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Veltens erste Stolpersteine

Roland Becker / 08.02.2015, 22:45 Uhr
Velten/Borgsdorf (MZV) Der Kölner Künstler Gunter Demnig wird am 30. März die jeweils ersten Stolpersteine in Velten und Borgsdorf verlegen.

In der Ofenstadt wird damit an den jüdischen Arzt Dr. Alfred Lehmann, seine Frau Margarete und deren Kinder Lili und Herbert erinnert. Zwar ermordeten die Nazis niemanden aus der Familie. Der Arzt musste aber seine Praxis aufgeben. Er starb 1937 in Berlin. Seiner Ehefrau und der Tochter gelang im August 1939 - und damit wenige Tage vor Kriegsausbruch - die Flucht nach Schottland. Sohn Herbert war schon zuvor nach England geflohen.

Zum festlichen Gedenken am 30. März vor dem ehemaligen Lehmannschen Wohnhaus in der Breiten Straße 74 werden alle fünf Enkel des Arzt-Ehepaares nach Velten kommen. Sie nehmen dabei langwierige Anreisen aus Kanada und aus den USA auf sich.

Die Initiative zum Verlegen der Stolpersteine ging von einer Gruppe von acht Veltenern unter der Leitung von Pastorin Ute Gniewoß aus. "Wir haben mehrere Jahre recherchiert", beschreibt die Pfarrerin den aufwändigen Weg, alle nötigen Informationen über das Schicksal der Familie zu sammeln. Ausgangspunkt waren dabei Erkenntnisse, die der mittlerweile verstorbene Hennigsdorfer Geschichtsforscher Helmut Fritsch gesammelt hatte. Der Durchbruch gelang, als die Gruppe Enkel ausfindig machen und Kontakt zu ihnen aufnehmen konnte. Dabei stellte sich heraus, dass Sohn Herbert Lehmann Velten mehrmals besucht hatte, und das schon vor dem Fall der Mauer. "Er hat mit der Vergangenheit gerungen", hat Gniewoß erfahren.

Bevor am 30. März die Veltener Stolpersteine ins Pflaster eingelassen werden, wird Gunter Demnig in Borgsdorf solch eine golden glänzende Erinnerungstafel vor dem Haus Fasanenweg 7 verlegen. Damit wird an den jüdischen Rechtsanwalt Dr. Curt Eckstein erinnert, den die Nazis im März 1944 ins Männerlager des KZ Ravensbrück und danach nach Auschwitz deportierten, wo sich seine Spur verlor. (Kommentar +Seite 2)

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