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Lindendorfs Gemeindevertreter lehnen Stallumbau einstimmig ab

Abgeordnete gegen Hähnchenmast

Ines Weber-Rath / 15.12.2016, 06:00 Uhr
Lindendorf (MOZ) Für Sachsendorfs Ortsvorsteherin Beate Frey und einige andere Teilnehmer der Gemeindevertretersitzung war der Eindruck am Dienstagabend noch frisch: Einen Tag zuvor hatten sie an der von Tierschützern anberaumten Diskussionsrunde zur geplanten Hähnchenmastanlage in Sachsendorf teilgenommen.

"Ich dachte anfangs, da entstehen Jobs. Aber das ist ja ein Irrtum. Nachdem ich die in der Amtsverwaltung ausliegenden Antragsunterlagen zu dem Vorhaben studiert hatte, war ich entsetzt, was die Odega da vor hat. Nach dem jetzigen Stand der Dinge muss ich das ablehnen", erklärte Beate Frey in der Beratung am Dienstag in Dolgelin. Sie bat die Abgeordneten eindringlich, es ihr gleich zu tun.

In der Einwohnerfragestunde hatte zuvor die Sachsendorferin Patricia Werner bedauert, dass "so wenige Sachsendorfer" zu der Gesprächsrunde am Montag gekommen seien. Ihrer Meinung nach sei es den Initiatoren nicht um eine Diskussion, sondern nur darum gegangen, dass das Vorhaben abgelehnt wird.

Auch Beate Frey bedauerte, dass so wenige Anwohner da waren und dass sich weder der anwesende Odega-Vertreter noch die Sachsendorfer Tierärztin in der Diskussion geäußert hätten. Nachdem auch der Abgeordnete Christian Gehlsen erklärt hatte: "Diese Großanlagen sind ein Irrweg. Wir müssen umkehren. Ich nehme lieber eine Ruine am Dorfrand in Kauf", ließ Bürgermeister Helmut Franz abstimmen.

Die von der Amtsverwaltung Seelow-Land formulierte Zustimmung zur Umnutzung der ehemaligen Rinderhaltungsanlage am Sachsendorfer Ortsrand zur Hähnchenmastanlage nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz verweigerten die Lindendorfer Gemeindevertreter einstimmig. Die Sachsendorfer Vertreter dankten ihren Abgeordnetenkollegen dafür. Bei dem Beschluss handelt es sich nur um eine Stellungnahme der Gemeinde. Ob sie das Vorhaben im Außenbereich zwischen Sachsendorf und Rathstock verhindert, steht nicht fest.

In der Sachdarstellung der Amtsverwaltung zum Antrag der Odega heißt es, dass "erhebliche Beeinträchtigungen durch Gerüche, Schallwellen sowie Stäube und Keime nicht zu erwarten" seien. Das Agrarunternehmen will die Hähnchen in vier Ställen nach der mit Tierschützern entwickelten so genannten FairMast-Methode halten.

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