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Das grüne Herz will viele Hände

Bürgerprojekt 2017: Entwicklung des Geländes um den Naturlehrpfad in Rehfelde - dabei wird das Wäldchen im Gemeindebesitz als siedlungsnahe Erholungsfläche für alle Generationen betrachtet. Er ist aber ebenso Bildungsstätte, Kunst am Wegrand und Ort für u
Bürgerprojekt 2017: Entwicklung des Geländes um den Naturlehrpfad in Rehfelde - dabei wird das Wäldchen im Gemeindebesitz als siedlungsnahe Erholungsfläche für alle Generationen betrachtet. Er ist aber ebenso Bildungsstätte, Kunst am Wegrand und Ort für u © Foto: MOZ
Gabriele Rataj / 07.12.2016, 07:30 Uhr
Rehfelde (MOZ) Er ist Ziel von Kita-Kindern und Hortgruppen, aber auch von Familien oder Spaziergängern: der Naturlehrpfad in dem kleinen Wäldchen mitten im Ort. Dieses Areal rückt 2017 auf Vorschlag des Arbeitskreises Naturlehrpfad als Bürgerprojekt in den Mittelpunkt.

In diesem Jahr war es die Anlage vor dem Bürgerzentrum, die mit Grünanlage, Springbrunnen und Bänken gestaltet wurde. Ein andermal der Grundschul-Innenhof als Grünes Klassenzimmer, auch der Naturlehrpfad war 2013 schon einmal Objekt kommunalen Bürgerinteresses.

In Zeiten stets knapper werdender Finanzen gewinnen jene Bürgerprojekte an Bedeutung, die nicht den Gemeindehaushalt belasten, die von freiwilligem Einsatz, Spenden, gesponsertem Material u. Ä. leben und dabei letztlich die Lebensqualität der Allgemeinheit heben.

Wie der Naturlehrpfad im Herzen von Rehfelde, der das kleine Nadelwäldchen durchläuft und wo an Schautafeln und anderen "Wegbegleitern" Wissenswertes aus Natur und Umwelt vermittelt wird. An der Außengrenze des Areals, das mit etwa fünf Hektar Wald bestanden ist, sind Bäume des Jahres gepflanzt worden. Die Kinder lieben den Märchenhexenweg mit den Steinskulpturen. Einen der Pfade säumen interessante Findlinge.

Es gibt für viele Menschen unterschiedlichsten Alters immer einen Grund, dieses grüne Eckchen aufzusuchen, um das sich seit Jahren der Arbeitskreis Naturlehrpfad der Heimatfreunde bemüht und in diesem Jahr als Bürgerprojekt "Weiterentwicklung Naturlehrpfad und Umfeld" für das freiwillige kommunale Gemeinschaftsvorhaben 2017 vorgeschlagen hat.

Zuvor haben sich die Ehrenamtler zusammen mit Landschaftsgestalter Uwe Steinkamp aus Ihlow, aber auch die Mitglieder des Kinderrats der Kita Fuchsbau schon jede Menge Gedanken gemacht, in welche Richtung die erwünschte Weiterentwicklung und Gestaltung des Naturlehrpfad-Umfeldes erfolgen könnte.

Der Entwurf eines Grobkonzeptes wurde auch schon in Arzt-Praxisräumen, Heimatstube, Schaukasten und auf der gemeindlichen Internetseite gezeigt. Kernpunkte sind dabei das Bewahren des Waldcharakters, der Trampelpfade nicht ausschließt, Sichtachsen hin zum zentralen Erlebnisplatz und deren geeignete Größenordnung, offene Gestaltung als Basis für Bürgerkontrolle und äußerst zurückhalte Ausstattung.

"Dazu möchten wir Anregungen, Hinweise, Meinungen von möglichst vielen Bürgern jeglichen Alters haben", sagt Reinhard Gohlke vom Arbeitskreis Naturlehrpfad. "Was denken die Rehfelder darüber, was für Vorstellungen hätten sie, wie würden sie sich beteiligen?"

Dabei soll das Gelände keinesfalls ein Spielplatz werden, auch kein Park im ursprünglichen Sinne. Denn auf einer als Wald klassifizierten Fläche darf keine waldfremde Nutzung erfolgen. Spielgeräte im herkömmlichen Sinne entfallen natürlich, ebenso befestigte Wege oder Gebäude. Wege und Lichtungen indes, an deren Rand vielfältige Biotope entstehen können, stehen dem nicht entgegen.

Dass der Charakter als Wald bei allen geplanten Aktionen erhalten bleiben muss, fordert nicht nur das brandenburgische Waldgesetz. Es war zugleich die Basis-Option des Eigentümers für den Verkauf der gut acht Hektar großen Fläche an die Gemeinde Rehfelde. Sie darf zehn Jahre lang nicht bebaut werden.

Zuvor wurde das Vorhaben auch mit Revierförster Gerald Michel abgestimmt, der es ausdrücklich befürworten würde, teilt Uwe Steinkamp nach Gespräch mit dem Forstmann mit. Eine verträgliche Nutzung des Waldes als Erholungsfläche in Siedlungsnähe stütze nicht nur das Waldgesetz, heißt es daher, es könnten möglicherweise sogar Fördermittel in dem Zusammenhang eingeworben werden.

Dann nämlich, wenn in dem, vor allem von Kiefern bestandenen Wäldchen eine forstwirtschaftliche Aufwertung durch den Umbau zu einem Laubholz-Mischbestand erfolgen würde - ökologisch sinnvoll und gleichzeitig von größerem Erholungswert.

Außerdem: Wer hat schon so ein grünes Herz mitten im Ort, das allen Bürgern frei zugänglich ist, das Spazierengehen ermöglicht, Joggen und Nordic Walking, wo sich Kindergruppen oder Familien am Lehrpfad bilden und auf einem zentralen Platz verschiedene Höhepunkte stattfinden können? Es spricht dafür, dass sich viele beteiligen.

Meinungen, Hinweise, Anregungen an: agohlke@t-online.de oder buergermeister.rehfelde@amt-maerkische-schweiz.de

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