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Gesamtschule: Hohe Nachfrage, geringe Kapazitäten

© Foto: MZV/Rachner
Patrik Rachner / 22.06.2015, 21:40 Uhr - Aktualisiert 22.06.2015, 21:43
Havelland (MZV) Das große Buhlen ist beendet, die Zuweisung für die Jahrgangsstufe sieben ist weitgehend erfolgt: An die weiterführenden Schulen im Landkreis Havelland, deren 15 an der Zahl, wechseln nach den Sommerferien insgesamt 1253 Schülerinnen und Schüler. Wie das Bildungsministerium des Landes Brandenburg bestätigte, ist das Verfahren abgeschlossen. Dennoch sind mit Blick auf die Kapazitäten aller Bildungsstätten noch rund 70 Plätze vorhanden. „Das ist zumindest theoretisch die Obergrenze", wie Sprecher Florian Engels betonte.

Tränen sind in einigen Fällen geflossen, nicht jeder Erstwunsch konnte schließlich erfüllt werden. Die Entscheidung, auf welche weiterführende Schule ein Kind wechseln darf, ist bei Schülern, deren Notenschnitt nicht vollumfänglich Klarheit verschaffen konnte, nach Tests und Gesprächen erfolgt. Nun sind die Fronten geklärt.

Die Daten in Falkensee indes sprechen eine eindeutige Sprache. So bleibt die Immanuel-Kant-Gesamtschule Spitzenreiter. Die Bildungseinrichtung wird weiterhin extrem stark nachgefragt. 166 Mädchen und Jungen werden ab dem Schuljahr 2015/2016 dort lernen. Sechszügig werden die Siebtklässler unterrichtet. Weitere 128 Kinder hätten gleichfalls gerne die Gesamtschule aufgesucht, allerdings erhielten sie ein Absage.

Insgesamt konnten an allen weiterführenden Schulen im Landkreis deutlich mehr als 200 Erstwünsche nicht erfüllt werden, rund 60 Zweitwünsche blieben zudem unberücksichtigt.

Dass die beiden einzigen Gesamtschulen im Havelland, neben der Kantschule auch die Bruno-Bürgel-Schule in Rathenow (112 Schüler werden aufgenommen, 40 Erstwunschabsagen), extrem stark nachgefragt werden, ist auch für den Landeselternsprecher, Wolfgang Seelbach, ein Beleg dafür, dass das Angebot für diese Schulform erweitert werden sollte. „Wir leben in einer Wachstumsregion. Mit Blick auf die Zahlen ist das die logische Konsequenz, zumal auch die Gymnasien in der Region stark nachgefragt werden und die Oberschulen nicht alle Schüler, die abgelehnt wurden, aufnehmen können. Wir haben einfach zu wenig Gesamtschulplätze", sagte er. „Die Forderung, eine weitere Gesamtschule zu etablieren, ist nachvollziehbar. Sie sind nunmal beliebt", räumte auch Ministeriumssprecher Florian Engels ein.

Apropos Gymnasien. Sie bleiben die Renner. Sowohl das Vicco-von-Bülow-Gymnasium (107/vierzügig/Absagen 15) als auch das Lise-Meitner-Gymnasium (112/vierzügig/Absagen 28) und das Marie-Curie-Gymnasium in Dallgow (140/fünfzügig/keine Absagen) sind heiß begehrt. Bei letzterer Schule sind mit weiteren 33 Plätzen gar noch Kapazitäten vorhanden. Ob diese noch ausgeschöpft werden, ist noch nicht klar. Sollte es so kommen, könnten gar deren sechs siebte Klassen sozusagen ans Netz gehen. Das Goethe-Gymnasium in Nauen (112/vierzügig/ Absagen 11) sowie das Friedrich-Ludwig-Jahn Gymnasium in Rathenow (56/zweizügig/keine Erstwunsabsagen) sind entsprechend voll ausgelastet. Die sechs Oberschulen im Havelland, 102 Schülerinnen und Schüler werden in Falkensee unterrichtet, darunter auch Wiederholer, haben weiterhin ordentlichen Zulauf. Die Absagen sind hingegen überschaubar.

Gegeben hat es sie lediglich an der Heinz-Sielmann-Oberschule in Elstal, deren fünf, an der Oberschule am Poetenweg deren drei sowie an der Duncker-Oberschule in Rathenow ebenfalls deren drei. In Ketzin, Premnitz und Brieselang konnten die Wünsche erfüllt werden. Gleiches gilt für die Grundschule mit Oberschulteil Graf-von-Arco in Nauen sowie für die Kooperationsschule in Friesack. An allen weiterführenden Schulen im Landkreis werden bisher nun 50 Klassen gebildet. Und: Ob es in den Fällen, wo Absagen ausgesprochen worden sind, zu Klagen kommen wird, weiß Engels noch nicht. „Die Möglichkeit besteht jedenfalls", sagte er.

 

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