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486 Flüchtlingskinder an Schulen

Wolfgang Seelbach setzt auf Bildungschancen für Flüchtlingskinder.
Wolfgang Seelbach setzt auf Bildungschancen für Flüchtlingskinder. © Foto: Rachner
Patrik Rachner / 30.08.2016, 22:37 Uhr
Havelland (MOZ) Im Landkreis Havelland gibt es derzeit 486 schulpflichtige Flüchtlingskinder. 291 von ihnen besuchen die Grundschulen, 196 die weiterführenden Schulen. Das hat das für das Havelland zuständige Staatliche Schulamt mit Sitz in Neuruppin am Montagabend im Sozialausschuss bekannt gegeben. Weitere 64 Schüler mit Flüchtlingshintegrund hatten zuletzt eine zweijährige Berufsgrundbildung am Oberstufenzentrum Havelland begonnen. Das geht aus einer Anfrage hervor, die Wolfgang Seelbach (Bündnisgrüne) gestellt hatte. Sein Zwischenfazit - auch als Landeselternsprecher - fällt mit Blick auf die sogenannten Vorbereitungsgruppen, die geschaffen worden sind, um die Eingliederung von Flüchtlingen in den Schulalltag zu erleichtern, zudem positiv aus.

"Der Landkreis und das Schulamt handeln alles in allem vorbildlich. Es ist einiges getan worden, um den Flüchtlingskindern Bildungsperspektiven aufzuzeigen", sagte er gegenüber dieser Zeitung. Die Vorbereitungsgruppen etwa, die dazu dienen, die Kinder auf den Regelunterricht vorzubereiten, seien mit 22, zwei Drittel an Grundschulen und ein Drittel an weiterführenden Schulen, in ausreichender Zahl vorhanden. Außerschulisch gibt es bis zu sechs Vorbereitungsgruppen. Eine weitere eigenständige Klasse ist an der Schule am Akazienhof angegliedert. "Grundsätzlich finde ich eine Differenzierung gut, weil so unterschiedliche Kompetenzen gefördert werden können", meine Seelbach.

Das ist auch vonnöten, schließlich sind Angebote je nach Bildungsstand erforderlich. Vom Analphabeten bis hin zu Schülern, die das Fachoberschulniveau bereits haben, können Defizite spezialisiert ausgemerzt werden. Deren 36 Förderkurse laufen deshalb auch parallel oder zusätzlich zu den schulischen Angeboten. "Das ist auch sinnvoll", so der Bildungsexperte, der auf Landesebene an der neuen Eingliederungsverordnung mitgewirkt hatte. Die jetzige Bestandsaufnahme zur Beschulung der Flüchtlingskinder soll in zwei bis drei Jahren genauestens analysiert werden. Das heißt: Die Frage, wie die Maßnahmen gewirkt haben, soll erörtert werden, Stichwort Erfolgskontrolle.

Übrigens: Zusätzlich zum normalen Lehrerbestand fallen 20,4 Vollzeitstellen und damit 1735 Lehrerwochenstunden zusätzlich an. Wie viel Personalkosten in Summe entstehen, ist indes unklar. Selbiges gilt für die Finanzierung sogenannter Sprachmittler, die bei der Aufnahme von Schülern, übersetzen sollen, aber keine Dolmetscher sind.

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