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Leichtathletik
Man darf beim Lauf auch anhalten

Fitnessbewusst: Oder-Spree-Cup-Siegerin Heike Nauck legt ihren 13 Kilometer langen Arbeitsweg oft mit dem Rad zurück. Nur extreme Witterung hält die Hobby-Läuferin davon ab.
Fitnessbewusst: Oder-Spree-Cup-Siegerin Heike Nauck legt ihren 13 Kilometer langen Arbeitsweg oft mit dem Rad zurück. Nur extreme Witterung hält die Hobby-Läuferin davon ab. © Foto: Hagen Bernard
Hagen Bernard / 05.01.2019, 05:45 Uhr
Friedland (MOZ) Die Umfrage nach den populärsten Sportlern des Jahres 2018 in Oder-Spree läuft bis zum 12. Februar. Drei Tage später werden die Sieger im Atrium des Landratsamtes in Beeskow geehrt. Bis dahin stellen wir in loser Folge alle 36 Kandidaten vor. Heute: Läuferin Heike Nauck von der BSG Stahl Eisenhüttenstadt.

Die 49-jährige Heike Nauck hat im vergangenen Jahr die Gesamtwertung des Oder-Spree-Cups in der Altersklasse W 45 gewonnen. Mit dem Laufen begonnen hatte die Eisenhüttenstädterin dabei vor 15 Jahren. Mit Anissa Witter hielt sie sich einmal wöchentlich in der Frauen-Turngruppe der BSG Stahl unter Petra Wallschläger fit. „Frau Wallschläger steht für Qualität. Sie trainiert jeden Muskel.“ Dennoch hatte die Beiden das Turnen, der Kraftkreis, das Dehnen nicht mehr erfüllt. So suchten sie beim Nordic Walking eine neue Herausforderung. Bis sie irgendwann ihre Schritte beschleunigten.

Seit neun Jahren sind sie Stammgäste bei Laufveranstaltungen wie den Eisenhüttenstädter Stadtmeisterschaften, beim Neuzeller Run & Bike oder eben beim Oder-Spree-Cup. Dort war das Duo 2018 als Team „Beste Freunde“ Sechste in der Frauenwertung über 45 Kilometer.

Dass Heike Nauck und Anissa Witter befreundet sind, ist zu sehen. Seite an Seite laufen sie, gemeinsam erreichen sie das Ziel. Nur selten fehlt einer der beiden „Laufzwillinge“. Da Witter fünf Jahre jünger ist, gehören sie verschiedenen Altersklassen an. Mit den Jahren haben sie sich in den Ergebnislisten hoch gearbeitet. Zum ersten Mal gelang nun ein Gesamtsieg beim Oder-Spree-Cup. Logisch, könnte man meinen, dass es mit Heike Nauck der Älteren gelang. Doch oft hatte sie sogar die stärkere Konkurrenz und schnitt dadurch schlechter ab als Anissa Witter.

Doch um die Platzierung geht es der gebürtigen Greifswalderin, die in Bomsdorf aufgewachsen ist, nicht hauptsächlich. „Ich bin schon als Schülerin in Steinsdorf gern Cross gelaufen. Für mich ist das ein Stück Lebensqualität und jetzt ein schöner Ausgleich zum Büro-Job.“ Nauck arbeitet in Wiesenau in der Verwaltung für einen Pflegedienst. Im Einstellungsgespräch habe es ihr Arbeitgeber positiv bewertet, dass sie ein sportliches Hobby habe. Zwar laufe sie sonnabends, sonntags, montags und donnerstags, doch eigentlich hält sie sich täglich fit. Sei es in der Frauen-Gymnastik-Gruppe oder beim Weg zur Arbeit. Schließlich legt sie die 13 Kilometer per Rad zurück. „Nur wenn es regnet oder unter zehn Grad minus sind, dann nicht. Der Sport soll Spaß machen. Zu intensiv soll es nicht werden, schließlich habe ich Familie und will noch mit 70 durch die Wälder laufen.“

Verletzt hat sich die Hobbygärtnerin, die sich seit sechs Jahren mit Bio-Produkten aus dem eigenen Anbau versorgt, noch nie. So dehnt sie sich auch regelmäßig beim Joggen. Ohnehin sei es für sie keine Schande, beim Laufen mal anzuhalten. Vorrangigdenkt sie dabei an den Marathon, auf den sie sich nach Plan vorbereitet. Nach Schlaubetal und Rennsteig lockt nun auf anspruchsvollem Terrain der Kyffhäuser-Berglauf. Und der Berlin-Marathon steht in diesem Jahr fest in ihrem Terminkalender. „4:40 Stunden wären schön“, sagt Heike Nauck. Die Finisher-Urkunde würde sie dann neben die von den bisherigen drei Marathonläufen an die Wand hängen. „Marathon ist für mich etwas Besonderes – die anderen Urkunden habe ich weggelegt.“

Siege sind zweitrangig. „Die Platzierungen sehe ich sehr relaxt. Für mich sind die anderen Läuferinnen keine Konkurrentinnen.“ Dennoch nimmt Heike Nauck so ein Jahr wie das vergangene mit dem Oder-Spree-Cup-Sieg gern mit. So wie sie sich auch über die Nominierung für die Kandidatenliste zur Sportlerumfrage freut.

2019 sieht es mit der Cup-Wertung anders aus, wenn sie in die neue Altersklasse aufsteigt. Doch dann hat vielleicht Anissa Witter – zuletzt Zweite – bessere Chancen in der W 40. „Über ihre Zeiten und Platzierungen freue ich mich genauso wie über meine eigenen“, sagt Heike Nauck über ihren „Laufzwilling“.

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