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Altes Rathaus wechselt den Besitzer / Finanzierung für Schöneicher Wohnprojekt steht

Kaufvertrag ist unterschrieben

Backen für den guten Zweck: Astrid Berger (links) und Heike Meves vom Wohnprojekt Schöneiche, den Käufern des ehemaligen Rathauses an der Brandenburgischen Straße, wollen mit dem Verkauf von Lebkuchen Spenden für ihr Vorhaben sammeln.
Backen für den guten Zweck: Astrid Berger (links) und Heike Meves vom Wohnprojekt Schöneiche, den Käufern des ehemaligen Rathauses an der Brandenburgischen Straße, wollen mit dem Verkauf von Lebkuchen Spenden für ihr Vorhaben sammeln. © Foto: MOZ
Anke Beißer / 25.11.2014, 05:45 Uhr
Schöneiche (MOZ) Der Kaufvertrag für das alte Rathaus zwischen der Gemeinde Schöneiche und der Wohntat Wohnprojekte GmbH ist geschlossen. Laufen jetzt alle Formalitäten nach Plan, könnten die Umbauarbeiten an der Brandenburgischen Straße in zwei, drei Monaten beginnen.

Heike Meves, Vorsitzende des Vereins Wohnprojekt Schöneiche, ist guter Dinge. Die wichtigsten Hürden für das alternative, Generationen übergreifende Projekt sind genommen, seit Freitag ist der Kaufvertrag für das alte Rathaus unterzeichnet. "Die Gemeindevertreter müssen noch zustimmen. Bisher wurde unser Vorhaben von allen Seiten unterstützt", ist die Schöneicherin zuversichtlich. Bis die Mitstreiter an ihrem ersten Objekt endlich Hand anlegen können, ist aber noch etwas Geduld gefragt. Denn zuerst muss der Eigentümerwechsel im Grundbuch vermerkt werden. "Das dauert wohl etwa zwei Monate." Dann werde der Kaufpreis - 250 000 Euro - fällig. Aber auch das sei kein Problem, die Finanzierung stehe. Der gesamte Rahmen, einschließlich Umbau und Sanierung, belaufe sich auf 450 000 Euro. Gut 100 000 Euro sind Eigenmittel, den großen Rest steuere das Miethäuser Syndikat bei, dessen 89. Mitglied der Verein inzwischen ist. "Die Refinanzierung läuft über die Miete", sagt die 58-Jährige. Im Fall des Rathauses werde es gelingen, die maximale Kaltmiete von 6,50 Euro zu garantieren. Bei der ehemaligen Bürgelschule in der Kollwitzstraße, dem zweiten, für den Verein nach wie vor interessanten Objekt, wäre das nicht gelungen. "Der Bauzustand ist wesentlich schlechter. Aber wir bleiben dran."

Der Verein zählt mittlerweile 15 Erwachsene im Alter von 31 bis 63 Jahren, die in der Gemeinschaft wohnen wollen. Hinzu kommen neun 3- bis 13-jährige Kinder. Viele der Mitstreiter stammen aus Schöneiche, andere aus Berlin und Grünheide. Beruflich bewegen sie sich auf recht unterschiedlichen Pfaden - von Pädagogen über Heilpraktiker und Kunsttherapeutin bis hin zum Physiker. Was sie eint, ist das soziale Interesse, der solidarische Gedanke. Heike Meves (58) testet derzeit das neue Wohngefühl schon mal. Denn bei ihr ist vor fünf Monaten Astrid Berger (31) mit ihrem siebenjährigen Sohn eingezogen. "Es klappt fantastisch", sind sich beide Frauen einig.

Wenn es dann im Rathaus losgeht, ist viel Eigeninitiative gefragt. Auch die Unterstützung durch Firmen, vielleicht mit Technik oder auch Material als Spende, sind dann willkommen. Derzeit entwickelt ein Architekt die Grundrisse für die einzelnen Etagen. Fest steht, dass in dem etwa 110 Jahre alten Gemäuer nach jetzigem Stand Platz für sechs Erwachsene und drei Kinder sein wird. "Vielleicht rücken wir noch etwas zusammen und es geht mit sieben Erwachsenen", sagt Heike Meves. Das werde die Feinabstimmung ergeben. Die Nebengebäude sind für Wohnzwecke ungeeignet. Dort sollen eine Selbsthilfe-Werkstatt, Büros und eine Übernachtungsmöglichkeit für Gäste untergebracht werden. "Und wir wollen einen schönen Garten."

Im Moment werden aber nicht nur Pläne geschmiedet. Um Spenden einzuwerben, ist der Verein auf dem Weihnachtsmarkt am Wochenende in der Kugi vertreten. Aus 30 Kilogramm Teig sind reich verzierte Lebkuchen in Form von altem Rathaus und Bürgelschule, außerdem Pfefferkuchenmännen und -frauen entstanden, die möglichst zahlreich, gegen einen Obolus, den Besitzer wechseln sollen.

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