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Eierlikör mit Udo Lindenberg

Joe Carpenter: Die nächste Chance ihn zu sehen, ist am 20. März, ab 19.00 Uhr, in Strodehne.
Joe Carpenter: Die nächste Chance ihn zu sehen, ist am 20. März, ab 19.00 Uhr, in Strodehne. © Foto: MZV/Euent
Sandra Euent / 12.03.2015, 15:41 Uhr - Aktualisiert 16.03.2015, 06:38
Rathenow (san) Musik wurde ihm quasi in die Wiege gelegt, es gab immer Instrumente im Haus, und dafür ist er seinen Eltern dankbar. Joe Carpenter, ein Ur-Rathenower, erobert gerade die Radiosender in Deutschland. Seit sein Titel Frei am 29. Januar in der Schlagerhitparade von Antenne Brandenburg vorgestellt wurde, konnte er sich die maximal sechs möglichen Wochen in der Hitparade halten.

Musik macht er "schon immer". Mit sieben lernte Joe Carpenter Trompete, schnell folgten andere Blasinstrumente und auch schwarz-weiße Tasten in Form einer Vermona-Orgel. Heute komponiert er mit Gitarre und Keyboard. Seine ersten, eigenen Lieder schrieb er schon in den Neunzigern. Über das Internet bekam Joe Carpenter 2003 Kontakt zum Songtexter Faid Katta, der in Werl (Nordrhein-Westfalen) lebt. "Er hatte am Anfang Angst um seine Texte", gibt Carpenter zu. Denn er hatte früher auch Country-Musik gemacht, und das konnte sich Katta für seine Lieder überhaupt nicht vorstellen. Überzeugt hat Carpenter den Textschreiber, in dem er einfach ein paar seiner Texte vertonte und ihm Demos schickte.

Heute ist aus der anfänglich rein musikalischen Zusammenarbeit eine tiefe Freundschaft entstanden. "Wir kennen uns inzwischen genau, jeder weiß, wie der andere denkt", so Joe über seinen Textlieferanten. Faid Katta spreche ihm oft aus der Seele und schreibe genau über die Themen, die auch ihn gerade beschäftigen.

Wenn er einen neuen Text zugeschickt bekommt, hat Carpenter meist schon während des ersten Lesens eine Melodie im Kopf oder weiß, wie das Lied mal klingen soll. "Dann wird der Song am besten, wenn gleich was im Kopf ist", betont er.

"Mein Kindheitstraum war es, eine Schallplatte aufzunehmen und ins Fernsehen zu kommen", berichtet der Musiker. Beides hat er inzwischen geschafft. Sein erster Fernsehauftritt war schon im Februar 1988 in der DDR-Jugendsendung "Mobil", seine erste CD veröffentlichte er 1997. Doch das soll nicht alles gewesen sein.Während seine musikalische Karriere in den letzten Jahren so dahin plätscherte, will er mit seinem aktuellen Album, das seit November erhältlich ist, richtig durchstarten. Dafür ist erst einmal Klinken putzen angesagt. "Ich mache alles selbst. Schreibe Radiosender an, nerve Programmchefs", erzählt er.

Es zahlt sich allmählich aus. Durch seinen Erfolg in der Schlagerhitparade wurde der rbb auf ihn aufmerksam. In der kommenden Woche läuft ein Beitrag über Carpenter im rbb-Magazin zibb (Zuhause in Berlin-Brandenburg). Demnächst steht ein Trip ins Saarland an, wo seine Songs ebenfalls laufen und er ein Live-Interview im Radio geben soll. Der Titel "Ans Meer" läuft längst nicht nur bei Radio Seefunk am Bodensee. Schon 2010 hatte es "Ans Meer" in diverse Radiocharts geschafft. Eine abgewandelte Version des Liedes ist auf dem neuen Album zu hören. Dieses kann bei Amazon oder iTunes Probe gehört und als Download erworben werden. Auf seinen Konzerten hat Joe Carpenter auch immer einige CD-Exemplare dabei. Die neue, nicht auf dem Album enthaltene Single "Wenn sie könnte..." ist seit 12. März im Handel erhältlich.

Joe Carpenters aktuelles Bühnenprogramm, mit dem er am 20. März, 19.00 Uhr, in der Kirche in Strodehne zu Gast sein wird, heißt "Leise Töne in einer lauten Welt" und ist nicht statisch: "Ich feile immer wieder daran." In Genthin war er mal auf einem Konzert von Ray Wilson, dem Ex-Sänger von Genesis und Stiltskin. "Das hat mich einfach tief beeindruckt, wie der auf der Bühne rüber gekommen ist", so der Sänger. "Das will ich auch." Dass Musik und Musik machen ihm einfach unheimlich Spaß macht, will er seinen Konzertbesuchern vermitteln. Und natürlich auch die Botschaft, die in seinen Songs steckt, rüber bringen.

Wie bei seinem Song "Dass du bleibst". Es sei ein todtrauriger Text, den er am Klavier vertont habe. "Noch haben alle geheult, die es gehört haben", berichtet der Musiker mit ein bisschen Stolz. Mit seiner Musik die Menschen berühren, ist eines seiner Ziele.

Neben den eigenen Liedern spielt er auf Konzerten auch immer einige seiner musikalischen Vorbilder. Dazu gehören unter anderem Peter Maffay und Udo Lindenberg. "Das sind einfach Typen, beide haben Musikgeschichte geschrieben und beide haben bewegende Biografien", erklärt er seine Bewunderung für die Altrocker.

Neben musikalischem Erfolg hat Joe Carpenter noch zwei Wünsche. "Einmal mit Maffay singen und mit Lindenberg einen Eierlikör trinken." Er wird hartnäckig daran arbeiten, sich diese Wünsche zu erfüllen.

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