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Wustermarker wollen Gesamtschule

Patrik Rachner / 16.02.2017, 22:21 Uhr
Wustermark (MOZ) In Wustermark gibt es eine Grundschule und eine Oberschule. Eine Gesamtschule oder ein Gymnasium sucht man dort vergebens. Darüber sind nicht nur viele Wustermarker Eltern, sondern auch die Lokalpolitik verärgert. Denn der anhaltende Bau-Boom erhöht die Einwohner- und damit auch die Schülerzahlen der Gemeinde drastisch und langfristig. Dass einem eigenen Anliegen auf Umwandlung der Heinz-Sielmann-Oberschule in eine Gesamtschule vor gut drei Jahren auf Seiten des Landkreises nicht entsprochen wurde, stößt nun bei Kommunalpolitikern und auch Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) vor dem Hintergrund der perspektivisch möglichen Umwandlung der Hans-Klakow-Oberschule in Brieselang in eine Gesamtschule bitter auf.

Prognosen gehen davon aus, dass sich die Gemeinde Wustermark bis 2030 in der Spitzengruppe bezogen auf das Bevölkerungswachstum in ganz Brandenburg befinden wird. Die 10.000 Einwohnermarke hat die Gemeinde schon so gut wie erreicht, und es werden ständig mehr. Momentan schießen besonders im Ortsteil Elstal die Einfamilienhäuser wie Pilze aus dem Boden, und es wurde bereits weiteres Bauland freigegeben. 3.000 weiter Einwohner können dort ein neues Domizil finden. Aber: Die Entwicklung der Infrastruktur hinkt hinterher. "Es ist ersichtlich, dass der Zustrom an Kindern in Wustermark nicht abreißt", schildert Ortsvorsteher Mathias Kunze (SPD) die Lage. Doch während gerade eine weitere Kita gebaut und eine Erweiterung der Grundschule auf den Weg gebracht wurde, tut sich an der weiterführenden Oberschule derzeit nichts, obwohl die Gemeindevertretung laut Schreiber schon in 2014 den gefassten Beschluss, zur Umwandlung der Oberschule in eine Gesamtschule, beim Landkreis Havelland eingereicht hatte. Vergebens. "Dass im Entwurf der kreislichen Schulplanung die Weiterentwicklung der Oberschule Elstal zu einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe bisher nicht vorgesehen ist, wird dem Potenzial der Elstaler Schule und ihrem zentralen Standort im Osthavelland nicht gerecht", meint der Elstaler Kreistagsabgeordnete Tobias Bank mit Blick auf die kürzlich vorgestellte Schulentwicklungsplanung. "Die nötigen Platzkapazitäten und der nötige Ausbaustandard in der Schule sind weitestgehend vorhanden, der stete Bevölkerungszuwachs in Wustermark spricht für einen Bedarf vor Ort und das Wirtschaftsprofil der Schule spricht jetzt schon viele Eltern und Schüler aus umliegenden Kommunen wie Dallgow an." Weil Schüler, die in Ruhe das Abitur in 13. Schuljahren erwerben möchten, verstärkt versuchen, einen der begehrten Plätze an einer Gesamtschule zu ergattern, sei das Grund genug, das Pferd wieder an den Start zu bringen, so Thomas Krüger (CDU). "Wir wollen am Schulstandort Wustermark ein durchgängiges Bildungsangebot von der ersten Klasse bis zum Abitur. Kurze Beine, kurze Wege sind für uns die Lebensqualität vor Ort." Gerade wird über den Entwurf zum Schulentwicklungsplan des Landkreises Havelland beraten und die Wustermarker Zählgemeinschaft aus CDU, SPD und B'90/Grüne möchte die Gesamtschule wieder ins Rennen schicken. "Es geht um nichts Geringeres als die Bildungszukunft in Wusterkmark für die nächsten zehn Jahre und deshalb haben wir als Zählgemeinschaft aus CDU, SPD und B'90/Grüne diesen Punkt als Eilantrag in die nächste Gemeindevertretung eingebracht, teilte Oliver Kreuels (CDU/Sprecher der Zählgemeinschaft) auf Anfrage mit. Denn eine Stellungnahme der Gemeinde muss bis Anfang März beim Landkreis eingehen und die Beschlussfassung ist für die Mai-Sitzung im Kreistag vorgesehen. "Der gesamte Zeitablauf ist für uns sehr befremdlich", merkt Manfred Rettke, Fraktionsvorsitzender SPD, an. Er fragt sich, "wie kann der Landkreis eine Presseerklärung zu dem Entwurf eines Schulentwicklungsplanes abhalten, also de facto ein Ergebnis vorstellen, ohne dass die betroffenen Gemeinden angehört wurden und der Kreistag darüber abgestimmt hat?" In einem Eilantrag für die Gemeindevertretung am kommenden Dienstag forderte die Zählgemeinschaft Bürgermeister Schreiber unmissverständlich auf seiner Verantwortung gerecht zu werden. Das will er auch tun. Er sagt. "2014 waren wir die Vorreiter mit unseren auf den Weg gebrachten Planungen und Konzepten. Ich bin ehrlich gesagt sehr überrascht davon, warum der Landkreis unser damaliges Anliegen verworfen hat und nun eine andere Lösung präferiert und uns ungefragt übergeht. Dafür habe ich wenig Verständnis.Wir werden unser Interesse erneut bekunden. Die Rahmenbedingungen sind bei uns bestens vorhanden."

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