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Weihnachtsfeier für Bedürftige im Fürstenwalder Dom / Nikolaus beschenkt die Kinder

Ein bisschen Glück und viele Probleme

Bepackt: Alisha (5) hat ein großes Geschenk von Nikolaus Hans-Joachim Lachmann erhalten.
Bepackt: Alisha (5) hat ein großes Geschenk von Nikolaus Hans-Joachim Lachmann erhalten. © Foto: MOZ/Manja Wilde
Manja Wilde / 15.12.2016, 20:21 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Es war ein Tag vor Nikolaus, als eine 18-jährige Frau, die ein Baby erwartet, an die Tür von Ingrid Freninez klopfte. "Ich weiß nicht, ob sie das hören wollen, was ich Ihnen erzähle", habe die Schwangere zu ihr gesagt, erinnert sich die Leiterin des sozialen Zentrums "Haltestelle". Es war der Anfang einer vorsichtigen Annäherung. Die junge Frau ist in Not, kam vorübergehend bei einem Bekannten unter. Ingrid Freninez wird nun versuchen, Lösungen für ihre Probleme zu finden.

Die "Haltestelle" der Caritas hilft sozial benachteiligten Menschen. Am Donnerstag standen jedoch nicht Probleme im Vordergrund, sondern Vorfreude auf das nahe Fest. Rund 30 Gäste waren zur traditionellen Weihnachtsfeier im Dom gekommen. Dicke Kerzen leuchteten am Weihnachtskranz, auf den Tischen standen Schalen mit Plätzchen. Schüler des Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrums führten das Stück Schneewittchen auf und servierten Wildgulasch mit Klößen.

"Es macht Spaß, Leuten zu helfen", sagte Leon Hein (19), der die vollen Teller an die Tische trug. "Schmeckt sehr lecker", lobte Michael Geller (44), der mit Lebensgefährtin Nicole Krüger und drei kleinen Kindern gekommen war. Dann war es soweit: In festlichem Gewand, mit Rauschebart und Bischofsstab, betrat der Heilige Nikolaus die Kirche. Die Kinder rutschten aufgeregt auf ihren Stühlen, versammelten sich um den Gast, sangen mit ihm, sagten Gedichte auf - und nahmen große Geschenke in Empfang. Cedric (4) packte zuerst ein gelbe Flöte aus. "Zu Hause kann ich damit Musik machen", freute er sich.

Ingrid Freninez beobachtete das muntere Treiben zufrieden. Etwa 40 Bedürftige begleitet sie pro Monat, vermittelt Hilfe bei Verschuldung, Sucht- und Wohnungsproblemen. Gerade betreut sie auch einen alleinerziehenden Vater mit zwei Töchtern. "Wir haben für ihn im September Arbeit gefunden. Jetzt passt alles", freut sich die 59-Jährige.

Stadt, Landkreis und zahlreiche Spender unterstützen die Haltestelle. Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst und Kreis-Sozialdezernent Rolf Lindemann gehörten zu den Gästen der Weihnachtsfeier.

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