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Bücherei-Lobby stellt sich breiter auf

Ulf Grieger / 12.12.2014, 07:03 Uhr
Seelow (MOZ) Der Förderverein der öffentlich Bibliotheken im Landkreis will sich deutlich breiter aufstellen als bisher. Das betrifft sowohl die Zahl der Mitglieder als auch die Wirksamkeit als Lobby für die Bildungs- und Kulturstätten. Strategisches Ziel ist die Einstufung der Bibliotheken als kommunale Pflichtaufgabe.

Lediglich 32 Mitglieder zählt der Bibliotheksverein Märkisch-Oderland derzeit. Die haben jetzt Bettina Fortunato aus Seelow erneut zur Vorsitzenden gewählt. Zum Vorstand gehören mit Marion Hahn (Seelow), Sibylle Olszewski (Hoppegarten), Birgit Labsch (Eggersdorf), Karola Kollath und Maria-Dolorosa Swiderek aus Bad Freienwalde Bibliothekarinnen. Doch der Förderverein sieht sich nicht als Fachgremium. "Jeder, dem die Entwicklung der Bibliotheken am Herzen liegt, kann bei uns eintreten", betont Bettina Fortunato. Dies um so mehr, als dass die Büchereien vor allem unter der prekären Finanzlage der Kommunen zu leiden haben, die insbesondere seit der Einführung der Doppik entstanden ist. Weil die Bibliotheken lediglich als freiwillige Aufgabe eingestuft sind, obliegt es weitgehend den Gemeindevertretungen, wie und ob sie gefördert werden. In einigen Gemeinden wurden die Büchereien an Vereine abgegeben. Vielerorts fehlt es an geschultem Personal. "Langfristig wollen wir erreichen, dass die Bibliotheken einen ebensolchen Status erhalten wie Schulen und Kindergärten. Das ist aber nur durch ein Bibliotheksgesetz möglich. Das gibt es in Brandenburg nicht", erklärte die ehemalige Landtagsabgeordnete Fortunato. Marions Hahn, die Seelower Bibliothekarin ist im Vorstand des Landesverbands, informierte, dass derzeit ein Konzept für die Bibliotheken erstellt wird, das als Vorstufe für ein Gesetz wirken kann.

Bevor ein solches Gesetz die Kommunen verpflichtet, die Bibliotheksnutzung zu unterstützen, will der Förderverein Lobbyarbeit dafür leisten, dass sich das Bibliotheksnetz nicht weiter ausdünnt. Um für alle Leserschichten attraktiv zu bleiben, müssten sie ihren Bestand an Meien laufend aktualisieren. Doch dafür fehlt es an Geld. Der Landkreis selbst habe seine Mittel für den Kreisergänzungsbestand auf Null gefahren. Das sei vor allem deshalb fatal, weil 70 Prozent der kleinen Bibliotheken darauf angewiesen ist, erklärte Bettina Fortunato.

Allerdings unterstütze der Kreis die Einrichtung eines Online-Verbundes mit 50 200 Euro. Damit soll zumindest den Bibliotheken in Freienwalde, Seelow, Lebus, Müncheberg, Wriezen, Petershagen, Eggersdorf, Neuenhagen, Rüdersdorf , Altlandsberg und Dahlwitz-Hoppegarten die Möglichkeit gegeben werden, auch E-books zu verleihen.

Ziel ist es, die Bibliotheken auch für junge Leserschaft weiter attraktiv zu gestalten. Dringend benötigt der Verein Mitglieder, die das Anliegen der Förderung wirkungsvoller über die Online-Medien verbreiten können.

Kontakt: Tel.- 03344 331937, Mail: bibliothek@bad-freienwalde.de Netz: www.foerderverein-oeffentliche-bibliotheken.de

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