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Die Biesenthalerin Marianne Freyer öffnete am Wochenende ihr Atelier zum "Tag der offenen Töpfereien"

Handgemachte Keramik für den Alltag

Lustige Krankenschwestern: Katrin Seidel und Ines Kossin (v. l.) aus Berlin nahmen sich am Sonnabend viel Zeit, um von Keramikerin Marianne Freyer mehr über ihre Arbeit zu erfahren. Die Biesenthalerin betreibt ihre Werkstatt im Sydower Feld 3.
Lustige Krankenschwestern: Katrin Seidel und Ines Kossin (v. l.) aus Berlin nahmen sich am Sonnabend viel Zeit, um von Keramikerin Marianne Freyer mehr über ihre Arbeit zu erfahren. Die Biesenthalerin betreibt ihre Werkstatt im Sydower Feld 3. © Foto: MOZ/Hans Still
Hans Still / 16.03.2015, 06:45 Uhr
Biesenthal (MOZ) Der bundesweite "Tag der offenen Töpfereien" bescherte den Barnimer Töpfern am Wochenende verstärkt Publikum. Drei Künstler hatten im Landkreis ihre Ateliers geöffnet, um mit Gästen über ihre Arbeit ins Gespräch zu kommen und natürlich, um ihre Werke zu verkaufen.

Katrin Seidel und Ines Kossin lachen hell auf, als die Biesenthaler Töpferin Marianne Freyer ihnen am Sonnabendmittag zeigt, wie behende sie ihre Schüsseln bemalt. Sie bedient sich dabei eines "Malhörnchens". Tatsächlich handelt es sich aber um ein Klistier. "Oh, das kennen wir genau", albern die beiden Berlinerinnen herum, sie sind Krankenschwestern und wissen bestens darüber Bescheid, welchem medizinischen Zweck das Utensil dient. Ihr Atelierbesuch in Biesenthal war am Sonnabend die erste Station ihrer "Keramik-Rundreise", die beide Frauen bis zum Abend zu Werkstätten und Ateliers im Barnim und später in Berlin führen sollte. "Wir lieben Keramik", schwärmt Ines Kossin, während sich Katrin Seidel eine Schüssel einpacken lässt. "Salate, Kartoffeln, vielleicht auch Nüsse", die Berlinerin legt sich noch nicht fest, welchem Zweck das Steinzeug später dienen wird. "Zunächst ist Keramik eine Herzensangelegenheit, ein Zweck findet sich immer", argumentiert die junge Frau.

Für Marianne Freyer startet damit der Tag sehr hoffnungsvoll, zumal schon wieder Gäste durch die Tür schauen. "An diesem Wochenende kommt ein ganz anderes Publikum vorbei", stellt die Keramikern ein ums andere Mal fest. Während zum Tag der offenen Ateliers meist Einheimische vorbeischauen, finden am "Töpferwochenende" eher Berliner den Weg nach Biesenthal. "Viele sind an technischen Details interessiert, die Männer fragen nach Brenntemperaturen oder sie lassen sich das Vordrehen an der Scheibe zeigen", berichtet die Barminerin. Die Route ihrer Gäste führt oft über den Barnim in Richtung Oderbruch und später zurück in die Hauptstadt.

Zu bewundern gibt es im Atelier die breite Palette einer kreativen Töpferin: "Früher waren ganze Service modern, heute lieben die Menschen eher Einzelanfertigungen. Das sind Tassen und Kannen, Trinkbecher, Krüge oder Schalen in Steinzeug. "Alltagstaugliche Keramik, die auch in den Geschirrspüler kann und überlebt, wenn mal die Kinder den Tisch decken", erzählt die 56-Jährige. Aber auch winterfeste Blumentöpfe, Pflanzschalen oder Tiere wie Hasen oder Hühner gehören zu ihren Kreationen, die der Gast in den Regalen oder im Garten entdecken kann.

Wer ihre Arbeiten in die Hand nimmt, erkennt schnell Merkmale der Handarbeit, wie den Ansatz des Pinsels oder die individuelle Gestaltung der Oberflächen, die in der Industrie bekanntlich immer identisch gelingen.

Wie alle ihre Kollegen, die an diesem Wochenende innerhalb der bundesweiten Aktion ihre Werkstätten öffnen,  hat auch Marianne Freyer das Töpferhandwerk professionell erlernt. "Es ist ein Handwerk, ein Lehrberuf, der Ausdauer, Zähigkeit und viel Ehrgeiz verlangt", gibt sie ihre Erfahrungen weiter. 1990 beendete sie ihre Berufsausbildung. An der Fachschule Büsum wurden die theoretischen Inhalte vermittelt, ihre Meisterin war Ingeborg Pape aus Berlin. "Die Branche benötigt dringend Nachwuchs, aber junge Menschen scheuen oft die Anstrengungen dieses Handwerks. Man muss schon sehr idealistisch sein. Muckis braucht man übrigens auch, um den Ton zu formen", erzählt sie, bevor sie sich neuen Gästen zuwendet.

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