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Symbolischer Betriebsstart: Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft künftig auf Regionallinien in Ostbrandenburg unterwegs

ODEG übergibt Schaffnerkelle

Weichen für Betreiberwechsel sind gestellt: ODEG-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann (r.) übergab am Donnerstag symbolisch die Schaffnerkelle an Detlef Bröcker, Chef der NEB. Die ist ab Sonntag auf dem Schienennetz in und um Eberswalde unterwegs.
Weichen für Betreiberwechsel sind gestellt: ODEG-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann (r.) übergab am Donnerstag symbolisch die Schaffnerkelle an Detlef Bröcker, Chef der NEB. Die ist ab Sonntag auf dem Schienennetz in und um Eberswalde unterwegs. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 11.12.2014, 21:04 Uhr - Aktualisiert 14.12.2014, 21:39
Eberswalde (MOZ) Offiziell erfolgt der Betriebsstart am Sonntag. Mit dem Fahrplanwechsel bei der Bahn. Dann übernimmt das private Unternehmen NEB den Verkehr auf fünf Linien in der Region. Am Donnerstag gab es schon mal die symbolische Übergabe der Schaffnerkelle.

Donnerstag, 10 Uhr, am Gleis 1: Großer Bahnhof am Bahnhof. Und Farbenwechsel. Die Signale stehen nicht mehr auf grün-gelb, sondern künftig auf blau-gelb. Die Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft NEB hat nach EU-weiter Ausschreibung des Netzes Ostbrandenburg im Februar 2013 den Zuschlag erhalten und ist damit ab Sonntag auf sieben neuen, sieben weiteren Strecken unterwegs. Darunter fünf in der Region Barnim-Uckermark: auf der RB 25 Berlin-Lichtenberg - Werneuchen, RB 60 Eberswalde - Frankfurt (Oder), RB 61 Angermünde - Schwedt, RB 62 Angermünde - Prenzlau sowie RB 63 Eberswalde - Joachimsthal.

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Die NEB, vor mehr als 100 Jahren im Barnim gegründet, übernimmt den Betrieb von der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft ODEG. Die war zehn Jahre lang im Osten der Mark unterwegs, hat 32 Millionen Zugkilometer zurückgelegt und um die 35 Millionen Passagiere befördert. "Im Schnitt also jedes Jahr einmal die Bevölkerung von Berlin", so ODEG-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann, der wehmütig Abschied nimmt und dem Nachfolger "Allzeit gute Fahrt" wünscht. Im Interesse der Kunden, aber auch der Mitarbeiter. Immerhin habe die NEB etwa 80 Kollegen von der ODEG übernommen. Ein Wechsel, der - nach anfänglichen Schwierigkeiten - letztlich doch recht reibungslos über die Bühne ging, wie Schuchmann befindet. "Eine tolle Leistung." Etliche Lokführer sind bereits seit einigen Tagen in Triebwagen der NEB im Einsatz - zur Einweisung. Damit der scharfe Start am Sonntag denn auch klappt.

Dirk Protzmann, Amtsdirektor von Joachimsthal (Schorfheide), bedankt sich bei der ODEG für die sehr gute Zusammenarbeit. Er bestätigt: Der Streckenerhalt Eberswalde - Joachimsthal sei auch ein Verdienst dieser Kooperation und des Engagements der ODEG. Mit dem Einsatz und der Kreativität des grün-gelben Unternehmens sei es gelungen, mehr Fahrgäste auf die Schiene zu bringen. Bei der Deutschen Bahn, so Protzmanns Erfahrung, gestalte sich die Zusammenarbeit deutlich schwieriger.

Arnulf Schumann verhehlt nicht, dass etliche Kunden bereits den Übergang der Linie RB 24 Eberswalde - Berlin-Lichtenberg an die DB Regio bedauern. Streikgeplagte und somit leidgeprüfte Pendler wissen bekanntlich die Zuverlässigkeit der privaten Unternehmen zu schätzen. Was in der Kundenzufriedenheit seinen messbaren Niederschlag findet.

Die soll sich künftig noch weiter erhöhen, verspricht NEB-Chef Detlef Bröcker, nachdem ihm Schuchmann symbolisch die Schaffnerkelle in Blau übergeben hat. Die Triebwagen vom Typ Regio-Shuttle, gebrauchte Fahrzeuge, seien generalüberholt worden. Sie bieten mehr Platz etwa für Fahrräder und Kinderwagen. Gleichzeitig verfügen sie über ein Informationssystem. Und: An Bord jedes Zuges sei künftig ein Kundenbetreuer, der nicht nur Kaffee ausschenkt, sondern - davon ist Bröcker überzeugt - auch dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Kunden Rechnung trägt.

Trotz des Abschieds der ODEG, die Werkstatt in Eberswalde bleibt erhalten. Wenn auch in leicht abgespeckter Form, so Schuchmann auf Nachfrage.

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