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Gemeinsam noch viel lauter

Judith Melzer-Voigt / 20.11.2014, 20:32 Uhr
Wildberg (MZV) Der Widerstand formiert sich - und zwar auf breiter Ebene. Vertreter von fünf Bürgerinitiativen (BI) gegen neue Windräder haben am Mittwochabend in Wildberg ein Aktionsbündnis gegründet. Unter dem Namen "Gegenwind PR-OPR-OHV" wollten sie lauter werden, so dass ihre Forderungen nicht mehr überhört werden können.

Rund 30 Besucher waren laut Michael Zajonz, Sprecher der Bürgerinitiative "Keine neuen Windräder in der Temnitz-Region", in Wildberg dabei. Auch Gäste aus der Prignitz gehörten dazu. Bereits vor einigen Wochen, als die Gründung einer neuen BI in Protzen (RA berichtete) kurz bevor stand, habe es erste Ideen der Vernetzung gegeben, so Zajonz. Das Problem sei nur gewesen, dass sich alle Kämpfer gegen neue Windkraft-Eignungsgebiete lediglich mal bei Protestaktion oder bei Sitzungen der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel sehen. "Man kommt nicht in den Kontakt", so Zajonz. Daher hat die Temnitzer BI Vertreter anderer Initiativen eingeladen.

Schon beim ersten Treffen am Mittwoch gab es dabei konkrete Arbeitsergebnisse: Neben der Gründung des Aktionsbündnisses wurde auch ein Brief aufgesetzt, der an die Regionalversammlung und ihren Vorsitzenden, Landrat Ralf Reinhardt (parteilos), gehen wird. Enthalten sind vier Forderungen. Demnach soll allen anwesenden Bürgern während der Sitzungen der Regionalversammlung grundsätzlich ein Rederecht eingeräumt werden. Außerdem soll ein sofortiges Moratorium in Kraft treten, das den weiteren Ausbau der Windenergie stoppt. Die Unterzeichner wollten auch erreichen, dass - in Anlehnung an Bayern und Sachsen - der Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnsiedlungen auf das Zehnfache der Gesamthöhe, mindestens jedoch auf 2 000 Meter, erweitert wird. Die vierte Forderung: "Beschließen Sie die Berücksichtigung der bereits bestehenden Windgebiete bei der Planung neuer Windeignungsgebiete." Der Brief schließt mit den Worten: "Sehr geehrter Herr Landrat Reinhardt, wir Bürger haben unseren Beitrag zur Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg längst geleistet. Es genügt uns!" Bereits im kommenden Monat soll es in der Gemeinde Temnitzquell das nächste Treffen des Aktionsbündnisses geben.

Die Temnitzqueller Abgeordnete Charis Riemer war es, die am Mittwoch auf "das Verschwinden" eines Windeignungsgebietes in der Prignitz aufmerksam machte. Das Areal mit der Nummer 23 nahe Gantikow war im Entwurf des Regionalplanes im Mai noch enthalten. Im Oktober war es plötzlich nicht mehr da. Landrat Reinhardt "wohnt zufällig etwas nördlich davon in zirka 3,5 Kilometer Entfernung", so Riemer. Doch Ansgar Kuschel, Leiter der Regionalen Planungsstelle, hat dafür eine Erklärung. Im Mai galt noch, dass Windräder 1 000 Meter von Ortslagen, nicht aber von Einzelbebauungen entfernt sein müssen. Das änderte die Regionaleversammlung. Der Abstand gilt nun auch für Einzelbebauungen - und damit fiel das Areal nahe Gantikow weg. "Davon war auch ein zweites Gebiet betroffen, nahe Lindow", so Kuschel am Donnerstag. Doch in diesem Fall gebe es eine Ausweichmöglichkeit weiter nördlich, wo ein Areal ausgewiesen werden könnte.

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