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Freiraum für Studenten

Genießen das Leben im Fforsthaus: Charlotte Ciesielski und Markus Braun
Genießen das Leben im Fforsthaus: Charlotte Ciesielski und Markus Braun © Foto: Ann-Christin Korsing
Ann-Christin Korsing / 11.08.2015, 05:36 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) 35 Studenten aus acht Nationen leben und studieren im "Verbuendungshaus Fforst" in der Forststraße 3/4 - einem von ihnen selbst verwalteten Wohnheim. Bezahlen müssen sie nur die Betriebskosten, die Miete erlässt ihnen die Wohnungswirtschaft für einen Euro pro Monat.

Das Wappentier "Zirsch" - eine Mischung aus Zebra und Hirsch - spiegelt die internationale Mischung der Bewohner wider. "Jede WG soll möglichst nach Herkunftsländern gemischt sein. Insgesamt leben acht verschiedene Nationalitäten im Fforsthaus unter einem Dach: aus Weißrussland, Kroatien, Deutschland, Polen, Indien, Rumänien, Russland und der Ukraine", zählt Markus Braun auf. Er ist erster Vorsitzender des Vereins "Verbuendungshaus Fforst".

Bevor der 37-jährige Student im Herbst 2014 ins "Fforst" kam, hatte er drei Jahre in Slubice gewohnt. "Ich hatte einfach mal Lust auf etwas Neues - auf mehr Leben um mich herum." Das doppelte "F" im Namen des Hauses sei eine Anlehnung an das Frankfurter Autokennzeichen "FF".

Auch ein paar nicht-studentische Altmieter wohnen noch immer in dem 1988 erbauten Haus, das seitdem nicht renoviert wurde. Für den Erhalt des Hauses sind die Bewohner selbst zuständig. Dafür organisieren sich die Studenten im Haus. Sie zahlen je nach Raumgröße eine Miete zwischen 90 und 150 Euro pro Monat und gehören je einem Ressort an. Jedes Ressort, sei es das PR-, Technik, Putz- und Einkaufs- oder das Zukunftsressort, hat eine eigene Arbeitsgruppe. Diese treffen sich regelmäßig, um sich zu organisieren und Probleme anzusprechen. So hat jeder Student einen Auftrag: einkaufen, sauber machen oder den Kontakt zu ehemaligen Studenten aufrechterhalten. Jeden Montagabend kommen alle Ressorts zusammen: "Diese Zeit nutzen wir, um von unseren Arbeitsgruppen zu berichten", weiß Rabea Kuhlmann (26). Sie ist BWL-Studentin im vierten Semester des Masters und im Zukunftsressort "Fforstschritt", in dem sich die Studenten beraten, wie man das Haus sanieren kann. Mit ihrem Vermieter Wohnungswirtschaft arbeiten die Fförster derzeit an einem Stufenplan, um die geschätzt 800 000 Euro kostende Modernisierung umsetzen zu können.

Um Bewohner des "Fforsts" zu werden, müsse man eine Bewerbung schreiben und Fragen wie: "Kannst du dir vorstellen, den größten Teil deiner Freizeit in Frankfurt (Oder) und Slubice zu verbringen?", beantworten, sagt Rabea Kuhlmann (26). Ihre Bewerbung hatte Erfolg. Sie lebt mit Charlotte Ciesielski (24) und der polnischen Studentin Ania in einer WG im vierten und letzten Stock des Gebäudes. Jede von ihnen hat ein eigenes, selbstgestaltetes Zimmer. Rabeas Zimmer hat sie in Gelb gestrichen, ihr Bett liegt erhöht auf Getränkekisten. Bad und Küche werden von den Studentinnen gemeinsam genutzt. Von Rabeas Balkon, wo sie Melisse und Minze im Topf gepflanzt hat, kann sie die Friedenskirche und die Oder sehen. Diese Nähe nutzt Rabea mit ihren Freunden: "Wir picknicken oft an der Oder und dann hat man ja nach Slubice fast nur Natur vor sich." Nach dem Studium wolle sie noch eine Weile im "Fforst" bleiben, um ihr selbstgestaltetes Zimmer noch länger genießen zu können.

Am Mittwochabend sind alle Frankfurter von 18 bis 22 Uhr zum Konzert der Frankfurter Band "Väterchen Frust" und der Warschauer Band "Government Flu", die auf D-Beat und Hardcore spezialisiert sind, ins "Fforst" eingeladen. Eintritt: zwischen drei und fünf Euro. Kontakt im Internet unter: www.fforst.net

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Bringfried Pille 12.08.2015 - 13:31:22

@naja kennst mich ja

Wenn Sie davon leben können... Who cares?

naja kennst mich ja 11.08.2015 - 21:31:17

IKEA war gut!

es soll auch menschen geben die vom arbeiten nicht wirklich viel halten und deshalb das studieren vorziehen! ....bis sie geext werden....ironie an!

Forumgott 11.08.2015 - 19:21:50

@Steuerzahler: Wayne?

Sie sollten sich bei Ikea bewerben- als unterste Schublade! Hören Sie doch auf hier Menschen zu diffamieren, es gibt auch welche, die haben gearbeitet und dann halt mit 30 oder 40 beschlossen, nochmal was zu lernen. So what? Das braucht Sie nicht zu interessieren!

Steuerzahler 11.08.2015 - 15:04:26

Student mit 37 Jahren?

vielleicht sollte Herr Braun mal mit richtige Arbeit anfangen sein Geld zu verdienen, dann könnte er auch eine vernünftige Miete bezahlen und somit die Sanierung des Forsthauses unterstützen!

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