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Flugschule siedelt sich bei Pohlitz an

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Janet Neiser / 27.10.2016, 20:30 Uhr
Eisenhüttenstadt/Pohlitz (MOZ) Auf den Verkehrslandeplatz bei Pohlitz ist Bewegung gekommen. Seit Monaten schon finden vermehrt Veranstaltungen auf einem der östlichsten Flugplätze Deutschlands statt. Und im November wird dort auch eine renommierte Flugschule aus Strausberg einen zweiten Standort eröffnen.

Seit Juni hat die Flugplatzgesellschaft Eisenhüttenstadt/Frankfurt (Oder) einen neuen Geschäftsführer. Und der bringt ordentlich frischen Wind auf den Verkehrslandeplatz Pohlitz. Ohne viel Brimborium und ohne eine Aufwärmphase hat sich Andreas Schmutzler aufgemacht, den Flugplatz im Waldgebiet zwischen Pohlitz und der B 112 aus seinem - wie er es nennt - "Dornröschenschlaf" zu erwecken. Der habe letztlich dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren immer weniger Notiz von dem Verkehrslandeplatz genommen wurde - sowohl was Piloten als auch die Öffentlichkeit angeht.

"Wir müssen die vielfältigen Möglichkeiten, die es hier gibt, und unsere Vorteile klar darlegen. Und wir müssen die Politik davon überzeugen, dass dieser Platz eine große Bedeutung für den Wachstumskern Eisenhüttenstadt/Frankfurt Oder hat", sagt er mit Blick auf teilweise skeptische Gesellschafter. So wollte unter anderem die Stadt Frankfurt, die 48 Prozent der Anteile besitzt, die jährlichen Zuschüsse bereits vor Jahren streichen, und auch in Eisenhüttenstadt (25 Prozent) wurde diskutiert, ob die Gelder nicht gekürzt werden sollten. Das käme derzeit einem Todesstoß gleich. Neben diesen Städten gehören auch der Landkreis Oder-Spree (25 Prozent) sowie die Gemeinde Siehdichum (2 Prozent) zu den Gesellschaftern.

Der Frankfurter Unternehmer Andreas Schmutzler ist selbst leidenschaftlicher Pilot und nutzt die Pohlitzer Start- und Landebahn gern und häufig. Er kennt die Facetten des Flugplatzes und zählt sie auf: Segelflieger gibt es dort, und zwar richtig gute. Modellflug-Fans haben auf der Fläche, die etwa vier Fußballfelder groß ist, ebenfalls ihr Quartier. Trikes, Ultraleichtflugzeuge sowie die Echo-Klasse, zu der Motorflugzeuge gehören, die maximal 2000 Kilogramm wiegen, können problemlos landen und starten. Mehrere Hallen auf dem Hangar ermöglichen zudem das sichere Abstellen der Maschinen. Eine Tankstelle vor Ort lockt nicht nur Piloten von der Bundespolizei und dem Zoll regelmäßig an. Und wer Hunger oder Durst hat, der kann sich im Flugplatz-Bistro stärken.

Ab November kommt nun eine weitere Facette hinzu: Die Ruwe Aero GmbH mit Sitz in Strausberg eröffnet einen Außenstandort, und zwar auf dem Verkehrslandeplatz der Flugplatzgesellschaft Eisenhüttenstadt/Frankfurt (Oder). "Die Schwerpunkte werden weiterhin in der Aus- und Weiterbildung von neuen Piloten und vor allem in der Flugsicherheit liegen, sowie auch im Bereich der Rundflüge. Es werden eine Menge neue und interessante Projekte in Eisenhüttenstadt und Umgebung entstehen", teilt Derek Pokorny, Betriebsleiter von Ruwe Aero mit. Und danach begründen er und der künftige Standortleiter Hannes Krüger auch, warum man sich für den Verkehrslandeplatz nahe Eisenhüttenstadt entschieden hat. Es handele sich um einen kleinen, aber gut ausgebauten Flugplatz direkt an der Grenze zu Polen, auf dem man durchweg gute Erfahrungen gemacht habe. Zudem sei das Team rund um den Flugplatzchef herzlich. Dass Eisenhüttenstadt nur 25 Flugminuten von Berlin entfernt ist, ermögliche ausgezeichnete Trainingsbedingungen für Flugschüler und gestandene Piloten. Die Nähe des Flugplatzes zu Eisenhüttenstadt betrachten Pokorny und Krüger ebenfalls als Standortvorteil. "Die Stadt ist mittels Auto innerhalb von zehn Minuten erreichbar und bietet somit gute Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten für Gäste des Flugplatzes", heißt es in einer schriftlichen Erklärung. Und da im An- und Abflugbereich keine Ortschaften liegen, halte sich die Lärmbelastung für die Bevölkerung in Grenzen.

Ruwe Aero teilt mit: "Wir möchten dazu beitragen, die Luftfahrt, diesen interessanten und wichtigen Wirtschaftssektor in seiner ganzen Vielfalt mit Vereinen, Flugschulen und Piloten zu unterstützen, die Sicherheit zu fördern und den Spaß an der Fliegerei weiter zu tragen."

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