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Transporter stößt mit Hirschkuh zusammen / Zunächst Elch gemeldet

Kollision
Schwerverletzte nach Wildunfall

Schlimmer Aufprall: Der Transporters ist nach der Kollision mit einer Hirschkuh an einem Baum zum Stehen gekommen.
Schlimmer Aufprall: Der Transporters ist nach der Kollision mit einer Hirschkuh an einem Baum zum Stehen gekommen. © Foto: dpa
MOZ / 11.03.2018, 20:49 Uhr - Aktualisiert 12.03.2018, 09:22
Friedland/Lieberose Das große Tier stand mitten auf der Straße: Beim Zusammenstoß eines Kleintransporters mit einer trächtigen Hirschkuh auf der B168 zwischen Friedland und Lieberose sind zwei Menschen schwer verletzt worden. Das Tier habe mitten auf der Straße gestanden, teilt die Polizei mit. Der Autofahrer wollte ausweichen, fuhr das Tier aber an, kam von der Straße ab und stieß gegen einen Baum.Das Tier starb bei dem Unfall am Freitagabend. Auch das ungeborene Junge des Tieres überlebte nicht. Der Lieferwagen wurde bei der Kollision völlig zerstört. Feuerwehren aus Friedland und Groß Muckrow leisteten technische Hilfe am Unfallort.

In ersten Berichten war von einer Elchkuh ausgegangen worden. Der Jagdpächter sagte jedoch, es habe sich um eine große Hirschkuh gehandelt. Die Nachricht hatte in ihrer ursprünglichen Version selbst in überregionalen Medien verbreitet.

Das Unglück ereignete sich auf der Bundesstraße unweit des Abzweigs nach Schadow und Ullersdorf. Der 50 Jahre alte Fahrer und sein 26-jähriger Beifahrer wurden schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Über die Herkunft der Fahrzeuginsassen konnte die Polizei am Sonntag keine Angaben machen.

Unfälle mit Elchen gibt es immer wieder in Brandenburg. Die Tiere - sie kommen aus Polen - durchstreifen als Grenzgänger oft Ost- und Südbrandenburg. Elche können bis zu 2,30 Meter hoch und 2,70 Meter lang werden. Durchschnittlich bringen sie 500 Kilo auf die Waage. Seit vergangenem Herbst können gesichtete Elche per Online-Formular den Behörden gemeldet werden. Die Daten fließen in den Elch-Managementplan ein.

Elche sind in der Region zwischen Schwielochsee und Lieberose immer wieder gesichtet worden. Im vergangenen Jahr verzückte ein junger Elch, der offenbar wenig Scheu vor Menschen hatte, im Lieberoser Ortsteil Hollbrunn Nachbarn und vorbeifahrende Autofahrer. Eine Anwohnerin konnte den Jungelch aus einer Distanz von weniger als 100 Metern fotografieren. Das Jungtier starb jedoch im März vorigen Jahres. Das Elchjunge hatte sich in den Rapsfeldern unsachgemäß ernährt, wie der ortsansässige Tierarzt Bernd Henning-Lekschas bei einer Obduktion feststellte.

Die B168 werde an mehreren Stellen als Wildwechsel benutzt, bestätigt Peter Wöhl, für Lieberose zuständiger Revierförster. „Meine Frau, die auf dem Weg nach Cottbus war,  musste sogar mal anhalten, um einen durchzulassen.“ Er regt an, „Vorsicht Elche“-Schilder, wie sie in Schweden Verwendung finden,  an einschlägig bekannten Stellen der B168 aufzustellen: „Das klingt vielleicht lustig, ich meine es aber ernst.“

Seit Dezember 2012 ist in der Gegend um Hollbrunn eine standorttreue Elchkuh bekannt. Es hat auch schon Elchsichtungen auf den Schwielochsee-Wiesen zwischen Niewisch und Möllen gegeben. Am Rand der Wüste im Herzen der Lieberoser Heide wurden im vorigen Jahr Fährten einer Kuh mit Kalb festgestellt. Auch im Dreieck Lieberose-Blasdorf-Hollbrunn sind Elche gelegentlich gesichtet worden.

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