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Bus fährt bald durch Birkenwerder

Linienplan: Diese Grafik aus dem Rathaus zeigt die unterschiedlichen Strecken, die ein Bus durch Birkenwerder nehmen könnte. Zum nächsten Fahrplanwechsel soll die rote Route gefahren werden (Ausbaustufe 2)
Linienplan: Diese Grafik aus dem Rathaus zeigt die unterschiedlichen Strecken, die ein Bus durch Birkenwerder nehmen könnte. Zum nächsten Fahrplanwechsel soll die rote Route gefahren werden (Ausbaustufe 2) © Foto: Gemeindeverwaltung Birkenwerder
Jürgen Liebezeit / 20.10.2017, 11:55 Uhr
Birkenwerder (OGA) Spätestens Ende nächsten Jahres - womöglich auch früher - gibt es einen Linienbus der OVG, der quer durch Birkenwerder fährt. Umstritten ist nur noch die Finanzierung.

Der Ortsentwicklungsausschuss hat am Dienstagabend einstimmig empfohlen, die Gemeinde an das Netz der OVG anzubinden. Das entspricht auch dem Nahverkehrsplan des Landkreises, in dem festgestellt wird, dass die Gemeinde in punkto Busanbindung unterversorgt ist. Bislang gibt es nur eine Bushaltestelle am Ortsrand - und zwar an der Lindenhofsiedlung an der Borgsdorfer Ortsgrenze. Dieser Bus verbindet Borgsdorf mit Velten.

Die Kommune soll für die Beförderungsleistungen jährlich 262 000 Euro zahlen. Nach zweijähriger Testphase wird dann entschieden, ob der Bedarf für dieses neue Angebot tatsächlich existiert. Es werden entsprechende Zählungen gemacht.

Bürgermeister Stephan Zimniok (BiF) ist mit der finanziellen Belastung für seine Gemeinde nicht einverstanden, würde sie aber zumindest vorerst in Kauf nehmen, um die Linie möglichst schnell an den Start bringen zu können. Seiner Meinung nach muss der Kreis die Kosten für das neue Busangebot tragen, da es "einen anerkannten Bedarf gibt". Üblicherweise muss eine Gemeinde die Kosten übernehmen, wenn sie einen Bus anfordert, für den der Kreis keinen Bedarf sieht.

Der Bus soll das Wohngebiet zwischen Industriestraße und Frankenstraße mit dem S-Bahnhof und der Gesamtschule sowie der Asklepios-Klinik verbinden (siehe Info-Kasten). Er soll täglich im Stundentakt fahren. Der erste Bus soll gegen 6 Uhr morgens starten, der letzte gegen 21 Uhr. Das sind allerdings nur unverbindliche Angaben. Für die Strecke quer durch Birkenwerder mit acht Haltestellen werden nach Einschätzung der OVG zwölf Minuten benötigt.

Zunächst muss die Gemeinde die Haltestellen einrichten. Dafür sind Fördermittel beim Kreis beantragt worden. Auf einen Stopp am Rathaus ist bewusst verzichtet worden, um die Verkehrssituation auf den Bundesstraßen nicht weiter zu verschlimmern. "Wenn der Bus länger auf der Straße steht, staut sich der Verkehr bis zum Ortsrand", prophezeiht Zimniok. Täglich passieren mehr als 18 000 Fahrzeuge die Rathaus-Kreuzung.

Unklar blieb im Ausschuss, ob es eine eigene neue Buslinie für Birkenwerder gibt oder ob eine bereits bestehende Linie umgeleitet wird. "Das entscheidet die OVG", so Zimniok. "Wir wollen aber eine Busverbindung, mit der Einwohner aus Birkenwerder unabhängig von der S-Bahn nach Oranienburg und Hohen Neuendorf kommen."

Der frühere Gemeindevertreter und unabhängige Einwohner im Ortsentwicklungsausschuss, Georg Klein, begrüßte die Bus-Entscheidung: "Gefühlt wird schon seit 25 Jahren darüber diskutiert. Die Menschen erwarten einfach, dass ein Bus durch den Ort fährt", sagte er am Dienstagabend.

Durch den Bus hofft die Verwaltung auch auf eine Reduzierung des wachsenden Individualverkehrs sowie auf einen Beitrag zum Klimaschutz. "Auch demographisch betrachtet besteht Handlungsbedarf. Der Zugang älterer Menschen zum öffentlichen Nahverkehr darf nicht nur auf zwei Punkte im Ort - den Bahnhof sowie eine Bushaltestelle - beschränkt werden", heißt es in der Beschlussbegründung.

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