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Josephin und Benni reisen mittlerweile im Campervan durch Australien und entdecken das Paradies

Nomaden für einen Sommer

Wäsche aufhängen unter Palmen: Benni (23, aus Golzow) beweist echte Hausmann-Qualitäten. Doch direkt am Meer und unter Palmen macht nahezu jede Arbeit Spaß
Wäsche aufhängen unter Palmen: Benni (23, aus Golzow) beweist echte Hausmann-Qualitäten. Doch direkt am Meer und unter Palmen macht nahezu jede Arbeit Spaß © Foto: Josephin Domaschke
Josephin Domaschke / 28.01.2015, 18:14 Uhr - Aktualisiert 29.01.2015, 21:43
Dolgelin/Australien (MOZ) Seit dem Sommer 2014 reist Josephin mit ihrem Freund Benni durch Down Under. Nun sind sie in einem Campervan unterwegs und haben sich damit einen weiteren Traum erfüllt.

Während die Tage in Deutschland immer kälter geworden sind und die Bäume so langsam ihre Blätter verloren haben, schwitzten mein Freund Benni und ich in der 40 Grad heißen Wüste Australiens. Wir arbeiteten dreieinhalb Monate lang im Kings Canyon Resort, um unsere Reise auf dem Roten Kontinent zu finanzieren - eine Zeit in völliger Abgeschiedenheit, aber ebenso großer Freiheit. Am 27. Oktober war unser Arbeitsvertrag ausgelaufen und ein gutes Sümmchen zusammengekommen. Wir hatten ja kaum Ausgaben mitten im Nirgendwo! Doch mit dem Sparkurs sollte von jetzt an Schluss sein, da eine große Investition bevorstand: unser eigener Campervan. Quasi ein Zuhause auf Rädern, in welchem man reist, wohnt und schläft. Das ist ein typisches Backpacker-Ding und so ziemlich der coolste Lebensstil, den ich mir vorstellen kann!

Wir versuchten unser Glück in Darwin, einer Stadt an der Nordküste Australiens. Als wir jedoch in diesem vergleichsweise kleinen Städtchen ankamen, fühlten wir uns heillos überfordert. Die Zeit in der Wüste hatte ihre Spuren hinterlassen und wir wussten gar nicht so recht mit unserer neuen Freiheit umzugehen. Glücklicherweise hatten wir bereits am Ankunftstag unseren ersten Besichtigungstermin, sodass die mulmigen Gefühle erstmal in den Hintergrund traten. Würden wir bald unseren Hippie-Camper finden, von dem wir schon so lange geträumt haben?

Was soll ich sagen - das Glück war uns hold und der erste Van gleich ein Treffer! Seit dem November sind wir stolze Besitzer eines Mitsubishi Express Vans, den wir liebevoll "Simone" nennen. Und so wurden wir zu Nomaden. Mit diesem Tag veränderte sich eigentlich alles: unser Lebensstil, unsere Sicht auf viele Dinge und ganz besonders unsere Ansprüche. Wir legten den Grundstein für einen unglaublichen Roadtrip im Kakadu-Nationalpark, der nur zwei Stunden von Darwin entfernt und für seine Salzwasserkrokodile (das sind die ganz großen!) bekannt ist. Drei Tage lang fühlten wir uns wie auf einer Krokodil-Expedition und sahen leider nur ein Augenpaar aus dem Wasser lugen. Nichtsdestotrotz hatten wir viel Spaß, da der Kakadu-Nationalpark eine bemerkenswerte Auswahl an Ureinwohner-Kunst bereithält. Nicht selten läuft man aber gute drei Kilometer unter der prallen Sonne, um zum Ziel zu gelangen - und das gilt für ganz Australien. Definitiv kein Trip für Faultiere!

Nachdem wir in Kakadu viel liefen und noch mehr schwitzten, fanden wir einen Ort, der all die wunderbaren Eigenschaften des Roten Kontinents vereint: Tosende Wasserfälle, unberührte Natur, wilde Tiere und vor allem Abgeschiedenheit. Kurzum - das Paradies. Es trägt den Namen Litchfield-Nationalpark, und ich lege hiermit jedem Australienreisenden ans Herz: Bitte lasst euch dieses Wunder nicht entgehen! Benni und ich quietschten vor Freude bei jedem einzelnen Wasserfall, den wir entdeckten. Wir schwebten in Wasserlöchern, genossen Wasserfallmassagen, tauchten nach Fischen und hatten ein regelrecht festgetackertes Lächeln auf den Lippen.

Das Leben im Campervan setzte dem ganzen Abenteuer die Krone auf. Wir lieben bis heute jeden einzelnen Aspekt, den es mit sich bringt. Stellt euch vor, ihr wacht in eurem gemütlichen Bett auf und die Vorfreude auf den Tag holt euch aus den Federn. Ihr öffnet die Kofferraumklappe und erblickt das Meer. Ihr frühstückt, plant die großen und kleinen Taten des Tages und habt immer alles dabei, was ihr braucht. Ihr trefft Gleichgesinnte, tauscht euch aus und übernachtet dort, wo es euch gefällt. Abends kocht ihr zufrieden unter dem Sternenzelt und lacht euch über die Fotos kaputt, die ihr tagsüber so gemacht habt. Der Sommer unseres Lebens!

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