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Zum Schutz vor der Vogelgrippe erlässt der Landkreis Verfügung / Auch Biesenthal und Rüdnitz betroffen

Stallpflicht für geliebtes Federvieh

Leider keine Ausnahme möglich: Die Biesenthalerin Claudia Karius gehört zu den 270 Barnimer Geflügelhaltern, die ihre Tiere in den Stall verbannen müssen. Grund ist die Sorge vor einer Übertragung der Vogelgrippe.
Leider keine Ausnahme möglich: Die Biesenthalerin Claudia Karius gehört zu den 270 Barnimer Geflügelhaltern, die ihre Tiere in den Stall verbannen müssen. Grund ist die Sorge vor einer Übertragung der Vogelgrippe. © Foto: MOZ/Hans Still
Hans Still / 30.11.2014, 22:18 Uhr
Biesenthal (MOZ) Halter von Enten, Hühnern, Gänsen oder anderem Geflügel müssen wegen der Gefahr der Geflügelpest ihre Tiere sofort einstallen. Der Landkreis hat am Wochenende eine entsprechende Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung erlassen. Die gilt für die Orte Biesenthal, Rüdnitz, Lunow-Stolzenhagen und Parsteinsee.

Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, die bei Geflügelhaltern keineswegs gut ankommt. Das geliebte Federvieh muss in den Stall, schließlich könnten Zugvögel den hochansteckenden Virus H5N8 in die Bestände übertragen. Einen Fall gab es bislang in Deutschland: In Mecklenburg-Vorpommern war die Vogelgrippe Anfang November in einem Betrieb mit rund 31 000 Puten in Heinrichswalde ausgebrochen. "Wir haben im Barnim die Gefahr differenziert bewertet und deshalb einen Korridor festgelegt. Der muss allerdings eingehalten werden, wir werden das auch kontrollieren", gibt der Barnimer Amtstierarzt Dr. Volker Mielke klar zu verstehen. Eingestallt werden muss, egal ob sich ein Huhn oder einhundert Hühner auf dem Hof tummeln. "Die Tiere müssen in die Ställe oder unter eine überdachte Fläche, die gewährleistet, dass von oben nichts hineinfallen kann. Auch das seitliche Eindringen von Wildvögeln ist zu verhindern", verdeutlicht der Amtstierarzt.

Mit der Angabe der Orte sind zudem die Gemarkungsgrenzen gemeint. Soll heißen, die jeweiligen Ortsteile der genannten Orte sind ebenfalls betroffen. "Das gilt auch für Geflügelhalter im Biesenthaler Ortsteil Danewitz", macht Mielke klar. Orientiert wurde bei der Gefahrenabwägung für den Landkreis beispielsweise auf große Seen und auf bekannte Durchzugsgebiete, wie sie unter anderem entlang der Oder bestehen.

Doch damit nicht genug der Vorschriften. Längst nicht alle Barnimer Geflügelhalter wissen, dass sie ihre Tiere beim Landkreis anmelden müssen. 2006 wurden schon einmal im Barnim Tiere eingestallt. Damals machten die Mitarbeiter des Landkreises interessante Beobachtungen. "Nur jeder dritte Tierhalter hatte seine Tiere bei uns gemeldet, die Dunkelziffer lag folglich bei etwa 70 Prozent."

Dies habe sich auch dank der Kampagne der Kreisverwaltung gebessert, nunmehr wird eine Dunkelziffer von 40 Prozent angenommen. "Wer sich zügig bei uns meldet und seine Bestände durchgibt, der muss auch keine Repressalien fürchten. Stoßen unsere Tierärzte hingegen bei ihren Terminen draußen auf unangemeldete Bestände, dann werden leider Bußgelder fällig", wirbt Mielke dafür, Versäumnisse nachzuholen.

Aktuell sind übrigens 2400 Tierhalter mit 570 000 Stück Geflügel im Barnim gemeldet. Das Aufstallungsgebot betrifft bei 270 Tierhaltern mit 492 000 Stück Geflügel zirka elf Prozent der Barnimer Züchter. "Wir haben wirklich nur das Notwendigste angeordnet", bekräftigt der Amtstierarzt nochmals. Die hohe Zahl der Tiere resultiere allein aus der Tatsache, dass ein Betrieb mit 400 000 Broiler im Aufstallungsgebiet liegt.

Für Tierhalter wie Claudia Karius aus Biesenthal kommt die Ankündigung der Verordnung überraschend. "Wir kriegen das sicher hin, auch wenn die Tiere wohl etwas nervös reagieren werden", sagt sie. Erst vor wenigen Tagen hat eine Ente ihre Eier ausgebrütet. Tageslicht werden die Jungen vorerst nur vom Stall aus sehen.

Kontakt zum Veterinäramt Barnim über Telefon 03334 214 1600 oder per E-Mail veterinaeramt@kvbarnim.de

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