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Sprüh-Kanone nebelt Raupen ein

Feinarbeit: Jöns Zimmermann zeigt die Lanze für den Handbetrieb. Wer sie nutzt, muss Schutzkleidung tragen.
Feinarbeit: Jöns Zimmermann zeigt die Lanze für den Handbetrieb. Wer sie nutzt, muss Schutzkleidung tragen. © Foto: MOZ
Manja Wilde und Uwe Stemmler / 07.05.2015, 07:59 Uhr - Aktualisiert 07.05.2015, 16:46
Schöneiche/Fürstenwalde (MOZ) Der Rüssel der Sprüh-Kanone neigt sich in alle Richtungen und pustet Nebel in die Kronen der Eichen. In der Waldstraße in Schöneiche hat die Schädlingsbekämpfungsfirma Berliner Bär am Mittwoch im Auftrag der Gemeinde begonnen, den Eichenprozessionsspinner zu vergiften. Gesprüht wird ein Gemisch aus 0,5 Liter Dipel ES und Wasser. "Etwa 20 Liter brauchen wir für eine große Krone", sagt Mitarbeiter Jöns Zimmermann. Zwei bis drei Minuten dauert die Behandlung eines Baumes.

Nach der Waldstraße ist die Heinrich-Mann-Straße an der Reihe, sagt Sven Majewski aus dem Ordnungsamt. Auch in Goethe- und Schillerpark sei die Situation "akut". Auf dem Friedhof Friedensaue, dem Sportplatz und an der Kita Storchenturm sind einzelne Gehölze betroffen.

In der nächsten Woche sollen Sprühaktionen an den Landesstraßen in Schöneiche sowie an der Hangelsberger Chaussee erfolgen, sagt Hans-Jürgen Herde vom Landesbetrieb Straßenwesen. Fußgängern und Radfahrern rät er, sich nicht direkt nach der Behandlung unter den Bäumen aufzuhalten.

Die Raupen, deren giftige Härchen allergische Reaktionen bei Menschen auslösen, können nur noch bis Ende Mai sinnvoll bekämpft werden, da ihre Härchen bis dahin noch nicht giftig sind, erklärt Michael Kopka, Einsatzleiter beim Landesbetrieb Forst. Derzeit seien die Tiere maximal einen Zentimeter groß.

Die Wälder in Oder-Spree sind noch nicht betroffen, sagt Thomas Erlemeier, Leiter der Oberförsterei Erkner. "Der Spinner mag sonnenbeschienene Bäume und geht deshalb eher auf freistehende Exemplare", erklärt er. Besonderes Augenmerk richten die Förster aber auf den Friedwald zwischen Hangelsberg und Fürstenwalde, da er sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hangelsberger Chaussee befindet.

Möglicherweise ist die giftige Raupe auch schon in Fürstenwalde. Am Donnerstag berichtete Sissi Döring, dass ihr im Stadtpark vor zwei Tagen ein Eichenprozessionsspinner ins Dekolletee fiel und starken Ausschlag ausgelöst habe. Beim Arzt musste sie gar wegen der allergischen Reaktion eine Infusion kriegen. Fürstenwaldes Baumexperte Thomas Schmidt erklärt dazu, er sei gerade im Park unterwegs gewesen. "Den Eichenprozessionsspinner hatten wir im vorigen Jahr nicht, und auch jetzt habe ich keinen entdeckt. Dafür etliche Frostspanner." Kopka vermutet, dass das wohl eher ein Goldafter war, der ähnliche Reaktionen auslösen kann.

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