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Nachfolge ungeklärt
Bombardier-Chef gibt auf

Bleibt hier bei Bombardier ein Büro jetzt leer?
Bleibt hier bei Bombardier ein Büro jetzt leer? © Foto: Ingmar Höfgen
Roland Becker / 13.06.2018, 12:33 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Mit großen Versprechungen war Rainer Fellenz im September 2017 als Standortleiter des Hennigsdorfer Bombardier-Werks angetreten. „So schnell werde ich nicht wieder gehen“, hatte er damals in einem Zeitungsinterview gesagt. Neun Monate später ist davon nur das „so schnell“ übriggeblieben. Fellenz ist bereits wieder auf dem Absprung.Schon seit Wochen wird im Werk gemunkelt, dass der gelernte Maschinenschlosser und studierte Maschinenbauer mit internationaler Berufserfahrung das Handtuch werfen wird. Am Montag erfuhr es die Belegschaft offiziell in der Mitarbeiterversammlung des Betriebsrats. „Die Geschäftsführung hat dort bestätigt, dass Rainer Fellenz Bombardier verlässt“, teilte auf Nachfrage der Betriebsratsvorsitzende Volkmar Pohl mit. Das Arbeitsverhältnis werde zum 30. September gelöst

Ganze 13 Monate oblag dem gebürtigen Baden-Württemberger die Leitung des Standorts, der vor großen Umwälzungen und Arbeitsplatzverlusten steht. Damit reiht sich Fellenz in die Riege seiner Vorgänger ein. Der Posten scheint ein Schleudersitz zu sein. Pohl erinnert sich: „Der Vorgänger war ein dreiviertel Jahr im Amt, der davor ein Jahr.“

In der Belegschaft wird auch gemunkelt, dass der Hennigsdorfer Standort mit noch weit über 2 000 Mitarbeiter künftig keinen eigenen Leiter mehr haben soll. Offiziell sei das zwar nicht kommuniziert worden, aber: „Es wurde so wahrgenommen. Denn auf Fragen wurde indirekt gesagt, dass kein Neuer kommt.“ Pohl hält es für unabdingbar, dass der Standort wieder einen Chef bekommt. „Wir brauchen einen Mann vor Ort, der sich um die Belange des Standorts kümmert. Das kann man nicht einem überlassen, der irgendwo in Europa sitzt, ohne dass dieser weiß, wie die Lage in Hennigsdorf ist.“ Er selbst bedauere den Weggang von Fellenz und vermutet, dass dessen Entscheidungskompetenz zu sehr beschnitten worden sei. „Das ist bei Bombardier ein großes Manko, dass diese Kompetenz nicht dort angesiedelt ist, wo man sie als Mitarbeiter erwartet“, kritisiert der Betriebsratschef. Auf die Frage, ob Fellenz nicht so agieren durfte, wie er wollte, antwortete Pohl: „Genau so sehe ich das.“

Die Chefetage hielt sich einmal mehr sehr bedeckt. Firmensprecher Jörn Bischoff bestätigte nur den bevorstehenden Weggang des Standortleiters. Dem schriftlichen Statement kurz danach auf Nachfrage hinterher geschobene Erläuterungen zog er wenige Minuten später zurück.

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