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Hagener Oliver Trelenberg auf Spendentour von Basel nach Görlitz / "Auszeit für die Seele" wird unterstützt / Ruhetag in Schwedt

"Oli radelt" für den guten Zweck

Startklar für die nächste Etappe: Oliver Trelenberg hat Schwedt Richtung Süden wieder verlassen.
Startklar für die nächste Etappe: Oliver Trelenberg hat Schwedt Richtung Süden wieder verlassen. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Jörg Matthies / 07.07.2016, 05:45 Uhr
Schwedt/Hagen (MOZ) Auf dem letzten Abschnitt seiner Fahrrad-Spendentour hat Oliver Trelenberg in dieser Woche einen Tages-Stopp in Schwedt eingelegt. Der 1965 in Schwerte an der Ruhr Geborene hatte seine "Deutschland-Rundfahrt" für den guten Zweck Mitte Mai begonnen.

3200 Kilometer in knapp zwei Monaten - ein auch sportlich äußerst ehrgeiziges Unternehmen eines 50-Jährigen, der heute in Hagen (Ruhrgebiet) lebt. In den 2000er-Jahren durchlebte er eine Tortur - mit Depressionen, Alkoholkrankheit. 2009 entdeckte er das Radfahren als Therapie: "Ich bemerkte die positiven Auswirkungen auf meine körperliche und psychische Verfassung", erzählt Trelenberg bei einem Besuch in der Schwedter MOZ-Redaktion. Doch in seinem Leben folgt der nächste Rückschlag: 2013 erhält er die Diagnose Kehlkopfkrebs. Operation.

Mit dem "Projekt Ü4000" beginnt er im Jahr darauf, wieder längere Radtouren zurückzulegen. Ende 2014 stehen 5460 Kilometer zu Buche. Danach entscheidet sich Trelenberg 2015, erstmals zu einer Spendentour aufzubrechen. 92 Tage lang radelt er zugunsten des Deutschen Kinderhospizvereins durch das Ruhrgebiet, legt rund 2500 Kilometer zurück und sammelt etwa 1000 Euro Spenden für den Verein.

Seit Mitte März hat sich der Hagener nun auf sein diesjähriges Projekt vorbereitet, gewinnt den Oberbürgermeister seiner Stadt als Schirmherrn und den Verein "Engel mit Herz" mit dem Projekt "Auszeit für die Seele" als Zielrichtung der 2016er-Tour.

Gedanklicher Ausgangspunkt von Trelenbergs Spendentour: "Immer mehr Menschen leben nach durchlebtem Krebsleiden in Armut. Ihnen ein paar unbeschwerte Tage zu ermöglichen, die sie sich sonst niemals leisten könnten, ist mir eine Herzenssache - vor allem auch deshalb, weil ich selbst Betroffener bin." Von Onkologen oder Krebskliniken ausgesuchte Personen können dank der Spenden des Vereins "Engel mit Herz" eine Woche kostenfreien Urlaub in Ostfriesland verbringen. "Ich will mit meiner Aktion Unterstützer für diese Sache finden."

Und so trainierte Trelenberg seit Mitte März einige Wochen, um sich am 17. Mai in den Zug von Hagen nach Basel zu setzen - die Schweizer Stadt an der Grenze zu Deutschland wird zum Ausgangspunkt für letztlich insgesamt rund 3200 Rad-Kilometer möglichst stets nahe an der Bundesgrenze entlang. Mitnehmen kann er einige Spenden, um Verpflegung und Übernachtungen finanzieren zu können. Karlsruhe und Köln, Emden, Bremerhaven, Schwerin, Stralsund, Greifswald, Penkun, Gartz und Schwedt, heute Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt und Guben und schließlich am Sonntag Bautzen und Görlitz sind einige der Tour-Stationen. Am Montag geht es dann nach Dresden, wo ihn die Bahn tags darauf in seine Heimatstadt Hagen bringt - aus dem Hochsauerland hatte er die Rückreise spendiert bekommen.

Bis zum Ziel am 11. Juli in der Elbmetropole wird sich der Hagener nur drei Ruhetage gegönnt haben - einen davon verbrachte er im unteren Odertal. Schon hier kann er ein Zwischenfazit ziehen: "Die Tour war wunderwunderschön. Es ging durchweg auf touristischen Radwegen entlang, zuletzt jetzt also auf dem Oder-Neiße-Radweg. Spontan haben sich einige Hoteliers auf der Tour oder beispielsweise auch die Emdener Feuerwehr bereiterklärt, einem Krebskranken ebenfalls eine Erholungswoche zu ermöglichen", erzählt er erfreut. Das gleiche Angebot machte ihm der Bürgermeister von Ahlbeck in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Ferienwohnung. Und natürlich hofft Trelenberg durch Kontakte mit vielen Menschen oder auch zu den örtlichen Zeitungen auf seiner Tour, Einzahlungen für das Spendenkonto des Vereins einwerben zu können.

"Oli radelt" möchte möglichst ordentlich viel Geld einsammeln, um über das Projekt "Auszeit für die Seele" hinaus vielleicht auch noch die Aktion "Freude schenken" unterstützen zu können: "Anliegen ist es hierbei, schwerkranken Menschen Lebensfreude dadurch zu schenken, ihnen einen unerreichbar scheinenden Wunsch zu erfüllen, ihnen so neuen Mut zu machen und Lebensfreude zu schenken", erzählt der Hagener. Wenn er in seiner Heimatstadt selbst seine 2016er-Tour Revue passieren lassen wird, will er einen kleinen Teil dazu beigetragen haben.

Spendenkonto: Engel mit Herz e. V. Steinfurt, IBAN: DE81 4035 1060 0073 7373 14 (Kreissparkasse Steinfurt), Kennwort: Oli radelt

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