Lachnummer.Die Jagd ist jetzt schon verkommen,der Staat macht seins,die Nationallparkverwaltungen,Großprivatwaldbesitzer ebenso.Sanktionen, gestandene Weidmänner die dem entgegensteuern,nicht in Sicht.Allerorten nur dummes Gelabere ohne jede Konsequenz.Wenn man bedenkt wie lange es gedauert hat und wie mühsam es war die deutsche Jägerschaft zu einen über all die 60 Jahre bis zum RJG und wie alles gedankenlos über Bord geworfen wird.Ich habe diesen Schritt schon vor längerer Zeit getan und es nicht bereut.Man kann eh nichts mehr bewirken,Dummschwätzer und papageienhafte Nachplapperer führen das "Große Wort"Schießertum statt weidgerechten Jagen das ist das Gebot der Stunde. Alles unter dem Deckmantel des Waldumbaues und das Traurige darin ist der Umstand,daß sich mit diesen sattsam bekannten Erscheinungen heute Persönlichkeiten und Personenkreise verbinden,von denen man auf Grund ihrer Stellung,ihrer Urteilsfähigkeit,ihrer Bildung und Einsicht eine idealistischere und weitschauendere Einstellung zum freilebenden Tier und damit zur Jagd erwarten dürfte.

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