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Humorvolle, nachdenkliche, überraschende und surreale Beiträge aus der Schreibwerkstatt / Helmut-Preisler-Preis vergeben

Schreibwerkstatt
Helmut-Preisler-Preis vergeben

Tim Benesch aus Wriezen und Astrid Walter aus Müllrose sind die Gewinner des Helmut-Preißer-Preises 2018.
Tim Benesch aus Wriezen und Astrid Walter aus Müllrose sind die Gewinner des Helmut-Preißer-Preises 2018. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 12.03.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 13.03.2018, 13:56
Beeskow (MOZ) „Nicht mehr in diesem Leben“ und „Die Fahrradtour“: Der  Helmut-Preisler-Preis  wurde in diesem Jahr für zwei Kurzgeschichten vergeben. Mit „Nicht mehr am Leben“ schildert der Autor, Tim Benesch aus Wriezen, den Besuch eines Mannes in einem Hospiz. Vor Ort erfährt er, dass er zu spät kommt. Er macht sich noch Gedanken, wie wenig er von dem nun Verstorbenen doch eigentlich weiß. Dann geht der Mann nach Hause und versinkt wie jeden Tag im Alkohol. Erst ganz am Schluss erfährt der Zuhörer, dass der Tote im Hospiz sein Sohn war.

Auch bei der Geschichte der Müllroser Autorin Astrid Walter gibt es eine überraschende Wendung. Die Tour eines jungen Paares endet an einen romantisches Plätzchen am See. Erotische Spannung baut sich auf. Doch es kommt etwas dazwischen. Nach dem Genuss eines offenbar psychodelisch wirkenden Kürbisses erscheint plötzlich eine Gruppe Indianer auf der Bildfläche. Statt des Liebeakts kommt es nun zum rauschhaften Stammesritual. Bodenständiger, doch nicht weniger amüsant die Geschichte „Otto. Aus den Erinnerungen eines ABV“ von Eleonore Marx. Hier präsentiert sich ein Kleinstkrimineller der ermittelnden Kriminalbeamtin so redselig, dass er selbst seinen Hodenhochstand ihr nicht vorenthalten mag. Alles in allem findet die Beamtin den Dieb letztlich so sympathisch, dass sie ihn mit einer Ermahnung davonkommen lässt.

Weitere Kurzgeschichten waren: „Der Wald“ von Christof Huth, „Der Stein“ von Sabine Hilpmann, „Mein Vater, den ich niemals sah“ von Eva Schubert, „Besucher“ von Ilona Barschke, „Das Spiegelbild“ von Karla Siering, sowie „Schwimmen“ von Kerstin Welke. Das Textgenre „Gedichte“ repräsentierten Ingrid Graff und Regina Schuster.

Die literarischen Beiträge wurden musikalisch von Lukas Schladebach am E-Piano abgerundet.

Laudator Volkmar Schöneburg, der als Mitglied der Jury alle Geschichten und Gedichte  sorgfältig studiert hatte, gestand, vor einer  schweren Entscheidung gestanden zu haben. „Eigentlich hätte man zehn erste Preis vergeben müssen.“ Die Qualität nehme seit Beginn des Wettbewerbs im Jahr 2013 ständig zu. Gegründet wurde die Schreibwerkstatt vor acht Jahren von der Frankfurterin Carmen Winter. Derzeit befinden sich etwa 15 Autoren „im harten Kern“. Die Schreibwerkstatt trifft sich etwa ein Mal im Monat in der Burg Beeskow.

Schreibwerkstatt mit Carmen Winter, Kontakt unter Tel. 03366 35 2701

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