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Kein Klimaschutz ohne Windräder und Solarparks

Was ist "Enkeltauglich"? Anita Tack (rechts) referierte bei ihrer Buchvorstellung über eine nachhaltige Gesellschaft.
Was ist "Enkeltauglich"? Anita Tack (rechts) referierte bei ihrer Buchvorstellung über eine nachhaltige Gesellschaft. © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 06.11.2016, 22:01 Uhr
Bad Freienwalde (kth) Nachhaltigkeit ist ein Wort, das an Wirkung verloren hat. Denn eigentlich soll es Vertrauen schaffen. Vertrauen in die Zukunft, Vertrauen in kommende Generationen. Doch wie das immer so ist mit großen Worten, verlieren sie nach viel Gerede und Anwendungen schnell an Bedeutung.

Deshalb hat Linken-Politikerin Anita Tack einen neuen Ausdruck gesucht. "Enkeltauglich" ist das Wort, welches der Landtagsabgeordneten als Titel für ihr Buch lebensnah und am geeignetsten erschien. "Denn wer Enkel hat, denkt anders über die Welt", sagte Anita Tack zum Auftakt ihrer Buchvorstellung in Haus der Naturpflege am Freitagabend. Sie selbst habe mittlerweile 13 Enkel - das Leben in einer Patchwork-Familie machte den großen Familienzuwachs möglich.

Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ging ihre Partei, die Linke, 2009 mit der Schaffung des Landesministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV), sagte Anita Tack, die während der Regierungszeit von Matthias Platzeck dort den Vorsitz bis 2014 inne hatte. Mittlerweile gebe es das Ministerium nicht mehr und die Fachbereiche wurden anderen Ministerien zugeordnet. Dies bedauerte die Landtagsabgeordnete, hielt und hält sie doch gerade die Verknüpfung dieser Ressorts für eine zukunftsweisende Herausforderung einer nachhaltigen, also einer "enkeltauglichen" Gesellschaft.

"Gesund leben in einer intakten Umwelt" ist ein Credo, das sie damals und auch heute noch vertritt, so Anita Tack. "Aber die Umwelt bleibt bei den meisten Entwicklungen oft auf der Strecke", sagte die Landtagsabgeordnete. Die Wirtschaft stehe mit vielen Lebensformen des Menschens in Konflikt. Deshalb müsse Wissen eingesetzt werden, um den Kurs zu ändern. "Wer den Klimaschutz fördern will, muss akzeptieren, dass Windräder und Solarparks auf Freiflächen entstehen. Wer Hochwasserschutz möchte, muss akzeptieren, dass dafür Polder notwendig sind", so Anita Tack. Um nachhaltig zu handeln, sei auch Bürgernähe und Transparenz gefragt, insbesondere bei den Verwaltungen der Kommunen.

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