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Auch Gutscheintausch-Projekt der Initiative"Willkommen in Oberhavel" ausgezeichnet

Bobzien-Preis für Berliner Schüler

Ausgezeichneter Widerstand: Seit einem Jahr konterkarieren die Mitglieder der Initiative "Willkommen in Oberhavel" die Asylpolitik des Landkreises. Nun wurden sie als Drittplatzierte mit dem Franz-Bobzien-Preis geehrt.
Ausgezeichneter Widerstand: Seit einem Jahr konterkarieren die Mitglieder der Initiative "Willkommen in Oberhavel" die Asylpolitik des Landkreises. Nun wurden sie als Drittplatzierte mit dem Franz-Bobzien-Preis geehrt. © Foto: MZV
Tilman Trebs / 05.05.2014, 08:19 Uhr
Oranienburg (MZV) Mit zahlreichen Veranstaltungen ist am Wochenende in den Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück der Befreiung der Konzentrationslager vor 69 Jahren gedacht worden. Ein Höhepunkt war die Verleihung des Franz-Bobzien-Preises.

Mit dem Preis würdigen die Stadt Oranienburg und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten seit drei Jahren Projekte, die zur historisch-politischen Bildung und zur Stärkung der Demokratie beitragen. Erstmals war der Preis nicht nur in Brandenburg, sondern auch in Berlin ausgeschrieben worden.

Der erste Preis ging dieses Jahr auch in die Hauptstadt. Ausgezeichnet wurde das "Ziegelsteinprojekt" der Integrierten Sekundarschule aus Tempelhof. Schüler helfen seit 2011, das ehemalige Kriegsgefangenenlager in der polnisch-deutschen Grenzstadt Zgorzelec bei Görlitz in einen würdigen Gedenkort umzuwandeln. Die Berliner übernehmen dabei nicht nur pflegerische Arbeiten, sondern recherchieren auch das Schicksal der dort inhaftierten Soldaten aus zahlreichen Ländern und stellen mit deren Namen versehene Ziegel her, um die Anonymität der Opfer aufzuheben.

Den zweiten Preis teilen sich Zossener Vereine für das Projekt "Zossen erinnert an 1933 und die Folgen" sowie das Schwedter Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit für ihr Projekt "Antirassismus macht Schule".

Mit dem dritten Platz wurde die Initiative "Willkommen in Oberhavel" ausgezeichnet, die seit vergangenem Jahr im Landkreis Gutscheine von Asylbewerbern in Bargeld eintauscht, um den Flüchtlingen so einen Einkauf ohne Restriktionen zu ermöglichen. Zwar passte die Gutschein-Initiative nicht unbedingt in den Anforderungskatalog des Bobzien-Preises. Die Ehrung sollte aber als politisches Statement verstanden werden, dass die Jury, zu der unter anderem die RBB-Journalistin Carla Kniestedt gehörte, die als stigmatisierend empfundene Gutscheinvergabe des Landkreis missbilligt und das Werben der Initiative für ein vorurteilsfreies Miteinander unterstützt.

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