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Rege Debatte zu Maßnahmeplanungen für Naturschutzprojekt im Oderraum mit Vertretern der Angler

Petrijünger gegen neue Verbote

Im Dialog miteinander: Karl Scheurlen vom Planungsbüro IUS Weibel & Ness erläuterte den in Müncheberg versammelten Anglern die Vorarbeiten zum Projekt Natura2000.
Im Dialog miteinander: Karl Scheurlen vom Planungsbüro IUS Weibel & Ness erläuterte den in Müncheberg versammelten Anglern die Vorarbeiten zum Projekt Natura2000. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 20.11.2014, 06:37 Uhr
Müncheberg (MOZ) Eine angeregte Diskussion haben sich Planer, Auftraggeber und Betroffene aus den Anglervereinen des Oderbruchs am Dienstagabend zum Projekt Natura2000 geliefert. Es gab es vor allem massive Sorge hinsichtlich weiterer Einschränkungen für die Petrijünger.

Bei Natura2000 handelt es sich um ein aus Mitteln der EU und des Landes gefördertes Projekt der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Für diese hatte Verfahrensbeauftragter André Freiwald in die Räume der Müncheberger Geschäftsstelle des Kreisanglerverbandes eingeladen. Karl Scheurlen vom Planungsbüros IUS Weibel & Ness stellte zunächst die Eckpunkte des Vorhabens vor. Bei der Bestandserfassung und anderen Analysen im Bereich der vier FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) "Odervorland Gieshof", "Oderaue Kienitz", "Oderaue Genschmar" und "Oder-Neiße-Ergänzung" sind die Planer schon recht weit. Momentan geht es vor allem darum, die anstehenden Probleme und Herausforderungen klar zu formulieren und Handlungsansätze zur Lösung zu entwickeln. Dies, so wurde mehrfach betont, könne nicht ohne die Angler geschehen.

Bei denen allerdings waren Skepsis und Misstrauen anfänglich groß. Schließlich hätten sie erlebt, wie seit den 1990er-Jahren ihre Rechte und Möglichkeiten immer weiter beschnitten wurden. Vor allem Siegfried Haß von der Anglergruppe Neptun Seelow, "seit 1961 organisiert und seit 33 Jahren Vorsitzender", redete sich seinen Frust von der Seele. "Diverse Gewässer sind kaum noch nutzbar bis auf zwei, drei Stellen - ist das so gewollt? Wir sind schließlich auch aktive Naturschützer - also bitte keine neuen Verbote!"

Damit sprach er den meisten Anwesenden aus dem Herzen. Viele Mitglieder der Vereine sind schon jenseits der 70, da falle selbst das Laufen kürzerer Strecken schwer. Bis 1997 habe es für schwerst Gehbehinderte mit Ausweis noch eine Sondergenehmigung gegeben, bis an den Deich fahren zu können.

Während Haß mehr Absprachen zwischen Anglern und Landwirten anmahnte, verwies Axel Hulitschke vom Verein Frühauf Zechin auf Probleme speziell im Raum Sydowswiese, zu den Gewässern zu kommen. Scheurlen betonte, dass die Planer keine zusätzlichen Zufahrtsverbote im Sinn hätten. Daran, was der Kreis allgemein festgelegt habe, müsse man sich aber halten. Als Angebot regte André Freiwald an, im Frühjahr eine gemeinsame Runde mit Anglern und Kreisvertretern zu moderieren.

76 000 organisierte Angler gibt es in Brandenburg, so Landesverbandsvertreter Manfred Leopold, zugleich für Besatzfragen zuständig. Beim Thema Artenschutz liege man ganz auf einer Linie - auch für Hegemaßnahmen müssten die Gewässer aber erreichbar sein. Als Hauptproblem wurden die Tourismus-Angler eingestuft. Sie würden sich sehr oft nicht an grundlegende Regeln halten, hieß es.

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noch ein Angler 20.11.2014 - 16:39:43

Als Hauptproblem wurden die Tourismus-Angler eingestuft?

Häh, hat man da was falsch verstanden? Fazit: Wer kein Vereinsmeier ist, der darf auch nicht angeln?

ein Angler 20.11.2014 - 16:06:58

Hauptproblem Tourismus-Angler?

Zitat: "76 000 organisierte Angler gibt es in Brandenburg, so Landesverbandsvertreter Manfred Leopold, zugleich für Besatzfragen zuständig. Beim Thema Artenschutz liege man ganz auf einer Linie - auch für Hegemaßnahmen müssten die Gewässer aber erreichbar sein. Als Hauptproblem wurden die Tourismus-Angler eingestuft. Sie würden sich sehr oft nicht an grundlegende Regeln halten, hieß es." Die letzten beiden Sätze scheinen doch arg aus dem Zusammenhang mit dem Rest des Artikels gerissen zu sein. Wurden hier Erläuterungen zum "Hauptproblem" im Artikel weg gelassen? Mich würde die Begründung für die letzten beiden Sätze interessieren.

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