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Brezeln für die Welt

Zehn Finger, eine Brezel: Angela aus Deutschland und Josiane aus Kamerun formen das Mudra für den guten Zweck. Dies ist eines von bisher 537 Bildern.
Zehn Finger, eine Brezel: Angela aus Deutschland und Josiane aus Kamerun formen das Mudra für den guten Zweck. Dies ist eines von bisher 537 Bildern. © Foto: brezel.world
Marco Marschall / 30.05.2017, 06:42 Uhr
Eberswalde (MOZ) Umweltministerin Barbara Hendricks tut es, die Eberswalder Künstlerin Antoinette und mit ihnen bisher mehr als 1000 Menschen weltweit: Brezel-Mudras. Moment. Brezel-Was? Zur Erklärung: ein Mudra ist eine Geste, die mit den Fingern geformt wird. Das Ganze kommt aus dem Buddhismus und Hinduismus. Wir kennen es vor allem von der Bundeskanzlerin. Denn auch Angela Merkels Raute ist ein solches Mudra. Wer sich nun noch eine zweite Person sucht und mit ihren Fingern zusammen eine Brezel formt, kann Studentinnen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung bei einem Facebook-Wettbewerb unterstützen und damit auch noch Gutes tun. Das Brezel-Mudra soll als Zeichen gegen Extremismus stehen. Für jedes Foto eines solchen Handgebildes gehen 40 Cent an die Amadeu-Antonio-Stiftung.

Doch wie kommt man auf so etwas? "Vorausgegangen ist ein achtstündiges Brainstorming", erklärt Claudia Brözel. Dass die HNE-Professorin im Bereich nachhaltiges Tourismusmanagement die Brezel beinahe im Namen trägt, ist Zufall. Sie und acht Studentinnen beteiligen sich derzeit erneut an einer Facebook-Challenge speziell für Hochschulen. Schon im vergangenen Jahr ging ein Team mit dem Projekt Heimattunes an den Start und kam unter die ersten Zwölf. Ein besonderer Anreiz: die kreativsten Teilnehmer werden von Facebook nach Washington eingeladen. Es geht um die Aufmerksamkeit, die das Projekt erregt sowie um Idee und Umsetzung, die letztlich von einer Jury bewertet werden.

Jedes Team erhält ein Startkapital vom Social-Media-Unternehmen. 1800 Dollar beträgt das Budget, das die Gruppe der HNE unter anderem in die Internetseite brezel.world gesteckt hat. Viel wichtiger aber: sie gibt einen Teil davon weiter für einen guten Zweck. "20 Cent pro Mudra-Bild, das auf der Website hochgeladen wird, gehen an die Amadeu-Antonio-Stiftung", erklärt Claudia Brözel. Außerdem konnten die Studentinnen die Software-Firma Beef als Sponsor gewinnen. Das Unternehmen verdoppelt die Spende. Somit gehen pro Mudra-Foto sogar 40 Cent an die Stiftung. Bei 2500 Fotos wäre der Geldtopf des HNE-Teams zunächst erschöpft. Doch Claudia Brözel ist guter Dinge, Sponsoren zu finden, um bei größerer Resonanz noch weitersammeln zu können. Bisher wurden 537 Bilder der Handgesten gegen Extremismus hochgeladen. Sie wurden vor dem Brandenburger Tor aufgenommen, vor den Niagara-Fällen, auf dem Campus, auf allen Kontinenten.

Doch warum gerade die Brezel? Im Video auf der Website werden gleich mehrere Gründe genannt. Das Laugengebäck soll dafür stehen, dass wir alle aus "einem Teig sind". Um die Geste zu formen, braucht man außerdem immer einen Brezel -Partner, was das Gemeinsame an der Aktion hervorhebt. Die beiden stehenden Finger sollen laut Claudia Brözel das Dach der Welt symbolisieren.

So verrückt die Aktion auch klingen mag, sie ist Teil des Studiums. Die Studenten lernen mit verschiedenen Online-Werkzeugen umzugehen, sie für ihre Kampagne zu nutzen. Das sind neben Facebook auch Twitter, Instagram und Youtube. Noch bis zum 7. Juni bleibt dem Team Zeit, um möglichst viele Brezel-Mudras zu sammeln. Wer ein Zeichen gegen Extremismus beisteuern will, kann das auf brezel.world tun.

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