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Schwimmen
Vom Babyschwimmen zum Meister

Gut gelaunt am Beckenrand: die Eisenhüttenstädter Aufbau-Schwimmerin Nora Bölicke
Gut gelaunt am Beckenrand: die Eisenhüttenstädter Aufbau-Schwimmerin Nora Bölicke © Foto: Hagen Bernard
Hagen Bernard / 16.01.2019, 02:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Noch bis zum 12. Februar läuft die Umfrage nach den populärsten Sportlern des Jahres 2018 im Kreis Oder-Spree. Drei Tage später werden die Sieger im Atrium des Landratsamtes in Beeskow geehrt. Bis dahin stellen wir in loser Folge alle 36 Kandidaten vor. Heute: Schwimmerin Nora Bölicke von der SG Aufbau Eisenhüttenstadt.

Seit der Neugründung der Abteilung Schwimmen bei der SG Aufbau Eisenhüttenstadt im Jahr 2012 sorgen Jahr für Jahr Nachwuchsathleten sogar auf nationaler Ebene für Aufsehen. 2018 war es besonders die neunjährige Nora Bölicke. Sie führt in Wettbewerben auf einer 25-Meter-Bahn die Bestenliste des Deutschen Schwimmverbandes über 50 Meter Freistil, 50 Meter Rücken und 50 Meter Schmetterling für Kinder des Jahrgangs 2009 an.

Sogar international ist die Eisenhüttenstädterin bereits erfolgreich in Erscheinung getreten. Beim größten Kurzbahn-Vereinswettkampf Europas im dänischen Esbjerg wurde sie ganze zehnmal als Siegerin geehrt. Hinzu kommen erste Plätze beim Zehn-Länderkampf in Berlin im Freistil, Rücken und Schmetterling jeweils über 50 Meter. In diesen Disziplinen ist sie auch Landesmeisterin auf der Kurzbahn.

Einige Grundlagen dieser Erfolge sieht ihre Mutter Kathrin Bölicke bereits in der frühesten Kindheit. „Vergessen Sie bitte nicht, das Babyschwimmen bei Harald Beige zu erwähnen. Da hat Nora ein gutes Gefühl für das Wasser bekommen. Schade, dass er als Trainer für die SG Aufbau nicht zur Verfügung steht.“ Ebenfalls beim DHfK-Sportwissenschaftler aus dem Babyschwimmen hervorgegangen ist der zehnjährige Hugo Engelien, den er seitdem durchgängig betreut und der ebenfalls auf nationaler Ebene absolute Spitze ist.

Nora Bölickes schwimmerisches Können ist sicherlich auch auf ihren Vater Torsten Wolf zurückzuführen, der einst Leistungsschwimmer an der Sportschule war. Er hatte besonders darauf geachtet, dass das Mädchen als Vierjährige mit dem Schwimmunterricht im Inselbad begann, als Fünfjährige in den Schwimmsport einstieg und als Sechsjährige schließlich der Wettkampfgruppe angehörte. Damit hatte sie sich auch gegen das Turnen bei der BSG Stahl entschieden, dass sie bereits als Dreijährige begonnen hatte.

Ihr erster Schwimm-Trainer war Alexander Graf. Schnell hatte sich Nora, die im Eisenhüttenstädter Ortsteil Schönfließ die Schule besucht, in der Wettkampfgruppe I etabliert. Das ständige „Bahnenziehen“ findet sie dabei nicht langweilig. „Es macht Spaß, mit vielen anderen etwas gemeinsam zu machen.“ Gern denkt sie dabei auch an das sommerliche Trainingslager in der Bremsdorfer Mühle. Derzeit übt die im vergangenen Jahr in den Landeskader aufgenommene Athletin – sie erfüllt bereits die Normen der um ein Jahr älteren Mädchen – dreimal wöchentlich im Inselbad.

Hinzu kommt das einmal wöchentliche Volleyball-Training beim VSB offensiv Eisenhüttenstadt, wo ihre Mutter auch Übungsleiterin ist. „Ich finde es ganz gut, da sie hier zu zweit und zu dritt spielen muss. Da kommt der Mannschaftsgedanke mehr zur Geltung als beim Schwimmen, wo man doch mehr Einzelkämpfer ist“, erklärt Kathrin Bölicke. Und auch im Volleyball ist die Neunjährige recht erfolgreich. So hatte sie im Dezember zusammen mit der gleichaltrigen Finja Kleinert – die vor zwei Jahren als Schwimmerin auf der Kandidatenliste der Kreis-Sportlerwahl gestanden hatte – im Landespokal-Wettbewerb der U 12 den dritten Platz belegt. Finja konzentriert auch aus zeitlichen Gründen inzwischen auf den Volleyballsport und auf das Reiten.

Etliche Stunden auf dem Reiterhof der Familie Sturm in Wellmitz verbringt auch Nora Bölicke, doch sie will dem Schwimmen weiter treu bleiben. In diesem Jahr möchte sie sich vor allem auf der Brust-Lage noch verbessern, damit sie auch in den Lagen-Disziplinen erfolgreich abschneidet. Das traut ihr Landestützpunktleiterin und B-Lizenz-Trainerin Ramona Horn-Makoschey ohne weiteres zu: „Nora ist trainingsfleißig und sehr kameradschaftlich. Sie fühlt sich in der Trainingsgruppe wohl. Wir sind gerade dabei, ihre gute Sprintfähigkeit mit mehr Ausdauer auch für die längeren Strecken umzusetzen.“ Auch mit Ausrichtung auf internationale Höhepunkte wie im vergangenen Jahr in Dänemark.

Wie es ist, gar bei internationalen Meisterschaften zu starten, hat Nora Bölicke bereits von ihrer Halbschwester Juliane Wolf erfahren. Die Tischtennisspielerin startete im Jahr 2016 bei den Paralympischen Spielen und hat schon etliche Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften gewonnen. Bei so viel geballter Sportkompetenz im engsten Familienkreis wäre es auch bei der neunjährigen Nora Bölicke – die übrigens auch bei regionalen Laufwettbewerben ganz vorn einkommt – wenig verwunderlich, wenn sie im Schwimmsport weiter so große Fortschritte macht.

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