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Erste Hürde genommen

Ingo Wellmann, Vorsitzender des Bildungsausschusses.
Ingo Wellmann, Vorsitzender des Bildungsausschusses. © Foto: Stephan Achilles
Patrik Rachner / 04.04.2017, 21:34 Uhr
Havelland (MOZ) Der havelländische Bildungsausschuss hat am Montag einstimmig den Entwurf des kreislichen Schulentwicklungsplans angenommen und eine entsprechende Empfehlung für den Kreistag, der am 8. Mai endgültig entscheiden muss, abgegeben.

Damit steigen auch die Chancen, dass die Oberschule in Brieselang in eine Gesamtschule umgewandelt werden kann. Zumindest ist die Präferenz dafür eindeutig ausgefallen, obgleich etwa der Vorsitzende des Kreisschulbeirates, Wolfgang Seelbach (Grüne), bewusst keine Standortempfehlung abgab, er dem Schulentwicklungsplan jedoch zustimmte. Bildungsdezernentin Elke Nermerich hatte zuvor das Zahlen- und Datenwerk nocheinmal den Ausschussmitgliedern vorgestellt, in Summe überzeugend, wie Ingo Wellmann (SPD), Vorsitzender des Ausschusses, meinte.

"Ich freue mich natürlich darüber, dass der Entwurf auf eine breite und vor allem einstimmige Zustimmung gestoßen ist. Das zeigt auch, dass unser Schulverwaltungsamt eine sehr gute Vorarbeit etwa mit Blick auf Berechnungsgrundlagen und den weiteren Parametern geleistet hat. Ich denke, der Bildungsausschuss hat ein Signal gesetzt. Das ist ein wichtiger Schritt", betonte Havellands Landrat Roger Lewandowski (CDU) am Dienstag gegenüber dieser Zeitung.

Obgleich nicht alle Kommunen und Institutionen eine Stellungnahme zum Schulentwicklungsplan abgegeben hatten, es gab eine Rückmeldungsquote von 38 Prozent bei insgesamt 75 prozentiger Zustimmung, so liegen die Gründe im prognostizierten Bedarf an Gymnasialplätzen. Eine zusätzliche Gesamtschule oder ein anderer Standort wie Elstal würde den Bestand weiterer Schulen gefährden, hieß es. So seien die Sicherheit für den Standort Ketzin, die notwendige Entlastung der Kant-Gesamtschule in Falkensee und die Nachfrage aus Schönwalde-Glien ausschlaggebende Argumente gewesen, wie Elke Nermerich betonte.

Und: "Es ist immer schwierig, für einen und zugleich gegen einen Standort sein zu müssen. Aber die Faktenlage vor dem Hintergrund der Abwägung von Vor- und Nachteilen spricht eindeutig für Brieselang. Ich denke, wir setzen gegenüber dem Bildungsministerium des Landes ein Zeichen", meinte wiederum Wellmann. "Die Oberschule in Elstal leistet jedoch hervorragende Arbeit. Auch das will ich betonen."

Wolfgang Seelbach meinte während der Sitzung: "Es ist problematisch, einer Schule ein System überzustülpen, das diese gar nicht will. Wenn Brieselang eine Gesamtschule einrichten sollte, müssen dringend entsprechende pädagogische und personelle Vorbereitungen getroffen werden."

Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) hatte indes nochmal die Sichtweise der Gemeindeverwaltung, der Kommunalpolitik und der Schule vorgestellt. Er schlug vor, sich mit Blick auf eine endgültige Standortentscheidung mehr Zeit zu nehmen und einen richtigen Abwägungsprozess zu erwägen.

Wie dem auch sei: Da in Wustermark aktuell genügend Geld vorhanden ist, könnten deren Verantwortliche in der Verwaltung und auch die Kommunalpolitik möglicherweise über eine freie Trägerschaft nachdenken. Ob solche Pläne tatsächlich verfolgt werden, ist allerdings nicht bekannt.

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